Maßnahmen für ein Betriebliches Gesundheitsmanagement

Ein erfolgreiches Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) greift die lebendige Kultur des Unternehmens auf und entwickelt sie zielorientiert weiter. Die AOK Niedersachsen unterstützt Firmen dabei. Ziel ist ein systematisches Vorgehen, das auf den längerfristigen Erfolg ausgerichtet ist.

Kriterien für ein erfolgreiches Gesund­heits­manage­ment

Um langfristigen Erfolg sicherzustellen, sind folgende Bausteine unentbehrlich, die natürlich an den jeweiligen betrieblichen Rahmen angepasst werden:

  • Klare, immer wieder überprüfte Ziele
  • Eine angemessene Analysephase
  • Die konsequente Einbindung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter und Führungskräfte
  • Eine gleichgewichtige Entwicklung der persönlichen Ressourcen und Verhaltensweisen, der Strukturen, Prozesse und betrieblichen Bedingungen
  • Die Schaffung eines Gesundheitscontrollings, das in Größe und Komplexität zum Unternehmen passt
  • Die Übertragung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten des Betrieblichen Gesundheitsmanagements vor dem Projektabschluss.

Erklärtes Ziel sind dabei zwei Dinge: das Wohlbefinden der Beschäftigten zu verbessern und die Produktivität des Unternehmens zu steigern. Das gelingt mit dem Aufbau eines Betrieblichen Gesundheitsmanagementsystems (BGM), bei dem Leistungsmodule und Instrumente zum Einsatz kommen, die sich in der Praxis bereits vielfältig bewährt haben.

Fehlzeitenanalyse

Die Fehlzeitenanalyse gibt erste Auskunft über das Krankheitsgeschehen im Unternehmen. Grundlage der Analyse sind die anonymisierten Daten, die der AOK über die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen ihrer Versicherten zur Verfügung stehen. Die ausgewerteten Daten können im Vergleich zur Branche in Niedersachsen oder bundesweit ausgewiesen werden.

Fehlzeitenanalysen

  • helfen, Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zielgerichtet, effektiv und effizient zu planen,
  • können helfen, die Diskussion über Krankenstände zu versachlichen,
  • fördern eine offene Kommunikation über Gesundheit und Krankheit im Unternehmen,
  • tragen dazu bei, die Wirkung von Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen zu überprüfen.

Je nach Bedarf werden unter anderem folgende Kennzahlen ausgewertet:

  • Krankenstand
  • Arbeitsunfähigkeitsquote
  • Anzahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle und -tage
  • Dauer der Arbeitsunfähigkeitsfälle
  • Relevante Erkrankungsschwerpunkte

Die Daten können beispielsweise nach Geschlecht, Altersgruppen oder Tätigkeiten ausgewertet werden oder nach Kostenstellen oder Abteilungen aufgeschlüsselt werden.

Mitarbeiterbefragungen

Eine Mitarbeiterbefragung gibt den Beschäftigten die Möglichkeit, Einfluss auf ihre Situation am Arbeitsplatz zu nehmen. Der Erfolg der Befragung ist umso höher, je mehr Vorgesetzte die Probleme der Mitarbeiter ernst nehmen und gemeinsam mit ihnen an den aufgedeckten Schwachstellen Veränderungsprozesse in Gang setzen.

Das eingesetzte Befragungsinstrument erfasst die Einschätzung der Beschäftigten zu arbeits- und gesundheitsrelevanten Faktoren. Unter Wahrung der vollständigen Anonymität sind Auswertungen für ihr gesamtes Unternehmen sowie für einzelne Bereiche und Altersgruppen möglich.

Bei der Auswertung kann der Fokus auf ganz unterschiedliche Aspekte gelegt werden, zum Beispiel:

  • Kollegenbeziehungen
  • Vorgesetztenverhalten
  • Aufgabengestaltung
  • Arbeitsunterbrechungen
  • Leistungsanforderungen
  • Mitsprache- und Beteiligungsaktivitäten
  • Umgang mit Informationen
  • Einstellung zur Arbeit

Außerdem werden subjektive Beschwerden der Mitarbeiter zu den Themen Schmerzen, Befindlichkeiten und Herz-Kreislauf-Beschwerden erhoben.

Arbeitssituations­analyse

Die Arbeitssituationsanalyse ermöglicht in kurzer Zeit unter Beteiligung großer Teile der Belegschaft eine umfassende Schwachstellenanalyse der betrieblichen Arbeitsbedingungen. In einem moderierten Gruppendiskussionsverfahren werden Auslöser für nicht zufriedenstellende und gesundheitsbelastende Aspekte der Arbeitssituation aus Sicht der Mitarbeiter erarbeitet. Dazu erhalten Sie Anstöße für konkrete Verbesserungen der Arbeitsverhältnisse. Die Beteiligung vieler Mitarbeiter vereinfacht dabei die innerbetriebliche Kommunikation.

Gesundheitszirkel

Gesundheitszirkel haben vergleichbare Ziele wie die Arbeitssituationsanalyse. Sie sind aber von ihrer Struktur offener und tiefgehender in der Analyse und bei der aktiven Erarbeitung und Umsetzung von Lösungsvorschlägen.

Im Gesundheitszirkel werden

  • durch die Aktivierung des Erfahrungswissens der Beteiligten verschüttete Kompetenzen nachgefragt und verlorene Motivationen wieder aufgebaut,
  • die Teilnehmer für ihr persönliches Gesundheitsverhalten bei der Arbeit und in ihrer Freizeit sensibilisiert,
  • gezielt gesundheitsfördernde Maßnahmen und Ansatzpunkte zum Abbau von Belastungen entwickelt.

Workshop „Führung und Gesundheit“

Dieser Workshop richtet sich an Führungskräfte, deren Unternehmen sich in einem Beratungsprozess zur Einführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements befindet. Er ist in ein Projekt eingebettet und nicht einzeln buchbar.

Eine gesundheitsgerechte Führung ist maßgeblich für die Gesundheits- und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden. Führungskräfte haben dabei eine besondere Rolle, denn sie haben erheblichen Einfluss auf die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten der Beschäftigten, was sich sowohl positiv als auch negativ auswirken kann. In dem Workshop reflektieren die Teilnehmenden ihr eigenes Führungsverhalten und erarbeiten gesundheitsförderliche Handlungsfelder für den betrieblichen Alltag.

Weiterführende Informationen finden Sie im Informationsblatt:

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Betriebliches Gesundheitsmanagement für Kleinunternehmen

„Gesunde Kleinbetriebe“ ist ein Angebot der AOK Niedersachsen und richtet sich speziell an Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten. Denn auch in kleinen Unter­nehmen gilt: Gesunde Beschäftigte sind die Basis für den Erfolg.

Die AOK Niedersachsen verfügt über 20 Jahre Erfahrung in Betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) von niedersächsischen Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Betriebsgrößen.

Ziel des Angebots ist der Aufbau und die Einrichtung eines systematischen Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Klein- und Kleinstbetriebe weisen gegenüber großen und auch größeren mittelständischen Unternehmen eine Reihe von Unterschieden auf, die für die Planung und Umsetzung Betrieblicher Gesundheitsförderung wichtig sind.

Über geeignete Analyseinstrumente, wie die Arbeitssituationserfassung, werden die Beschäftigten an dem Verfahren beteiligt und in den Prozess mit einbezogen. Das erhöht die Akzeptanz und die Nachhaltigkeit. Eine zusätzliche Ergonomieberatung bietet die Möglichkeit, die körperliche Gesundheit der Beschäftigten gezielt zu verbessern.

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