Überblick: Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer

Stellt ein Unternehmen in Deutschland einen Arbeitnehmer aus dem Ausland ein, gelten für ihn die gleichen Regeln wie für inländische Beschäftigte. Das betrifft sowohl das Arbeitsrecht als auch die Sozialversicherung. Für Staatsangehörige von Ländern außerhalb Europas und Geflüchtete gelten teilweise abweichende Bestimmungen. Sie benötigen in der Regel eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis.

Der Gleichheitsgrundsatz

Die Gleichheit vor dem Gesetz ist in Deutschland im Grundgesetz verankert. So darf niemand unter anderem aufgrund seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat oder Herkunft bevorzugt oder benachteiligt werden. Das gilt auch für die Arbeitswelt. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) enthält präzisierende Regeln hierzu.

Daraus folgt, dass für ausländische Arbeitnehmer in Deutschland die gleichen Rechte und Pflichten gelten wie für inländische. So beginnt die Sozialversicherungspflicht zur Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung für alle Beschäftigten mit der Aufnahme ihrer Tätigkeit gegen Lohn oder Gehalt. Auch die Mitgliedschaft bei einer gesetzlichen Krankenkasse und deren Pflegekasse beginnt an diesem Tag.

Neben den genannten bestimmt eine Vielzahl an weiteren Gesetzen und Verordnungen das Arbeitsverhältnis mit einem ausländischen Arbeitnehmer, zum Beispiel die Beschäftigungsverordnung. Dazu zählen auch zwischenstaatliche Vereinbarungen wie Sozialversicherungsabkommen.

EU-Bürger, Nicht-EU-Bürger und Geflüchtete

Arbeitgeber in vielen Branchen haben ein großes Interesse daran, dem Fachkräftemangel durch Fachkräfte aus dem Ausland zu begegnen. Für die Aufnahme der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer gelten je nach Ausgangslage unterschiedliche Regeln:

  • Innerhalb der EU, des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) – Island, Liechtenstein und Norwegen – sowie der Schweiz gilt grundsätzlich Arbeitnehmerfreizügigkeit. Das bedeutet, es gibt bei der Beschäftigung keine Unterschiede zu Inländern.
  • Für ausländische Arbeitnehmer aus Drittstaaten gilt grundsätzlich das Aufenthaltsgesetz, das die Zuwanderung reguliert. Es sieht vor, dass sie eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis benötigen, um in Deutschland arbeiten zu können. 
  • Geflüchtete können in Abhängigkeit von ihrem jeweiligen Aufenthaltsstatus beschäftigt werden. Sind sie anerkannt, dürfen sie jede Beschäftigung aufnehmen. Asylsuchende mit Aufenthaltsgestattung oder mit Duldung benötigen dagegen von der Ausländerbehörde eine Arbeitserlaubnis für die konkrete Beschäftigung.
     
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Mehr zur Anreise und zum Aufenthalt von Staatsangehörigen von Drittstaaten finden Sie auf dem Informationsportal der Bundesregierung.

Stand

Erstellt am: 01.07.2019

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