Gesund und sicher zusammenarbeiten in Corona-Zeiten

Für die Rückkehr an den Arbeitsplatz nach dem Corona-Lockdown ist eine besonnene Führung besonders wichtig. Professor Hannes Zacher, Ar­beits­psy­cho­lo­ge an der Universität Leipzig, gibt Führungskräften Tipps.

Vorbild sein und Mitarbeiter einbeziehen

In einigen Unternehmen kehrt die Belegschaft an den Arbeitsplatz zurück – sei es im Büro, in der Produktion oder im Handel. Diese Tipps von Professor Zacher zeigen, wie Führungskräfte ihr Team gesund und sicher zurück in die Normalität führen können.

  • Klare Regeln aufstellen: Geben Sie Ihren Mitarbeitern konkrete und eindeutige Anweisungen zu den neuen Hygienevorschriften. Erinnern Sie mit Hinweisen an neuralgischen Punkten – etwa in der Teeküche oder vor dem Aufzug – an den geltenden Mindestabstand. Stellen Sie am Eingang zum Betrieb, in Büros und Sanitärräumen Desinfektionsmittel bereit. Machen Sie zudem klar, dass Beschäftigte mit Krankheitssymptomen unbedingt zu Hause bleiben müssen.
  • Vorbild sein: Befolgen Sie selbst die gesundheitsbezogenen Regeln im Unternehmen strikt. Wenn Sie erwarten, dass die Mitarbeiter Abstand zueinander halten, rücken auch Sie nicht auf einen halben Meter an Ihr Gegenüber heran.
  • Aufgaben neu verteilen: Ändern Sie die Arbeitsabläufe, wenn es durch die Pandemie zum Beispiel weniger Kundschaft gibt. Es ist eine Führungsaufgabe, diesen Prozess zu begleiten. Werden in einem Café weniger Beschäftigte für das Bedienen der Gäste benötigt, überlegt man gemeinsam, welche anderen Aufgaben Mitarbeiter übernehmen können, zum Beispiel kleine Renovierungsarbeiten, das optische Aufpeppen der Speisekarte, die Abrechnung der Tageseinnahmen.
  • Mitarbeiter einbeziehen: Besprechen Sie in individuellen Rückkehrgesprächen mit Ihren Mit­ar­bei­tern, was in der Krise gut und was weniger gut gelaufen ist und was sich daraus lernen lässt. Stellt sich zum Beispiel heraus, dass viele Beschäftigte gute Erfahrungen mit dem Home­office gemacht haben, könnte man die Möglichkeit zur Heimarbeit fest in die Wochenplanung integrieren. Das hilft auch, die Belegschaft tageweise zu reduzieren, um enges Zu­sam­men­sit­zen in Büros zu vermeiden. Auch die Kommunikation ist einfacher und schneller geworden. Videokonferenzen können in Zukunft vielleicht hin und wieder zeitaufwendige Dienstreisen ersetzen.
  • Bedürfnisse ernst nehmen: Beschäftigte fühlen sich von der Krise unterschiedlich stark belastet. Während die einen überfordert und verängstigt sind, gehen andere gelassen mit der Situation um, etwa wenn sie genug soziale Unterstützung und materielle Ressourcen haben. Hören Sie Ihren Mitarbeitern genau zu. Schafft es ein Mitarbeiter in der aktuellen Situation nicht, Beruf und Familie zeitlich zu vereinen, könnten Sie ihm die Möglichkeit geben, stattdessen außerhalb der Kernzeiten zu arbeiten.
  • Transparent kommunizieren: Machen Sie klar deutlich, wie es zu einer unternehmerischen Entscheidung kam und wie sie sich auf das Team auswirkt. Beispielsweise stellt sich in vielen Betrieben die Frage, wer weiter im Homeoffice bleiben darf und wer nicht. Hier ist es wichtig klarzustellen, warum der eine zu Hause bleiben darf und der andere Präsenz zeigen muss, denn sonst fühlen sich Beschäftigte schnell ungerecht behandelt.

So unterstützt die AOK

Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt nachhaltig verändert. Für Arbeitgeber und Beschäftigte stellen sich im Homeoffice oder bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz viele neue Heraus­for­de­run­gen. Arbeitsabläufe, Kommunikation, Führungsaufgaben und Teamarbeit müssen neu gedacht werden. Mit der Kampagne „ZusammenArbeiten – Mit Abstand am besten“ un­ter­stützt die AOK Arbeitgeber auf diesem Weg. Weitere Informationen und hilfreiche Tipps finden Sie hier.

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Stand

Erstellt am: 14.07.2020

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