Expertenforum - JAE-Grenze

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Expertenforum

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  • 01
    JAE-Grenze
    Sehr geehrtes Expertenteam,
    ein Arbeitnehmer ist bis jetzt bei uns krankenversicherungspflichtig angemeldet. Ab 1.7.20 tritt er ein weiteres Arbeitsverhältnis an. Somit liegt eine Mehrfachbeschäftigung vor.
    Sein Arbeitsentgelt beträgt ab 1.7.20 zusammen € 5.800,00. Ist er ab 1.7.20 freiwillig zu versichern oder erst ab 1.1.21, falls auch die JAE-Grenze von 2021 überschritten wird?
    Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
  • 02
    RE: JAE-Grenze
    Guten Tag,
     
    der Arbeitgeber hat die Prüfung, ob das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt seiner Arbeitnehmer die maßgebende Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet, zu Beginn der Beschäftigung, bei jeder Veränderung des Entgelts und jeweils am Beginn eines neuen Kalenderjahres im Rahmen einer vorausschauenden Betrachtungsweise vorzunehmen.
     
    Ob das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt aus einer Beschäftigung bzw. mehreren Beschäftigungen die maßgebende Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt, ist in einer vorausschauenden Betrachtungsweise auf der Grundlage der gegenwärtigen und bei normalem Verlauf für ein Zeitjahr zu erwartenden Einkommensverhältnisse festzustellen. Besteht für den Arbeitnehmer zunächst Versicherungspflicht, weil die Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht überschritten wird, endet diese - im Falle der Entgelterhöhung -  mit Ablauf des Kalenderjahres des Überschreitens, vorausgesetzt, dass das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt auch die vom Beginn des nächsten Kalenderjahres an geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt (§ 6 Abs. 4 Satz 1 und 2 SGB V). Entsprechendes gilt im Falle des Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze aufgrund der Aufnahme einer weiteren (entweder mehr als geringfügigen oder zweiten oder weiteren geringfügigen) für sich betrachtet versicherungspflichtigen Beschäftigung.
     
    Nach § 6 Abs. 4 Satz 3 Sozialgesetzbuch (SGB) V dürfen Erhöhungen des Arbeitsentgelts erst von dem Zeitpunkt an berücksichtigt werden, von dem an der Anspruch auf das erhöhte Arbeitsentgelt besteht, und zwar auch dann, wenn Beginn und Höhe bereits vorher feststehen. Im Gegensatz zum Eintreten der Versicherungspflicht, die sofort erfolgt, scheidet der Mitarbeiter erst zum Ende des Kalenderjahres (31.12.2020) aus der Versicherungspflicht aus und zwar, wie Sie ganz richtig vermutet haben, nur, wenn auch die Jahresarbeitsentgeltgrenze von 2021 überschritten wird.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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