Sieben Tipps für einen fairen und gesunden Führungsstil

Leistungen anerkennen, wertschätzend kommunizieren, Mitarbeiter bei Entscheidungen miteinbeziehen – das zeichnet einen fairen Führungsstil aus. Dass der sich positiv auf die Leistung und Gesundheit der Mitarbeiter auswirkt, zeigt der aktuell erschienene Fehlzeiten-Report 2020 des Wissenschaftlichen Ins­tituts der AOK (WIdO).

Faire und gerechte Führung zahlt sich aus

Eine Führungskraft, die Aufgaben bedürfnisgerecht verteilt, auch in Stresszeiten auf Frei­zeit­aus­gleich bei den Beschäftigten achtet und Leistungen der Mitarbeiter anerkennt, hat einen we­sent­li­chen Anteil an einem gesunden Betriebsklima. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren des Fehl­zei­ten-Reports 2020, den das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) erstellt hat. Zu einer Führungskultur der Fairness gehöre außerdem, dass sich Beschäftigte gleichwertig behandelt und wertgeschätzt fühlen, dass transparent kommuniziert wird und Beschäftigte die Möglichkeit ha­ben mitzuentscheiden, etwa bei strategischen Planungen.

Ein solches Führungsverhalten zahlt sich aus, wie die Auswertung mehrerer Studien belegt. Denn nicht nur Wohlbefinden, Motivation und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten steigen dadurch. Be­schäf­tig­te fühlen sich laut den Autoren des Fehlzeiten-Reports 2020 in einem gerechten Ar­beits­um­feld auch weniger gestresst.

Umgekehrt sehen die Autoren nach Auswertung der Studien einen deutlichen Zusammenhang zwi­schen psychischen Erkrankungen und einer als ungerecht empfundenen Führung. Sie kann dem­nach dazu führen, dass Mitarbeiter häufiger krankheitsbedingt fehlen, stellen die Autoren des Reports fest. Das ist etwa der Fall, wenn Führungskräfte Leistungen nicht anerkennen, schnell die Beherrschung verlieren, Mitarbeiter in extremen Fällen sogar anschreien oder sich über sie lus­tig machen. Wenn sich Beschäftigte auf diese Art regelmäßig ungerecht behandelt fühlen, neh­men Stress und Burn-out-Risiko zu. Außerdem sinken Arbeitszufriedenheit und Leis­tungs­fä­hig­keit. Umso wichtiger ist daher, dass Vorgesetzte noch stärker darauf achten, ihr Team fair zu leiten.

WIdO
Fehlzeiten-Report 2020

„Gerechtigkeit und Gesundheit“

Der Fehlzeiten-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) erscheint jährlich als Buch. Der diesjährige Schwerpunkt lautet: „Gerechtigkeit und Gesundheit“. Neben Fachbeiträgen zu dem Schwerpunktthema finden Verantwortliche für Gesundheits- und Arbeitsschutz und Interessierte umfassende Daten und Analysen zur Entwicklung des Krankenstands der beschäftigten AOK-Versicherten in Deutschland.

Sieben Tipps für gerechtes Führen

Aus den Fachbeiträgen leiten die Autoren des Fehlzeiten-Reports mehrere Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für Führungskräfte ab:

  1. Wertschätzung zeigen: Beschäftigten ist es wichtig, dass Führungskräfte ihre Leistung wahr­neh­men und würdigen. Sorgen Sie daher dafür, dass immer diejenigen die Lorbeeren ernten, die sich in einem Projekt besonders angestrengt haben. Lassen Sie diesen Mitarbeitern zum Beispiel den Vortritt, wenn es darum geht, die Projektergebnisse zu präsentieren.
     
  2. Deutlich kommunizieren: Stellen Sie sicher, dass Ihr Team die Aufgaben verstanden hat, die es übernehmen soll. Die Informationen, die Sie Ihren Mitarbeitern zukommen lassen, sollten vollständig und korrekt sein. Nur so hat Ihr Team eine faire Chance, eine Aufgabe richtig zu bearbeiten.
     
  3. Partizipation ermöglichen: Haben Mitarbeiter den Eindruck, dass ihr Vorgesetzter nur über ihren Kopf hinweg entscheidet, fühlen sie sich nicht ernst genommen. Wirken Sie diesem Eindruck entgegen, indem Sie ihre Fachkenntnis einbeziehen und sie damit auch an wich­ti­gen Entscheidungen beteiligen.
     
  4. Kompetenzbasiert Aufgaben zuweisen: Wenn ein Beschäftigter unsicher im Kundengespräch ist und dennoch für die Akquise eingesetzt wird, ist Frust programmiert. Denn er hat das Ge­fühl, seine Stärken nicht zeigen zu können. Übertragen Sie daher im besten Fall Aufgaben an Ihre Mitarbeiter, in denen sie ihre besten Fähigkeiten entfalten können.
     
  5. Bedürfnisse berücksichtigen: Nicht jeder Beschäftigte kann die gleiche Leistung erbringen wie seine Kollegen – etwa, weil er eine Erkrankung hat oder familiär stark eingespannt ist. Behalten Sie diese individuellen Belastungen im Hinterkopf, wenn Sie Aufgaben verteilen, und ändern Sie Ihre Erwartungshaltung an betroffene Mitarbeiter.
     
  6. Fair belohnen: Richten sich Bonuszahlungen und Beförderungen nur danach, ob ein Be­schäf­tig­ter ein bestimmtes Profitziel erreicht hat, kann das das Konkurrenzgefühl im Team ver­stär­ken und zu unfairem Verhalten führen. Belohnen Sie daher auch diejenigen, die sich ihrem Team gegenüber fair verhalten – zum Beispiel, indem sie einem stark überlasteten Kollegen Arbeit abnehmen.
     
  7. Offen mit Konflikten umgehen: Lassen Sie nicht zu, dass unausgesprochener Streit zu Miss­ver­ständ­nis­sen führt. Sprechen Sie Ihre Mitarbeiter darauf an und ermöglichen Sie ein Ge­spräch zwi­schen den Konfliktparteien. Betrifft der Streitpunkt Sie als Führungskraft, ist es wichtig, dass Sie sich offen für Kritik zeigen und erkennbar auf Feedback reagieren.

So unterstützt die AOK

Das Online-Programm „Gesund führen“ der AOK bietet in sechs Modulen viel Praxiswissen. Füh­rungs­kräf­te trainieren dabei, Mitarbeiter zu fördern und auch selbst ihre innere Balance zu fin­den. Hier können Sie sich zu dem kostenfreien Programm anmelden.

Stand

Erstellt am: 14.10.2020

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