Betriebliche Gesundheit im Juli

Lesen Sie im AOK-Arbeitgeber-Newsletter: Späterer Ruhestand bei Jobzufriedenheit * Kinderbetreuung im Homeoffice * Nachtarbeit in Teilzeit * Hitze im Büro

Gesund und gut gelaunt geht später in Rente

Vor allem die Gesundheit entscheidet darüber, ob Beschäftigte im Alter erwerbstätig bleiben oder frühzeitig in den Ruhestand gehen. Außerdem beeinflussen soziale Faktoren diesen Entschluss: Et­wa wie kollegial Mitarbeiter miteinander umgehen, ob die eigene Arbeitsleistung wertgeschätzt wird, wie interessant und abwechslungsreich die eigene Tätigkeit ist und wie viel Einfluss der Be­trof­fe­ne in seiner Position nehmen kann. Das geht aus einem Papier der Bundesanstalt für Ar­beits­schutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hervor. Empfinden Beschäftigte die Arbeitsbedingungen als positiv, motiviert sie das, länger im Job zu bleiben – selbst wenn sie gesundheitliche Be­schwer­den haben. Der Studienautor begründet das mit einer höheren Arbeitszufriedenheit und einer starken Verbundenheit mit dem Beruf.

Ein gutes Betriebsklima stärkt die Identifikation mit dem Job. Lesen Sie hier, wie Führungskräfte mit der sogenannten Glücksformel die psychische Gesundheit ihrer Beschäftigten stärken kön­nen.

Arbeitgeber erleichtern Kinderbetreuung in Corona-Zeiten

In der Corona-Krise zeigt sich die Mehrheit der Unternehmen verständnisvoll gegenüber Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen müssen. Im Rahmen einer aktuellen Studie der Online-Job­platt­form StepStone wurden die Teilnehmer zu verschiedenen Zeitpunkten der Corona-Pandemie be­fragt. Nach mehreren Wochen berichteten 81 Prozent der Befragten von einer zunehmend to­le­ran­ten Einstellung ihres Arbeitgebers. Auch gaben zwei Drittel der Studienteilnehmer an, dass ihre Vorgesetzten im Laufe der Corona-Krise kreative Lösungen suchten und umsetzten, um die Kinderbetreuung im Homeoffice zu erleichtern. So konnten Eltern zum Beispiel eine längere Mit­tags­pause einlegen, um sich um ihre Kinder zu kümmern. Im Gegenzug arbeiteten sie einige Stun­den am späteren Abend, wenn sie ungestört waren. Das ermöglichte es rund vier von zehn Beschäftigten, produktiver tätig zu sein als in den ersten Tagen des Homeoffice. Die Autoren er­klä­ren sich diese Entwicklung damit, dass in vielen Unternehmen zu Beginn der Krise Unsicherheit herrschte, wie Arbeitsabläufe und Kommunikation ohne persönlichen Kontakt – und mit Kind – funktionieren. Diese Unsicherheit habe sich mit zunehmender Routine gelegt.

Ein wertschätzender Führungsstil, der Mitarbeiter bei Entscheidungen einbezieht, ist wichtig für die Arbeitszufriedenheit und Motivation der Beschäftigten. Erfahren Sie hier, worauf es bei einer gesunden Führung noch ankommt.

Besser Teilzeit als Vollzeit bei durchgehender Nachtarbeit

Nachtarbeit gehört in Branchen wie dem Gesundheitswesen, bei der Polizei oder bei Wach­diens­ten zum Alltag. Gleichzeitig ist das Arbeiten in der Nacht nicht nur mit gesundheitlichen Risiken, sondern auch mit Belastungen für das Privatleben verbunden. Trotzdem sind die Beschäftigten zufriedener mit ihrer Life-Balance als Mitarbeiter in Wechselschicht, die nur hin und wieder nachts arbeiten. Das gilt besonders für Dauernachtarbeitende, die in Teilzeit tätig sind. Das sind beinahe ein Drittel (31 Prozent). Zum Vergleich: Bei den Arbeitenden in Wechselschicht mit Nachtanteil sind es nur 10 Prozent.

61 Prozent der Nachtarbeiter sprechen von einem positiven Gleichgewicht aus Arbeits- und Privatleben, heißt es in einem BAuA-Bericht. Bei denen, die in Wechselschicht mit Nachtanteil arbeiten, sind nur 55 Prozent damit zufrieden.

Die schlechte Nachricht: Nur etwas über die Hälfte der Dauernachtarbeitenden (51 Prozent) gibt an, über einen (sehr) guten allgemeinen Gesundheitszustand zu verfügen – egal ob in Teilzeit oder in Vollzeit gearbeitet wird. Bei Beschäftigten in Wechselschichtdienst mit Nachtanteil sind es mit 59 Prozent deutlich mehr, die ihren Gesundheitszustand als sehr gut bewerten. Das heißt, dass sie nicht unter typischen Beschwerden wie Rückenschmerzen, Erschöpfung, Schlafstörungen und Verdauungsproblemen leiden.

Bei durchgehender nächtlicher Schichtarbeit ohne Ruhephasen kann der Körper aus dem Takt kommen. Lesen Sie hier, wie Arbeitgeber Schichten möglichst gesund und sozial verträglich gestalten können.

Bei überhitzten Arbeitsräumen helfen frische Luft und Schatten

Im Hochsommer heizen sich Gebäude stark auf. Umso wichtiger ist es, dass Arbeitgeber be­trieb­liche Arbeitsbereiche kühl halten und ihren Mitarbeitern zugleich Empfehlungen für die Hit­ze­re­gu­lie­rung im heimischen Office geben. Welche Maßnahmen sich schnell und günstig umsetzen las­sen, hat das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung mit mehreren Partnern im For­schungs­projekt HeatResilientCity untersucht. Als besonders anfällig für Überhitzung iden­ti­fi­zier­ten die Wissenschaftler große Fensterflächen, eine schlechte Wärmedämmung von Dach­ge­schos­sen und wenig Luftaustausch in der Nacht. Die Forscher raten deshalb, Räume zu verschatten, etwa mit Hilfe von Außenjalousien oder auch Gardinen aus lichtundurchlässigem, stark re­flek­tie­ren­dem Material im Inneren des Gebäudes. Auch Lüften in der Nacht, den frühen Morgen- und den späten Abendstunden hilft. Wände, Böden und Decken, die die Sommerhitze speichern, können so besser abkühlen.

Ein weiterer Vorteil des regelmäßigen Durchlüftens: Es kann das Risiko verringern, sich mit dem Coronavirus anzustecken, denn der häufige Luftaustausch senkt die Belastung durch Aerosole, also winzige Tröpfchen, an denen die Krankheitserreger haften.

Laut Arbeitsstättenverordnung ist ein Arbeitsraum nicht mehr nutzbar, wenn 35 Grad Celsius überschritten werden. Was für ein gesundes Raumklima außerdem wichtig ist, lesen Sie hier.

Stand

Erstellt am: 14.07.2020

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