Gesunder Arbeitsplatz in Büro, Produktion, Handwerk und Pflege

Ein gesundheitsgerechter Arbeitsplatz ist für Zufriedenheit und Wohlbefinden der Mitarbeiter von großer Bedeutung. In jeder Branche gibt es unterschiedliche Wege und Maßnahmen, die Arbeitsplätze so zu gestalten, dass gesundheitliche Belastungen auf ein Minimum reduziert werden.

Gesunder Arbeitsplatz im Büro

Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten arbeitet im Büro. Das bedeutet: langes Sitzen, sich konzentrieren, auf den Bildschirm schauen. Computerarbeit belastet den Rücken, den Schulter- und Nackenbereich. Auch die Augen werden stark beansprucht. Kommt es dadurch zu Überlastungen, melden sich viele Arbeitnehmer krank. Deshalb ist es ein sehr sinnvoller präventiver Schritt, Büroarbeitsplätze ergonomisch zu gestalten.

Zu einem gesundheitsgerechten Bildschirmarbeitsplatz gehören 

  • optimales Licht, 
  • das richtige Raumklima und 
  • möglichst wenig Lärm. 
  • Ebenfalls wichtig: regelmäßig Pausen einlegen. Ideal sind fünf bis zehn Minuten pro Stunde Bildschirmarbeit. 

Für Jobs mit starker PC-Bindung, wie beispielsweise im Callcenter oder bei der Dateneingabe, werden sogar bis zu 15 Minuten pro Stunde empfohlen. Wer selbstbestimmt arbeitet, kann sich durch Apps oder einen Wecker an die nächste Pause erinnern lassen.

Generell haben mehrere kurze Pausen über den Tag verteilt einen größeren Erholungswert als eine lange und sollten in geeigneten Pausenräumen oder – wenn möglich – an der frischen Luft verbracht werden. Für eine gesunde Pause sind Ausgleichsübungen für den Rücken, Entspannungsübungen für die Augen oder ein nettes Gespräch mit Kollegen sinnvoll.

Gesunder Arbeitsplatz in der Produktion

In Deutschland ist die Produktion mit ihren hoch qualifizierten Facharbeitern und Ingenieuren ein wichtiger Grundpfeiler der Wirtschaft – auch wenn die Zahl der Arbeitsplätze in den vergangenen Jahren leicht gesunken ist. Körperliche Belastungen und Schichtarbeit sind in der Produktion die Regel. Die Beschäftigten klagen oft über Rückenprobleme wie Verspannungen, Hexenschuss oder Bandscheibenvorfall.

Gerade im produzierenden Gewerbe ist es daher entscheidend, gesunde Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten zu schaffen, die motivieren, körperlich nicht unnötig belasten und für Wohlbefinden sorgen. Wie im Büro gehören

  • eine qualifizierte Führung,
  • keine Lärmbelastung,
  • gute Lichtverhältnisse und
  • ein gesundes Raumklima

zu den wichtigen Kriterien für Gesundheit am Arbeitsplatz.

Wie Aspekte der Ergonomie, der Arbeitsschutz und die Arbeitssicherheit wirkungsvoll berücksichtigt werden können, spielt beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement in der Produktion ebenfalls eine große Rolle.

Gesunder Arbeitsplatz im Handwerk

Das Handwerk bildet mit seinen kleinen und mittleren Betrieben das Kernstück der deutschen Wirtschaft. Es gibt derzeit rund eine Million Handwerksbetriebe. Dort arbeiten mehr als fünf Millionen Menschen, hinzu kommen knapp 400.000 Auszubildende. Damit sind über zwölf Prozent aller Erwerbstätigen und fast 30 Prozent aller Azubis in Deutschland im Handwerk tätig.

Wichtige Eckpfeiler einer gesunden Arbeitsplatzgestaltung im Handwerk:

  • Ergonomie
  • Möglichst geringe Lärmbelastung
  • Richtige Beleuchtung
  • Gutes Raumklima

Auch gesundheitsgerechtes Verhalten der Beschäftigten trägt wesentlich zum Erfolg des Handwerksbetriebes bei.

Kooperation von Handwerkern gleicher Gewerke

Wichtig zu wissen: Handwerksbetriebe der gleichen Gewerke können sich für eine besonders effiziente Betriebliche Gesundheitsförderung zusammenschließen. Das spart Ressourcen und schafft Synergieeffekte. Gemeinsam mit der Krankenkasse werden dann gezielt Maßnahmen geplant und durchgeführt.

Anschließend erhält jeder Betrieb die Analyseergebnisse für das eigene Unternehmen und darüber hinaus weiterführende Ergebnisse aller Betriebe der regionalen Branche.

