Betriebliche Gesundheit im Dezember

Lesen Sie im AOK-Arbeitgeber-Newsletter: Fachvorträge zur BGf * Stoßlüften schützt vor Covid-19 * Weniger Arbeitsunfälle * Offensive für psychische Ge­sund­heit * Morgenlicht macht produktiver * Homeoffice

Fachvorträge zur BGf online ansehen

Zu den Herausforderungen und Belastungen für die Gesundheit durch die heutige Arbeitswelt hat die AOK NORDWEST im Herbst zwei virtuelle Fachtagungen durchgeführt. Renommierte Experten informierten zu Themen wie Psychischer Gesundheit, modernen Arbeitswelten und – brandaktuell – Hygiene am Arbeitsplatz. Damit auch Interessierte, die nicht an den Tagungen teilnehmen konnten, von den Informationen der Gesundheitskasse profitieren, sind die Auf­zeichnun­gen der Vorträge im Arbeitgeberportal der AOK eingepflegt.

Zu den Beiträgen

Mit richtigem Lüften vor Covid-19 schützen

Immer mehr Deutsche infizieren sich mit dem Coronavirus. Umso wichtiger ist es, auch am Ar­beits­platz für möglichst sichere Verhältnisse zu sorgen. Eine wirkungsvolle Maßnahme ist laut einer aktuellen Publikation der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) das Stoßlüften. Wer Innenräume regelmäßig lüftet, kann die Virenkonzentration in der Luft verrin­gern und so das Infektionsrisiko senken. Die BAuA empfiehlt, im Winter Büroräume alle 60 Mi­nu­ten und Besprechungsräume alle 20 Minuten für jeweils drei bis zehn Minuten zu lüften. Möglich ist auch, die Fenster dauerhaft gekippt zu lassen.

Wer ganz sichergehen will, dass genug gelüftet wird, kann laut BAuA zudem den CO2-Gehalt in der Luft messen lassen, denn von der CO2-Konzentration in der Luft kann man auf die Menge schwebender Aerosole schließen. Das Messen geht beispielsweise mit einer CO2-Ampel, die es im Fachhandel zu kaufen gibt. Solche CO2-Ampeln geben zwar nicht an, wie hoch die Vi­ren­be­las­tung der Raumluft ist, aber sie sind ein guter Indikator. Es gilt: Eine CO2-Konzentration von ma­xi­mal 1.000 ppm und eine relative Luftfeuchte von 40 bis 60 Prozent sind erstrebenswert in der Zeit der Pandemie. Steigen die Werte darüber, muss dringend gelüftet werden. Solche CO2-Am­peln sehen aus wie ein kleines Raumthermometer und kosten ab circa 100 Euro.

Die Corona-Krise geht mit zahlreichen Empfehlungen und Sonderregelungen einher. Wie Sie Ihre Beschäftigten schützen, erfahren Sie mithilfe dieser Checkliste.

Weniger Arbeitsunfälle durch Corona-Krise

Im ersten Halbjahr 2020 gab es in Deutschland deutlich weniger Arbeitsunfälle als im Vor­jah­res­zeit­raum. Das hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung in ihrem Halbjahresbericht  er­mit­telt. Von Januar bis Juni haben sich rund 367.000 Menschen am Arbeitsplatz verletzt – und damit 15 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2019. Der Anteil der tödlichen Arbeitsunfälle reduzierte sich um fast ein Drittel, der der Wegeunfälle um ein Fünftel. Grund dafür sind die Ar­beit im Homeoffice, ein wochenlanger Lockdown und Kurzarbeit.

Damit so wenig Arbeitsunfälle wie möglich passieren, ist eine Gefährdungsbeurteilung des Ar­beits­plat­zes unerlässlich. Hier gibt es alle relevanten Informationen.

Gemeinsame Offensive für psychische Gesundheit

Andauernder Stress, Überforderung, Erschöpfung und Einsamkeit – die Offensive Psychische Ge­sund­heit setzt sich mit einer neuen Kampagne dafür ein, solche Belastungen ernst zu nehmen und offen mit ihnen umzugehen. Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Soziales, des Bundesministeriums für Gesundheit und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie verschiedener Partner aus dem Bereich Prä­ven­ti­on, darunter auch der AOK.

