Verbunden im Homeoffice – worauf es bei virtuellen Teams ankommt

Die dauerhafte Arbeit im Homeoffice ist für viele Beschäftigte eine Zerreißprobe. Doch es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Führungskräfte den Zu­sam­men­halt ihrer Teams nicht nur aufrechterhalten, sondern stärken können.

Das Wir-Gefühl stärken

Ob gemeinsames Brainstorming, spontaner Austausch am Schreibtisch oder einfach nur die Mög­lich­keit, bei einem Kaffee soziale Beziehungen zu stärken: Regelmäßiger persönlicher Kontakt ist ein essenzieller Baustein eines jeden Teams. Die Coronapandemie hat den sozialen Austausch aber größtenteils in die digitale Welt verlagert. Sicher sind virtuelle Konferenzsysteme mit Bild­über­tra­gung hilfreich und machen die Arbeit von zu Hause aus manchmal überhaupt erst mög­lich. Dennoch kann dauerhaftes Homeoffice den Teamgeist trüben, weil das Persönliche verloren geht.

Eine repräsentative Umfrage des Projekts psychische Gesundheit am Arbeitsplatz unter knapp 5.000 Beschäftigten zeigt, dass der erlebte Zusammenhalt unter virtuellen Teams abnimmt. Hat­ten zu Beginn der Coronapandemie noch rund 50 Prozent der Befragten die Situation im Home­of­fice als stärkend für das Team empfunden, waren es Ende 2020 nur noch 26 Prozent – Tendenz weiter sinkend. „Das Wir-Gefühl ist ein bedeutender Faktor für die Bewältigung der Krise“, sagt Studienautor Professor Joachim Fischer, Direktor des Instituts für Public Health der Medizinischen Fakultät Mannheim an der Universität Heidelberg. „Unternehmen sind jetzt gut beraten, in das Wir-Gefühl ihrer Beschäftigten zu investieren.“ Auf welche konkreten Strategien Führungskräfte dabei setzen können, zeigen folgende Tipps.

Sieben Tipps für Arbeitgeber

  1. Klare Meeting-Regeln: Für virtuelle Treffen sollten klare Standards vereinbart werden. Wer etwas sagen möchte, hebt virtuell die Hand. Zwischenfragen werden im Chat gestellt. Auch wichtig: Alle Beteiligten sollten ihre Kamera einschalten. Das verleiht dem Ganzen eine per­sön­li­che Note und den Teilnehmenden im wahrsten Sinne des Wortes mehr „Sichtbarkeit“.
     
  2. Proaktive Einbindung: Wenn Beschäftigte die Meeting-Agenden mitgestalten und Themen priorisieren können, fördert das nicht nur das Wir-Gefühl im vir­tu­el­len Team, sondern auch ihre Aufmerksamkeit und das Verständnis für Konferenztermine.
     
  3. Rollen wechseln: Wer übernimmt diese Woche die Rolle des Moderators? Wer die des Pro­to­kol­lan­ten? Eine abwechselnde Aufgabenverteilung bindet jeden Beschäftigten in den vir­tu­el­len Teamprozess ein.
     
  4. Größtmögliche Transparenz: Beschäftigte sollten in Meetings exakt kommunizieren, was sie aktuell auf dem Tisch haben und mit wem sie daran arbeiten. Das stärkt die Sichtbarkeit aller Teammitglieder und schafft zugleich Akzeptanz unter den Beschäftigten, die somit besser ver­ste­hen können, warum jemand ausgelastet ist. Darüber hinaus erlaubt es Füh­rungs­kräf­ten, Leistungen auch auf Distanz adäquat einzuschätzen.
     
  5. Lachen, motivieren, aufmuntern: Emotionen zu teilen, schafft Verbundenheit und gibt das Gefühl, unterstützt zu werden. Das gelingt beispielsweise mit einer humorvollen Fragerunde zu Beginn der virtuellen Konferenz. Oder mit einem Meeting am Freitagnachmittag, bei dem die Erfolge der Woche gemeinsam gefeiert werden.
     
  6. Virtuelle Mittagspause: Regelmäßige gemeinsame virtuelle Mittagspausen helfen den Be­schäf­tig­ten dabei, in Kontakt zu bleiben, und schaffen Verbundenheit im Team. Außerdem wird vermieden, am Homeoffice-Schreibtisch allein und gehetzt eine Kleinigkeit zu sich zu nehmen.
     
  7. Bürotage nutzen: Auch jene Beschäftigte, die weiterhin überwiegend von zu Hause aus arbei­ten, sollten mit ihren Teams gemeinsame Bürotage vereinbaren. Der persönliche Aus­tausch stärkt die virtuelle Zusammenarbeit und wird mit zunehmender Impfdurchdringung einfacher und sicherer.

So unterstützt die AOK

Das AOK-Online-Programm „Gesund führen“ beantwortet mit dem neuen Modul „Ich als Vernetzer“ wichtige Fragen zu den Herausforderungen, die sich für Führungskräfte und ihre Teams durch die Arbeit auf Distanz ergeben. Mehr zu dem interaktiven Online-Programm erfahren Sie hier.

Stand

Erstellt am: 15.09.2021

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