Arbeitsunfähigkeit: Corona trifft manche Branchen stärker
15.07.2020 | Fehlzeiten durch Corona

Arbeitsunfähigkeit: Corona trifft manche Branchen stärker

Pflegekräfte mussten sich wegen Covid 19 am häufigsten arbeitsunfähig melden. Bei Krankenhausaufenthalten wegen Corona sind Beschäftigte in der Fleischverarbeitung allerdings noch stärker betroffen.

Krankschreibungen und Aufenthalte im Krankenhaus

Beschäftigte in Gesundheitsberufen waren von März bis Mai 2020 am stärksten von Krankschreibungen im Zusammenhang mit Covid-19 betroffen. Eine Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten der AOK-versicherten Beschäftigten durch das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) zeigt: in diesem Zeitraum fehlten 1.283 je 100.000 Beschäftigte in der Altenpflege im Zusammenhang mit Covid-19 bei der Arbeit. Verglichen mit dem Durchschnittswert der übrigen AOK-versicherten Beschäftigten waren Pflegekräfte damit 2,5-mal häufiger arbeitsunfähig. Dazu passt, dass Beschäftigte in der Altenpflege auch häufiger im Krankenhaus wegen Covid-19 behandelt wurden (157 je 100.000 Beschäftigte). Am häufigsten wurden aber Beschäftigte aus der Fleischverarbeitung mit Covid-19 in ein Krankenhaus eingewiesen (173 je 100.000 Beschäftigte). Der Vergleichswert aller AOK-Mitglieder liegt bei 91 je 100.000 Beschäftigen.

Im Durchschnitt sieben Tage in der Klinik

Insgesamt wurden von März bis Mai 2020 circa 10.500 AOK-versicherte Erwerbstätige im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 in einem Krankenhaus behandelt. Die durchschnittliche Behandlungsdauer lag bei etwa sieben Tagen. Zu einem schweren Covid-19-Verlauf kam es eher bei älteren Erwerbstätigen. Von 100.000 Beschäftigten über 60 Jahren wurden 168 stationär behandelt. Bei jüngeren Beschäftigten unter 20 Jahren liegt der Vergleichswert bei weniger als einem Drittel (51 je 100.000 Beschäftigte).

WIdO
Fehltage wegen Covid 19

Während der Corona-Krise waren manche Berufsgruppe stärker von Arbeitsunfähigkeit betroffen.

Frauen und junge Beschäftigte am häufigsten arbeitsunfähig

Insgesamt erhielten 0,5 Prozent der 11,6 Millionen AOK-versicherten Erwerbstätigen von März bis Mai 2020 von einem Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose. Dabei waren Frauen häufiger (0,6 Prozent) betroffen als Männer (0,4 Prozent). Unter den jüngeren Beschäftigten bis zu 20 Jahren waren Krankmeldungen mit Bezug zu Covid-19 am häufigsten (0,7 Prozent), bei den 30- bis 39-jährigen Erwerbstätigen am seltensten (0,4 Prozent).

Beschäftigte im Homeoffice oder in freier Natur weniger betroffen

Tätigkeiten, die eher im Homeoffice oder in der freien Natur ausgeübt werden, waren laut der Auswertung mit einem niedrigeren Infektionsrisiko verbunden. Auch Beschäftigte, die ihren Beruf wegen des Kontaktverbots nicht ausüben konnten, hatten ein deutlich reduziertes Risiko zu erkranken. Hierzu zählen beispielsweise Berufe in der Gastronomie (208 Betroffene je 100.000 Beschäftigte) oder im Kosmetikgewerbe (177 Betroffene je 100.000 Beschäftigte).

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Stand

Erstellt am: 15.07.2020

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