Sozialversicherungsbeiträge während der Corona-Krise – Stundung möglich

Die vereinfachten Stundungsregeln für Sozialversicherungsbeiträge während der Krise sind ausgelaufen. Unternehmen, die in Zahlungsschwierigkeiten stecken, kommt die AOK aber weiterhin unbürokratisch entgegen.

Hilfe für Unternehmen in der Krise

Die Corona-Krise bringt immer noch viele Unternehmen in Bedrängnis. Kann ein Arbeitgeber aufgrund der aktuellen Situation seine Beiträge nicht zahlen, können die Firmen beantragen, Beiträge zu stunden oder in Raten zu zahlen. Unternehmen in Schwierigkeiten sollten schnellstmöglich mit der AOK Kontakt aufnehmen.   

Ratenzahlung weiter möglich

Voraussetzung für eine Stundung ist, dass die Unternehmen die Entlastungsmöglichkeiten durch Kurzarbeitergeld und sonstige Unterstützungs- und Hilfsmaßnahmen, die als Schutzschirme aktuell von der Bundesregierung zur Verfügung gestellt werden, nutzen. Die dadurch den Unternehmen zur Verfügung stehenden Mittel sind nach entsprechender Gewährung auch für die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge einschließlich der bis dahin gestundeten Beiträge zu verwenden.

Auf Antrag des Arbeitgebers bei der AOK konnten die Beiträge  für März bis Mai 2020 in einem vereinfachten Verfahren gestundet werden – ohne Sicherheitsleistungen und Säumniszuschläge. Ab dem Beitragsmonat Juni gelten jetzt wieder die üblichen Regeln für die Stundung oder Ratenzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen. Wenn eine Ratenzahlung rechtzeitig vor Fälligkeit der Beiträge beantragt wird, werden weiterhin keine Säumniszuschläge erhoben.

Bis zum 30. September 2020 sind außerdem weitere Vereinfachungen bei der Stundung für Arbeitgeber, die von der aktuellen Corona-Pandemie unmittelbar und nicht unerheblich betroffen sind, möglich. So sind keine Sicherheitsleistungen nötig, wenn die Beiträge vor der Pandemie vollständig und rechtzeitig entrichtet wurden. Sprechen Sie dazu Ihre AOK vor Ort an.

aok
Corona-Pandemie

AOK PLUS unterstützt Arbeitgeber und Selbstständige

Freiwillig versicherte Arbeitnehmer

Beiträge für freiwillig gesetzlich versicherte Arbeitnehmer zur Kranken- und Pflegeversicherung im sogenannten Firmenzahlerverfahren gelten weiterhin bis 30. September 2020 bei Stundung der anderen Beiträge ebenfalls als gestundet.   

Stundung auch für Selbstständige möglich

Die Stundungsmöglichkeiten gelten auch für freiwillig versicherte Selbstständige. Dabei wird vor einer Stundung immer geprüft, ob eine Beitragsermäßigung wegen eines krisenbedingten Gewinneinbruchs in Betracht kommt. Die Hürden hinsichtlich der erforderlichen Nachweise wurden dabei gesenkt. Es ist eine Erklärung eines Steuerberaters oder eine betriebswirtschaftliche Auswertung oder auch eine glaubhafte Erklärung des Selbstständigen über erhebliche Umsatzeinbußen ausreichend. 

Bestehen bereits Stundungsvereinbarungen mit Ratenzahlungen, so können diese vorübergehend ausgesetzt werden. Leistungen werden in diesen Fällen dennoch gewährt. Jeder Einzelfall wird individuell beurteilt. Versicherte stellen am besten formlos einen Antrag. Darin sollten sie konkret begründen, wodurch es zu Einbußen kommt und wie hoch der geschätzte Gewinn des Selbstständigen aktuell ist. Die vorübergehende Beitragsfestsetzung erfolgt dann in der gesetzlichen Mindeststufe. Wenn sich die Einkommenslage wieder bessert, sollte der Selbstständige rechtzeitig seine Krankenkasse informieren, um nachträgliche Beitragsnachberechnungen zu vermeiden.

AOK PLUS als Partner

„Die AOK PLUS steht den Arbeitgebern hier nicht nur beratend, sondern mit konkreten Hilfsangeboten zur Seite“, sagt Sven Nobereit, Vorsitzender der Arbeitgeberseite des Verwaltungsrates der AOK PLUS. „Wir werden großzügig handeln, mit Augenmaß sensibel entscheiden und alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, um Arbeitgebern und Selbstständigen ein zuverlässiger Partner in dieser schwierigen Zeit zu sein“, versichert Nobereit.

Kunden sollten sich bei Schwierigkeiten aufgrund der Corona-Pandemie individuell und zeitnah bei der AOK PLUS melden: kostenlos unter der Rufnummer 0800 1059000 oder per Mail an service@plus.aok.de

Wir arbeiten mit Hochdruck an der Bearbeitung der Anträge. Bitte haben Sie Verständnis, dass es aufgrund der hohen Anzahl zu Verzögerungen kommt. Wir bitten Sie vorerst von Rückfragen zum Bearbeitungsstand abzusehen.

Stand

Zuletzt aktualisiert: 30.06.2020

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