Neue WIdO-Zahlen: Auswertung der Fehlzeiten durch Covid-19
29.04.2021 | 12 Monate Coronapandemie

Neue WIdO-Zahlen: Auswertung der Fehlzeiten durch Covid-19

Jeder zwölfte an Covid-19 erkrankte Beschäftigte musste stationär behandelt werden. Das zeigt eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zu den Covid-19-bedingten Fehlzeiten von AOK -Mitgliedern nach einem Jahr Pandemie.

Fehlzeiten durch Corona von März 2020 bis Februar 2021

Eine Zwölf-Monats-Bilanz der Arbeitsunfähigkeitsdaten von AOK-Mitgliedern   zeigt, dass in dieser Zeit 2,6 Prozent der Erwerbstätigen im Zusammenhang mit Covid-19 am Arbeitsplatz gefehlt haben. Acht Prozent der Betroffenen mit Nachweis des SARS-CoV-2-Virus mussten im Krankenhaus behandelt werden, 2,6 Prozent dieser stationär Behandelten sind im Krankenhaus verstorben. Dabei sind die jüngsten Zahlen der sogenannten dritten Welle in der Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) in der Statistik noch nicht erfasst: Es wurden die Fehlzeiten des ersten Jahres Pandemie zwischen März 2020 und Februar 2021 untersucht.

Für Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO, sprechen diese Zahlen aus den ersten zwölf Pandemie-Monaten für den Ernst einer SARS-CoV-2-Infektion: „Die Rate der Krankenhausaufenthalte unter den Erwerbstätigen ist in der zweiten Welle ab Oktober noch einmal gestiegen. Unternehmen sollten so weit wie möglich darauf hinwirken, dass ihre Beschäftigten im Homeoffice arbeiten“. Wo dies nicht möglich sei, müsse auf die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen am Arbeitsplatz geachtet werden, so Schröder. Zudem sollten Arbeitgeber ihren Beschäftigten die Möglichkeit zu Selbsttests anbieten.

Die vorläufige Bilanz nach zwölf Monaten Pandemie

  • Von den 14,1 Millionen AOK-versicherten Erwerbstätigen wurden im Zeitraum zwischen März 2020 bis Februar 2021 insgesamt 362.627 Beschäftigte von einem Arzt im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose krankgeschrieben, das entspricht 2,6 Prozent.
  • Von den fast 217.000 AOK-versicherten Erwerbstätigen, die von März 2020 bis Februar 2021 wegen Covid-19 mit dokumentiertem Nachweis des SARS-CoV-2-Virus krankgeschrieben waren, mussten über 17.000 Erwerbstätige aufgrund einer im Labor bestätigten Covid-19-Diagnose in einem Krankenhaus behandelt werden (8,0 Prozent). Das entspricht 122 Betroffenen je 100.000 AOK-versicherte Beschäftigte.
  • Fast 460 dieser stationär behandelten AOK-versicherten Erwerbstätigen mit dokumentierter Covid-19-Diagnose sind im Betrachtungszeitraum im Krankenhaus verstorben (2,6 Prozent).

„Diese vorläufigen Ergebnisse machen deutlich, welche schwerwiegenden Auswirkungen Covid-19 auf die Gesundheit der erwerbstätigen Bevölkerung hat“, so Schröder.

Ältere Arbeitnehmer mit schwereren Verläufen

Von einem schweren Covid-19-Verlauf sind eher die älteren Erwerbstätigen betroffen: Während der Altersdurchschnitt der AOK-versicherten Erwerbstätigen mit einer Covid-19-bedingten Arbeitsunfähigkeit bei 42 Jahren lag, waren diejenigen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, im Schnitt sechs Jahre älter (Durchschnittsalter: 48 Jahre).

Pflege- und Erziehungsberufe häufiger von Corona betroffen

Eine Auswertung nach Berufsgruppen für die ersten zwölf Monate der Pandemie bestätigt die Ergebnisse früherer Auswertungen: Neben Berufen in der Altenpflege (5.409 je 100.000 Beschäftigte) waren insbesondere Berufe in der Gesundheits- und Krankenpflege (5.338 je 100.000 Beschäftigte) sowie in der Kinderbetreuung und -erziehung (5.237 je 100.000 Beschäftigte) stark von Covid-19-bedingten Krankschreibungen betroffen. Die niedrigsten Covid-19-bedingten Fehlzeiten wiesen Berufe in der Landwirtschaft (682 Betroffene je 100.000 Beschäftigte) sowie in der Hochschullehre und Forschung (898 Betroffene je 100.000 Beschäftigte) auf.

„Die Ergebnisse verdeutlichen, dass vor allem Berufsgruppen von Covid-19 betroffen sind, deren Beschäftigte auch in den Hochphasen der Pandemie mit vielen Menschen in Kontakt kommen. Die Entscheidung der Politik, diesen Berufsgruppen auch prioritär ein Impfangebot zu unterbreiten, erscheint somit nachvollziehbar“, so Schröder. Tätigkeiten, die eher in der freien Natur oder im Homeoffice ausgeübt werden, waren mit einem niedrigeren Infektionsrisiko verbunden.

aok-bv
Weitere Zahlen zu Fehlzeiten

Die Entwicklung der Fehlzeiten durch Covid-19 im Jahresverlauf und weitere Analysen zu anderen Krankheitsursachen.

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