Abschalten vom Job

40 Prozent der Beschäftigten fällt es schwer, von der Arbeit abzuschalten, hat das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) herausgefunden. Im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern helfen, den Kopf abends und am Wochenende freizubekommen.

Wer abschalten kann, lebt gesünder

Beschäftigte, die sich in der Mittagspause, im Feierabend und im Urlaub mental vom Job lösen können, erholen sich besser, schlafen tiefer und haben eine höhere Lebenszufriedenheit.

Laut dem Fehlzeiten-Report 2019 des WIdO können allerdings 40 Prozent der befragten Be­schäf­tig­ten nur schlecht abschalten. Bestimmte Berufsgruppen sind besonders betroffen: So grenzen sich mehr als die Hälfte der Beschäftigten in sozialen Berufen, etwa Lehrkräfte und Erzieher, nur mit Mühe von der Arbeit ab. Auch nach Feierabend oder in der Mittagspause kreisen ihre Ge­dan­ken um den Job.

Die Studie erkennt mehrere typische Merkmale bei den Befragten: Je höher die Arbeitsmenge und je emotional belastender die Arbeitsinhalte, desto schwieriger wird es abzuschalten. Letztere können sowohl Stress mit Kollegen sein als auch der Arbeitsinhalt selbst, zum Beispiel im Um­gang mit herausfordernden Kindern. Auch wer unerledigte Aufgaben in die dringend er­for­der­li­chen Erholungsphasen verlegt – etwa in die Mittagspause oder in den Feierabend –, kann sich von der Arbeit nicht richtig abgrenzen. Die Folge: Die Arbeitnehmer schalten nicht oder nur we­nig ab.

Das können Arbeitgeber tun

Um ihre Beschäftigten beim Abschalten zu unterstützen, können Arbeitgeber an zwei Stellen ansetzen: Zum einen können sie verhältnisorientiert vorgehen, also die Arbeitsbedingungen verbessern, die das Abschalten erschweren.

Vorschläge zur verhältnisorientierten Verbesserung:

  • Versuchen Sie, den Zeitdruck der Beschäftigten zu minimieren. Geben Sie Beschäftigten mit sehr anspruchsvollen Aufgaben zum Beispiel mehr Zeit für ihre Projekte.
  • Schaffen Sie flexiblere Pausenregelungen: Lassen Sie Ihren Mitarbeitern die Freiheit, ihre Pause zeitlich und inhaltlich selbst zu organisieren.
  • Reduzieren Sie arbeitsbedingte Auslösefaktoren für das Nicht-abschalten-Können, zum Bei­spiel, indem Sie den Beschäftigten mit flexiblen Arbeitszeitmodellen Möglichkeiten zur Ver­ein­bar­keit von privaten und beruflichen Belangen geben.
  • Gestalten Sie die Arbeitsplatzumgebung so, dass das Abschalten von der Arbeit während der Ruhezeit verbessert wird. Dazu können etwa Erholungszonen festgelegt werden oder Bereiche, in denen Erholungsaktivitäten möglich sind.

Zum anderen können Sie als Arbeitgeber verhaltensorientierte Maßnahmen anbieten, die darauf abzielen, bei den Beschäftigten durch Trainings und Schulungen individuelle Ressourcen auf­zu­bau­en. Ihre Angebote könnten so aussehen:

  • Körperliche Ausgleichsübungen fördern: Veranstalten Sie regelmäßige freiwillige Sport- und Bewegungsaktionen in der Pause, um Mitarbeiter zu motivieren, ihre Pause aktiv zu gestalten.
  • Life-Balance fokussieren: Organisieren Sie einen Workshop, in dem Ihre Mitarbeiter lernen, eine klare Grenze zwischen Job und Privatleben zu ziehen. Dabei kann externe Unterstützung hilf­reich sein.
  • Achtsamkeitstrainings anbieten: Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter dabei, Stressfaktoren am Arbeitsplatz zu erkennen (zum Beispiel Zeitdruck, Arbeitsmenge, soziale Spannungen etwa im Team oder eine kritische Auftragslage) und die emotionalen und kognitiven Reaktionen darauf zu analysieren – etwa in Form eines Achtsamkeitstrainings. Darin sollten Ziele definiert werden und mit konkreten Beispielen aus dem Arbeitsleben gearbeitet werden.

Besonders förderlich für eine gelungene Prävention ist übrigens ein Mix aus verhaltens- und ver­hält­nis­ori­en­tier­ten Maßnahmen.

So unterstützt die AOK

Stressmanagement, Achtsamkeit oder Bewegungspausen: Bei den Experten für Betriebliche Gesund­heits­för­de­rung der AOK sind Sie an der richtigen Adresse. Informationen zu den pas­senden Maßnahmen und Angeboten, wie zum Beispiel unsere Workshops „Zeit- und Selbst­manage­ment“ oder „Im Stress nicht untergehen“ finden Sie hier. Oder kontaktieren Sie Ihren persönlichen Ansprechpartner. Hier finden Sie den Kontakt.

Stand

Erstellt am: 12.02.2020

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