Zum offenen Umgang mit psychischen Problemen gehört zum Beispiel, als Arbeitgeber be­trof­fe­nen Mitarbeitern Unterstützung anzubieten. Denn viele Menschen tun sich schwer damit, über ihre seelischen Probleme zu sprechen, weil sie negative oder kritische Reaktionen fürchten. Die Kampagne wirbt dafür, bei sich selbst und bei Menschen im persönlichen Umfeld aufmerksam in Bezug auf die Psyche zu sein. Vermittelt werden unter anderem praktische Hinweise, wie das The­ma etwa von Vorgesetzten im beruflichen Umfeld niedrigschwellig angesprochen werden kann.

Einen Überblick über die Angebote, Ziele und Hintergründe der Kampagne finden Sie hier.

Richtige Lichtverhältnisse machen produktiver

Wer bei morgendlichem blauhaltigem Licht arbeitet, ist mental leistungsfähiger und erzielt bes­se­re Resultate. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Hochschule München. Die Forscher setzten die Probanden im Lichtlabor drei unterschiedlichen Lichtszenarien aus und ließen sie gleich­zeitig Aufgaben lösen. Die Beleuchtung entsprach der gängigen EU-Norm zur künstlichen Beleuchtung von Innenräumen mit einer Helligkeit von 500 Lux auf der Arbeitsoberfläche. Dann variierten die Forscher die Farbtemperatur des Lichts, also den Kelvin-Wert:

  • typisch neutral-weißes LED-Licht (4.000 Kelvin),
  • möglichst viel flächiges, kühl-blaues Licht von oben wie an einem hellen Morgen (7.000 Kelvin)
  • möglichst wenig Licht von oben von rötlicher Lichtfarbe wie am Abend (2.700 Kelvin)

Das Ergebnis: Waren die Teilnehmer im Labor morgendlichem Licht ausgesetzt, kostete sie das Ar­bei­ten weniger Energie als unter den anderen Bedingungen. Auch abendliches, sprich wärmeres Licht, steigerte die Produktivität mehr als das neutral-weiße Licht. Ob das Licht von der Sonne oder von einer Lampe kommt, ist dabei egal. Denn moderne LED-Beleuchtung lässt sich vielfältig anpassen und kann so natürliches Licht nachahmen. Es ist daher für Arbeitgeber ratsam, LEDs mit veränderbarer weißer Lichtfarbe einzusetzen.

Sie wollen wissen, wie Sie die Arbeitsplätze im Betrieb richtig ausleuchten und ge­sund­heits­ge­recht gestalten? Informationen dazu gibt es hier.

Homeoffice: Immer mehr Unternehmen stocken digital auf

Immer mehr Unternehmen schicken ihre Beschäftigten aufgrund der Corona-Pandemie ins Home­office und verbessern die digitale Ausstattung, um die Arbeit von zu Hause zu erleichtern. Dazu gehören insbesondere einheitliche Kommunikations-Softwares und digitale Plattformen, um die Zusammenarbeit zu vereinfachen. Rund ein Viertel aller Unternehmen hat während der Covid-19-Pandemie solche neuen digitalen Tools eingeführt, wie eine Personalleiterbefragung des Per­so­nal­dienst­leis­ters Randstad und des ifo Instituts ergab. Etwa ein Drittel nutzt digitale Tools stärker als vorher. Gleichzeitig glaubt ein Fünftel der Befragten, dass ihre Beschäftigten zu Hause pro­duk­ti­ver arbeiten. Allerdings können zu viele E-Mails, Nachrichten auf Plattformen oder Di­gi­tal­kon­fe­ren­zen auch eine Informationsflut verursachen, die Beschäftigte überfordert und stresst.

Wie Sie als Führungskraft am besten gemeinsam mit Ihren Beschäftigten einen pas­sen­den di­gi­ta­len Lösungsansatz finden und warum gute Organisation unentbehrlich dabei ist, erfahren Sie hier.

Stand

Erstellt am: 15.12.2020

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