Betriebliche Gesundheit im Mai

Lesen Sie im AOK-Arbeitgeber-Newsletter: Eltern unter Druck * Gelungene Inklusion * Online-Meetings optimieren * Schichtarbeit in der Pflege

Coronapandemie verstärkt Druck auf berufstätige Eltern

Homeschooling, ausgefallener Unterricht, geschlossene Kitas, kranke Kinder: Dass die Co­ro­na­pan­de­mie berufstätige Eltern stark mitnimmt, bekommen nach wie vor viele Arbeitgeber zu spü­ren. Noch nie haben sich so viele Väter und Mütter wegen der Betreuung ihrer Kinder ar­beits­un­fä­hig gemeldet wie in den vergangenen Monaten. Dies verdeutlicht auch die Zahl der 2021 bei der AOK gestellten Anträge auf Kinderkrankengeld. Sie ist, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) berichtet, im Vergleich zum Vorjahr um 37 Prozent gestiegen.

Darüber hinaus verzeichnete das WIdO wesentlich mehr Krankheitsmeldungen aufgrund psy­chi­scher Probleme, ausgelöst durch die häuslichen Belastungen, denen Eltern in der Pandemie aus­ge­setzt waren. Sie stiegen gegenüber der Vergleichsgruppe aller AOK-versicherten Er­werbs­tä­ti­gen ohne Kinderkrankengeld-Bezug um rund 25 Prozent.

Da viele Arbeitnehmer ungern offen über familiären Stress und private Probleme sprechen, ist es für Führungskräfte oft schwer, die Gründe für die Krankheitsmeldungen nachzuvollziehen. Sig­na­li­sie­ren Sie, dass Sie immer ein offenes Ohr haben. Und weisen Sie auch darauf hin, dass zur Ent­las­tung von Müttern und Vätern die vom Gesetzgeber beschlossene Ausnahmeregelung zur In­an­spruch­nah­me des Kinderkrankengelds bis zum 23. September 2022 verlängert wurde.

Beim Umgang mit seelischen Problemen gilt: Reden ist Gold. Tipps und Infos, wie Arbeitgeber oder Führungskräfte betroffenen Mitarbeitern Unterstützung anbieten können, finden Sie hier.

Neue Beratungsstellen für gelungene Inklusion

Inklusion ist in vielen Firmen mittlerweile ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Gut zwei Drittel der Arbeitgeber mit 20 und mehr Mitarbeitern erfüllen die gesetzliche Be­schäf­ti­gungs­pflicht schwerbehinderter Menschen, wie eine repräsentative Um­fra­ge des Ins­ti­tuts der deut­schen Wirt­schaft (IW) zeigt.

Dennoch bestehen im Umgang mit körperlich, geistig oder psychisch beeinträchtigten Mit­ar­bei­tern nach wie vor Unsicherheiten. Nur knapp 60 Prozent aller Unternehmen sind demnach aus­rei­chend darüber informiert, wie eine behindertengerechte Arbeitsgestaltung aussieht.

Im Zuge des Teilhabestärkungsgesetzes haben die Integrationsämter der Länder daher in diesem Jahr neue Beratungsangebote geschaffen. Hier erhalten Unternehmen Antworten auf ihre Fragen rund um Ausbildung, Einstellung und Beschäftigung und können sich über Förderungen in­for­mie­ren. Auch das überregionale Portal „Rehadat“ des IW gibt viele nützliche Tipps und vermittelt Ansprechpartner. Wichtige Fragen, die sich Arbeitgeber zum Thema Inklusion stellen sollten, sind unter anderem:

  • Haben alle Beschäftigten Zugang zu den Räumen, ohne Hilfe zu benötigen?
  • Sind alle erforderlichen Hilfsmittel vorhanden?
  • Können Maschinen und Geräte von allen bedient werden?
  • Sind betriebliche Informationen für alle les- bzw. erfahrbar?
  • Ist noch mehr Unterstützung nötig, etwa durch eine Assistenz?

Jedes Unternehmen profitiert von Toleranz und gegenseitiger Inspiration. Wie Inklusion und Teil­ha­be durch Diversitätsmanagement gelingt, lesen Sie hier.

Missverständnisse bei Videokonferenzen vermeiden

Videokonferenzen gehören mittlerweile längst zum Berufsalltag. Wie alle Gespräche bergen sie Po­ten­zi­al für Missverständnisse. Wie eine Umfrage der YouGov Deutschland GmbH mit 2.105 Teil­neh­mern ergab, fällt es 70 Prozent der Arbeitnehmer beispielsweise schwer, am Bildschirm Arbeitsanweisungen und Aufgabenstellungen der Füh­rungs­kräf­te richtig zu verstehen. Auslöser für die Unsicherheiten ist neben oft unzulänglicher Technik auch die eingeschränkte Wahr­neh­mung der Körpersprache. Füh­rungs­kräf­te können den Missverständnissen entgegenwirken.

  • Nonverbale Kommunikation: Lassen Sie Ihre Mitarbeiter wissen, dass Sie ihnen genau zuhören, indem Sie stets Blickkontakt halten.
     
  • Signalisieren Sie Zustimmung oder Einspruch durch deutliches Nicken oder Kopfschütteln oder mit den verfügbaren Emoticons.
     
  • Aktives Zuhören, gezieltes Nachfragen sowie Paraphrasieren (sinngemäßes Wiederholen) sind wichtige Mittel, um Missverständnissen vorzubeugen.
     
  • Reden Sie klar und deutlich. Auch die Sprechgeschwindigkeit spielt für unmissverständliche Aus­sa­gen und Anweisungen eine entscheidende Rolle.
     
  • Nutzen Sie die Zeit zum Abschluss eines Meetings, um positive Aspekte hervorzuheben und die wichtigsten Punkte noch einmal zusammenzufassen.

Weitere Tipps für eine wertschätzende Kommunikation auf Distanz, finden Sie hier.

Pflegekräfte am Rand der Belastbarkeit

Schichtarbeit ist in der Pflege Alltag. Laut der neuen BAuA-Arbeitszeitbefragung arbeitet weit über die Hälfte der Beschäftigten in der Alten- (57 Prozent) und Krankenpflege (59 Prozent) re­gel­mä­ßig zu atypischen Zeiten vor 7 oder nach 19 Uhr. Große Teile der Pflegekräfte sind zudem re­gel­mä­ßig am Wochenende (87 bzw. 85 Prozent) sowie nachts im Dienst (37 bzw. 61 Prozent). Was Beschäftigten in der Pflege nach eigenen Angaben ebenfalls zusetzt, sind verkürzte Ru­he­zei­ten, auch bedingt durch das gestiegene Arbeitspensum während der Pandemie sowie der geringe Einfluss auf ihre Ar­beits­zeit­ge­stal­tung. Damit fehlt ihnen eine wichtige Ressource zur Erholung, um die hohen physischen und psy­chi­schen Anforderungen ihres Berufs zu bewältigen. Ar­beit­ge­ber sollten daher Beschäftigte bei der Schicht­plan­ge­stal­tung einbinden und Rücksicht auf per­­sön­­li­­che Belange nehmen. Verlässliche Ar­beits­zei­ten helfen dabei, berufliche und private An­for­de­run­gen besser zu vereinen.

Gerade unter den gestiegenen Anforderungen brauchen Pflegekräfte Unterstützung. Wie Mit­ar­bei­ter und Führungskräfte gleichermaßen gesund und motiviert bleiben, erfahren Sie hier.

Stand

Erstellt am: 12.05.2022

gesundes unternehmen – der Arbeitgeber-Newsletter der AOK NordWest AOK/Region ändern

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