Fair führen für gesündere Mitarbeiter
07.10.2020 | Fehlzeiten-Report 2020

Fair führen für gesündere Mitarbeiter

Mit einem fairen und gerechten Führungsstil fördern Arbeitgeber die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter. Weniger krankheitsbedingte Fehltage sind die Folge, zeigt der Fehlzeiten-Report 2020 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Gerechtigkeit lohnt sich

Wer seine Mitarbeiter als Führungskraft gerecht und fair behandelt, sorgt für ein gesundes Betriebsklima – mit Beschäftigten, die weniger häufig krankheitsbedingt fehlen. Dies ist ein Ergebnis des Fehlzeiten-Reports 2020 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Für den Report mit dem Titel „Gerechtigkeit und Gesundheit“ wurden 2.500 bei der AOK versicherte Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt. Demnach kommen Mitarbeiter, die ihren Vorgesetzten die besten Noten für Fairness geben, durchschnittlich auf nur 12,7 Arbeitsunfähigkeitstage pro Jahr. Dagegen weist die Gruppe der Berufstätigen, die ihren Chef als eher ungerecht wahrnehmen, im Durchschnitt 15 Fehltage auf.

WIdO
Fehlzeiten-Report 2020

Unter dem Titel „Gerechtigkeit und Gesundheit“ liefert der aktuelle Fehlzeiten-Report viele wertvolle Informationen und Hinweise für Arbeitgeber und Führungskräfte.

Ungerechte Führung belastet die Psyche

Besonders deutlich ist der Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen und einer als ungerecht empfundenen Führung, bei der Vorgesetzte zum Beispiel Leistungen nicht anerkennen, schnell die Beherrschung verlieren, Mitarbeiter in extremen Fällen sogar anschreien oder sich über sie lustig machen. Nahezu ein Viertel der Beschäftigten, die nach eigener Aussage mit einem solchen Vorgesetzten arbeiten, berichten über Gefühle der Gereiztheit wie Wut und Ärger (23,3 Prozent), rund jeder Fünfte über Lustlosigkeit (21,2 Prozent), Erschöpfung (19,7 Prozent) oder Schlafstörungen (18,1 Prozent). Sogar körperliche Beschwerden wie Rücken- und Gelenkschmerzen (25,8  Prozent) oder Kopfschmerzen (10,2 Prozent) kommen häufiger vor.

Wunsch nach Anerkennung

Die Studie zeigt auch: Was für Beschäftigte im Job vor allem zählt, sind Anerkennung, Vertrauen und eine faire Streitkultur. Doch genau hier haben viele Unternehmen Nachholbedarf: Jedem zweiten Beschäftigten fehlt es derzeit an gerechten Konfliktlösungen im Unternehmen. Wertschätzung im Job vermissen 40,8 Prozent. Und auch die Rückendeckung kommt zu kurz: Rund ein Drittel der Befragten bemängelt, dass das Unternehmen nicht hinter den Beschäftigten steht.

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Führungskräfte haben es in der Hand

Auf dem Weg zu einem besseren und gesünderen Betriebsklima kommt der jeweiligen Führungskraft laut den Autoren des Fehlzeiten-Reports eine Schlüsselrolle zu. Denn ihr Handeln und ihr Umgang mit den Beschäftigten beeinflussen das Gerechtigkeitsempfinden der Mitarbeiter maßgeblich und damit auch deren gesundheitliche Verfassung. Wertschätzung zu zeigen, offen zu kommunizieren, Beschäftigte ihren Stärken gemäß einzusetzen und sie bei wichtigen Entscheidungen miteinzubeziehen, sind dabei wichtige Handlungsempfehlungen der WIdO-Autoren.

aok.de
Gesund führen

Das AOK-Programm Gesund führen unterstützt Führungskräfte dabei, ihre Mitarbeiter wertschätzend, gerecht und damit gesund zu führen und ihre innere Balance zu finden.

Stand

Erstellt am: 07.10.2020

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