Präsentismus bei Führungskräften in der Pflege
19.10.2021 | Krank zur Arbeit

Präsentismus bei Führungskräften in der Pflege

Eine aktuelle Studie der AOK zeigt, dass Präsentismus bei Führungskräften in Pflegeeinrichtungen verbreitet ist. Mehr als ein Fünftel der Befragten gibt an, sogar gegen den Rat eines Arztes zur Arbeit gegangen zu sein.

Jede dritte Führungskraft geht krank zur Arbeit

Viele Führungskräfte in der Pflegebranche lassen sich trotz akuter Gesundheitsbeschwerden nicht krankschreiben. Das ergab eine aktuelle bundesweite Befragung unter 500 Leitungskräften aus Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, die der AOK-Bundesverband in Auftrag gegeben hat. Mehr als ein Drittel der befragten Führungskräfte (36 Prozent) gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten krank zur Arbeit gegangen zu sein. Knapp ein Viertel der Befragten (23 Prozent) erklärten, sie seien sogar entgegen dem ausdrücklichen ärztlichen Rat arbeiten gegangen.

Pflichtbewusstsein ist einer der Hauptgründe

Dieses Verhalten nennt sich Präsentismus. Insgesamt zeigte jede zweite befragte in den zurückliegenden zwölf Monaten Präsentismus-Verhalten. 

Viele Beschäftige glauben offenbar, dass sie ihrem Unternehmen und den Kollegen etwas Gutes tun, wenn sie krank bei der Arbeit erscheinen. Das spiegelt sich auch in den Antworten der befragten Führungskräfte wider: So gaben 44 Prozent der Befragten Pflichtbewusstsein, Verantwortungsgefühl oder die eigene Vorbildfunktion als Gründe für ihr Verhalten an. Knapp ein Viertel (23 Prozent) begründete es mit Personalmangel, jede sechste Person (16 Prozent) mit hoher Arbeitsbelastung.

BGF beugt Präsentismus vor

Die beste Vorbeugung gegen Präsentismus besteht nach derzeitigem Forschungsstand in einer wertschätzenden Unternehmenskultur, in der die Gesundheit der Beschäftigten einen hohen Stellenwert hat. Darauf haben unter anderem das Wissenschaftliche Institut der AOK in seinem Fehlzeiten-Report 2021 ,„Betriebliche Prävention stärken – Lehren aus der Pandemie“ (PDF, 666KB) sowie Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München hingewiesen. 

Auch Fort- und Weiterbildungsangebote, die das Gesundheitswissen und damit die Ressourcen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärken, wirken sich positiv aus. Hier setzt die AOK mit ihrer neuen Initiative „Pflege.Kräfte.Stärken.“ für mehr Betriebliche Gesundheitsförderung in der Pflege an.

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Stand

Erstellt am: 20.10.2021

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