Expertenforum - Altersvollrentner - Minijob - Prämie

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

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Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Altersvollrentner - Minijob - Prämie
    Sehr geehrtes Expertenteam,

    ein privat versicherter MA ging mit ab 01.08.2019 in vorgezogene Altersrente und arbeitete ab diesem Zeitpunkt als Minijober
    Er wurde wie folgt gemeldet: Beitragsgruppe 109 / Personengruppenschlüssel 0500; RV-Befreiungsantrag liegt vor; Lst wurde pauschal (AG) §40a (2) EStg eingehoben.

    Mit 01.02.2020 hat er die Regelaltersgrenze erreicht und bleibt weiterhin als Minijober tätig. Es erfolgte keine Änderung der Beitragsgruppe 109 / Personengruppenschlüssel 0500;

    Im September erhält er eine Prämie in Höhe von € 6.000.

    Meine Frage:
    Als Altersvollrentner gibt es keine Grenze beim Hinzuverdienst, oder?
    Ist eine Änderung des Beitrags- und Personengruppenschlüssel erforderlich? Hat dies Auswirkung auf seinen Rentenbezug?

    Danke für Ihre Antwort, Viele Grüße
  • 02
    RE: Altersvollrentner - Minijob - Prämie
    Guten Tag,
     
    die Hinzuverdienstgrenze hat auf die Beurteilung der Beschäftigung als Minijobber keinen Einfluss. Die Hinzuverdienstgrenze gibt lediglich den Wert an, bis zu dem ein Rentner rentenunschädlich hinzuverdienen kann und nach unserem Kenntnisstand gibt es keine Hinzuverdienstgrenze bei Altersvollrentnern. Potentielle Auswirkungen auf den Rentenbezug müssten Sie bitte bei dem Rentenversicherungsträger erfragen oder den Rentenbescheid einsehen.
     
    Bei der Prüfung, ob das Arbeitsentgelt 450,00 € übersteigt, ist vom regelmäßigen Arbeitsentgelt auszugehen. Das regelmäßige Arbeitsentgelt ermittelt sich abhängig von der Anzahl der Monate, für die eine Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt besteht, wobei maximal ein Jahreszeitraum (12 Monate) zugrunde zu legen ist.
     
    Dabei darf das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt im Durchschnitt einer Jahresbetrachtung 450,00 € nicht übersteigen (maximal 5.400,00 € pro Jahr bei durchgehender mindestens 12 Monate dauernder Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt in jedem Monat).
     
    Es ist mindestens auf das Arbeitsentgelt abzustellen, auf das der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch hat (z. B. aufgrund eines Tarifvertrags, einer Betriebsvereinbarung oder einer Einzelabsprache); insoweit kommt es auf die Höhe des tatsächlich gezahlten Arbeitsentgelts nicht an.
     
    Einmalig gezahltes Arbeitsentgelt sind „Sonderzahlungen“, die bei der Beurteilung des regelmäßigen Arbeitsentgelts dann zu berücksichtigen sind, wenn der Arbeitnehmer sie vertraglich zugesichert bekommen hat. Ebenfalls bei der Ermittlung des Arbeitsentgelts zu berücksichtigen, sind einmalige Einnahmen, deren Gewährung mit hinreichender Sicherheit mindestens einmal jährlich zu erwarten ist.
     
    Handelt es sich bei der „Sonderzahlung“ hingegen um eine nicht jährlich wiederkehrende Zuwendung, bleibt diese bei der Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts außer Betracht. Eine solche Sonderzahlung hat keine Auswirkungen auf die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung.
     
    Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir ohne Einsicht in alle zur Prüfung relevanten Unterlagen keine abschließende Beurteilung vornehmen können. Wir empfehlen Ihnen Kontakt zu der zuständigen Einzugsstelle aufzunehmen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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