Beschäftigung von EU-Bürgern

Arbeitnehmer aus der EU beziehungsweise dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) profitieren von der vereinbarten Freizügigkeit und können ohne Weiteres eine Beschäftigung in Deutschland aufnehmen. Für EU-Bürger gelten die gleichen Rechte und Pflichten wie für inländische Beschäftigte.

Die EU und der EWR

In der EU und im EWR herrscht Arbeitnehmerfreizügigkeit. Das bedeutet, dass Arbeitgeber Bürger aus EU-Mitgliedstaaten, zum Beispiel Grenzgänger, ohne Weiteres einstellen können. Für sie gelten die gleichen Rechte und Pflichten wie für inländische Arbeitnehmer.

  • Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien und Nordirland (bis zu einem möglichen Brexit), Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Slowakei, Slowenien, Spanien, die Tschechische Republik, Ungarn und Zypern.
  • Zu den Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (Mitgliedstaaten EWR) zählen neben den EU-Mitgliedstaaten Island, Liechtenstein und Norwegen. Staatsangehörige dieser Länder sowie der Schweiz sind freizügigkeitsberechtigt und können ohne weitere Voraussetzungen in Deutschland arbeiten.

Rechte und Pflichten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern

Wie für inländische Arbeitnehmer auch werden die Rechte und Pflichten ausländischer Arbeitnehmer aus EU- und EWR-Staaten sowie der Schweiz in einem Arbeitsvertrag geregelt. Arbeitnehmer sind beispielsweise verpflichtet, die vereinbarte Arbeitsleistung zu erbringen und den Vertrag nach Treu und Glauben zu erfüllen. Arbeitgeber verpflichten sich zur Zahlung des Entgelts und tragen unter anderem eine Fürsorgepflicht für ihre Arbeitnehmer: Sie sind für ihr Wohlergehen in Bezug auf arbeitsrelevante Aspekte verantwortlich. Urlaubsregelungen und Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit gelten genauso auch für ausländische Arbeitnehmer.

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Sozialversicherungspflicht

Eine Versicherungspflicht in der Sozialversicherung tritt ein, sobald Arbeitsentgelt gezahlt wird. Für die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung gilt eine Untergrenze von 450,01 Euro. Die Krankenversicherungspflicht prüft der Arbeitgeber anhand der Krankenversicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze von 60.750 Euro (2019)).

Stand

Erstellt am: 01.07.2019

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