Expertenforum - Übergang von gesetzlicher Versicherung zur privaten Versicherung in der KV/PV

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Expertenforum

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  • 01
    Übergang von gesetzlicher Versicherung zur privaten Versicherung in der KV/PV
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    eine ausgeschiedene studentische Mitarbeiterin war in der gesetzliche Krankenversicherung versichert. Nun hat sie das Studium abgebrochen, um eine duale Ausbildung beim Bund zu beginnen. Da die ehemalige Studentin sich entscheiden konnte, in der gesetzlichen Versicherung zu verbleiben, oder in die private KV/PV zu wechseln (Anspruch auf Beihilfe), ist sie nunmehr seit dem 01.06.2020 privat versichert. Da die studentische Versicherung am 31.03.2020 endete, ist sie die Monate April 2020 und Mai 2020 weder gesetzlich noch privat versichert.
    Sie hat in diesen beiden Monaten keine medizinischen Leistungen in Anspruch genommen, so dass hier keine Kosten entstanden sind. Können Sie uns mitteilen, ob durch die Nichtversicherung im April 2020 und Mai 2020 Nachteile entstanden sind?
    Für Ihre Mühe vielen Dank im Voraus!
    Mit freundlichen Grüßen
    Personalsachbearbeiterin
  • 02
    RE: Übergang von gesetzlicher Versicherung zur privaten Versicherung in der KV/PV
    Guten Tag,
     
    mit der Einführung des § 188 Absatz 4 SGB V gilt die bisherige Vorschrift zur freiwilligen Krankenversicherung unverändert fort, jedoch sind ab diesem Zeitpunkt zwei Optionen bei der Begründung einer freiwilligen Versicherung vorhanden. Zum einen eine Fortsetzung der Versicherung als freiwillige Versicherung von Gesetzes wegen und zum anderen ein freiwilliger Beitritt infolge einer Erklärung.
     
    Bei der obligatorischen Anschlussversicherung handelt es sich um eine freiwillige Versicherung, welche kraft Gesetzes nahtlos (ohne Versicherungslücke) durchgeführt wird. Es werden alle Personen erfasst, die aus einer bisherigen Versicherungspflicht oder einer Familienversicherung ausscheiden.
     
    Für Personen, deren Versicherungspflicht endet, setzt sich die Versicherung nach § 188 Abs. 4 SGB V als freiwillige Mitgliedschaft (obligatorische Anschlussversicherung) bei derselben Krankenkasse fort, wenn keine Ausschlusstatbestände vorliegen, wobei als Ausschlusstatbestände insbesondere ein neuer Tatbestand der Versicherungspflicht, eine Familienversicherung oder ein nachgehender Leistungsanspruch nach § 19 SGB V infrage kommen. Das Zustandekommen der obligatorischen Anschlussversicherung kann vermieden werden, wenn das Mitglied innerhalb von zwei Wochen nach Hinweis der Krankenkasse über die Austrittsmöglichkeiten seinen Austritt erklärt und das Bestehen einer anderweitigen Absicherung im Krankheitsfall nachweist. Die Austrittsoption bezieht sich auf solche Sachverhalte, bei denen eine Absicherung außerhalb der GKV direkt im Anschluss an das Ende der Versicherung begründet wird.
     
    Eine Nichtversicherung ist daher im Grunde nicht möglich. Wir empfehlen der Mitarbeiterin sich dringend mit ihrer Krankenkasse in Verbindung zu setzen, um den Versicherungsstatus im April und Mai 2020 zu klären.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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