Die Bilanz fällt in der Regel positiv aus: Handwerksbetriebe, die mit anderen zusammenarbeiten, sich gegenseitig unterstützen und voneinander lernen, haben größere betriebswirtschaftliche Erfolge.

Gesunder Arbeitsplatz im Dienstleistungsbereich

In Deutschland arbeiten drei von vier Beschäftigten im Dienstleistungssektor. Der Sektor wächst: Vor allem im Dienstleistungsbereich, der mit der Produktion verbunden ist, entstehen viele neue Arbeitsplätze.

Die krankheitsbedingten Fehlzeiten der vergangenen Jahre zeigen aber auch: Es lohnt sich, auch im Dienstleistungssektor vermehrt auf die gesundheitsgerechte Gestaltung der Arbeitsplätze zu achten. Laut AOK Fehlzeiten-Report 2018 verursachen Muskel- und Skeletterkrankungen fast jede dritte krankheitsbedingte Fehlzeit. Psychische Erkrankungen, die zudem oft sehr langwierig sind, nehmen stetig zu.

Wichtige Eckpfeiler einer gesunden Arbeitsplatzgestaltung im Dienstleistungssektor:

  • Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung bei überwiegend sitzender Tätigkeit
  • Entlastungsmöglichkeiten bei überwiegend stehender Tätigkeit
  • Gute Beleuchtung
  • Angenehmes Raumklima

Gesunder Arbeitsplatz in der Pflege

Für die Beschäftigten in der Pflege ist eine gesunde Arbeitsplatzgestaltung enorm wichtig. Und die Bedeutung wird in Zukunft weiter ansteigen.

Schon heute befinden sich Pflegekräfte in einem Spannungsfeld: Am Arbeitsplatz sind sie hohen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Sie arbeiten

  • rund um die Uhr im Schichtdienst,
  • stehen unter hohem Zeitdruck und
  • müssen mit emotional sehr belastenden Situationen umgehen.

Auf der anderen Seite erwarten die Pflegebedürftigen und Angehörigen von den Pflegekräften

  • stets ein offenes Ohr,  
  • Verständnis für ihre Wünsche und
  • ihre individuellen Anforderungen.

Durch hohe Arbeitsbelastung und die teilweise fehlende gesellschaftliche Wertschätzung (der immer wichtiger werdenden Tätigkeit) verliert der Pflegeberuf an Attraktivität. Schon heute ist es für viele Unternehmen schwer, geeignetes Pflegepersonal zu finden.

Ein Unternehmen, das sich „gesunde Pflege“ auf die Fahnen geschrieben hat und weiter erfolgreich im Markt bestehen möchte, behält auch die Gesundheit der Beschäftigten im Blick.

Angebote zum Stressmanagement, zu Bewegung und Ernährung sollten fester Bestandteil im Fort- und Weiterbildungskanon einer Pflegeeinrichtung sein. Angesichts der Schichtarbeit kommt der Arbeitsorganisation, vor allem der Arbeitszeitgestaltung, oft eine besondere Bedeutung zu. Viele Pflegekräfte wünschen sich, Beruf, Familie und Freizeit besser vereinbaren zu können.

Betriebe der stationären und ambulanten Pflege wissen, dass ihre Mitarbeiter besondere körperliche und psychische Herausforderungen im Arbeitsalltag zu meistern haben. Für diese Unternehmen bietet die AOK Niedersachsen spezielle Angebote der Betrieblichen Gesundheitsförderung an.

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„Gesunde Pflege“ ist das Angebot der AOK Niedersachsen das speziell ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen adressiert.

BGF in Kleinbetrieben

40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten in Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern, und 95,5 Prozent aller Betriebe sind Kleinst- und Kleinbetriebe. Sie müssen mit geringen Ressourcen auskommen und schnell pragmatische Ergebnisse erzielen. Aufgrund der großen Bedeutung der Kleinbetriebe stellt die AOK verschiedene Angebote zur Verfügung, die kontinuierlich ausgebaut werden.

Das Forum KMU (kleinere und mittlere Unternehmen) des Deutschen Netzwerkes für Betriebliche Gesundheitsförderung (DNBGF) hat ein Positionspapier verfasst, in dem die Bedeutung der Betrieblichen Gesundheitsförderung unterstrichen wird. So kann jeder Kleinbetrieb die Gesundheit der Beschäftigten verbessern und erhalten.

Dokumente zum Download von der AOK Niedersachsen AOK/Region ändern

Stand

Erstellt am: 01.07.2019

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