Post-Holiday-Syndrom: Arbeitsfrust verhindern

Kehren Beschäftigte aus dem Urlaub zurück, können sie in ein Stimmungs- und Leistungstief fallen. Dieses sogenannte Post-Holiday-Syndrom drückt sich in Gefühlen von unter anderem Ohnmacht, Frust und Müdigkeit aus. Arbeitgeber können mit gezielten Maßnahmen dafür sorgen, dass die Rückkehr aus dem Urlaub gelingt.

Auf den Punkt gebracht

  • Das „Post-Holiday-Syndrom“ beschreibt ein Leistungs- und Stimmungstief, in das Mitarbeitende nach dem Urlaub fallen können.
  • Arbeitgeber können im Betrieb reagieren, zum Beispiel durch Festlegen von Übergaben, der Etablierung einer Willkommenskultur oder der Erleichterung des Wiedereinstiegs in den Arbeitsalltag.

Ohnmacht, Frust, Müdigkeit

Unter Post-Holiday-Syndrom verstehen Arbeitspsychologinnen und Arbeitspsychologen ein Leistungs- und Stimmungstief, in das Mitarbeitende in den ersten Tagen direkt nach dem Urlaub fallen können. Es kann sowohl körperliche als auch psychische Folgen wie Stress oder negative Stimmung haben. Das Post-Holiday-Syndrom entsteht, weil der Körper nach dem Urlaub im Entspannungsmodus ist und sich erst wieder an die Arbeitsbelastung gewöhnen muss. Um dem Stimmungstief nach dem Urlaub vorzubeugen, hat die Arbeitspsychologin Prof. Dr. Laura Venz von der Leuphana Universität Lüneburg vier Tipps für Arbeitgeber:    

Zurück aus dem Urlaub: Das können Arbeitgeber sofort tun

  1. Regeln festlegen: Für eine gute Urlaubsübergabe zu sorgen, kann schon vor dem Urlaub gegen das Tief danach wirken. Damit das gelingt, können Arbeitgeber dort, wo es nicht selbstverständlich ist, darauf hinwirken, dass Teams Regeln festlegen. Alle klären vor der Abwesenheit beispielsweise: Wer vertritt mich? Hat meine Vertretung alle Informationen und Zugänge, die sie braucht? Habe ich eine Abwesenheitsnotiz eingerichtet? Habe ich alle Kollegen und Kolleginnen rechtzeitig über meine Reise informiert?
  2. Willkommenskultur leben: Zeigen Sie Interesse an den Mitarbeitenden. Im Idealfall begrüßen Führungskräfte sie persönlich und fragen sie nach Urlaubseindrücken oder -erlebnissen. Die Botschaft hinter dem ernst gemeinten Interesse lautet: Erholung wird als wichtig wahrgenommen und wertgeschätzt.
  3. Mitarbeitende im Arbeitsalltag ankommen lassen: Den ersten Tag nicht komplett verplanen. Geben Sie Mitarbeitenden ein paar Tage Zeit, sich wieder einzugewöhnen und sich im Arbeitsalltag zu orientieren. Dosieren Sie die Anforderungen in den Anfangstagen, größere Freiheiten wirken sich ohnehin positiv auf Betriebsklima und Arbeitsleistung aus. Rückkehrende können zunächst auch auf jedes zweite Meeting oder jeden zweiten Kundentermin verzichten. Berichten Sie außerdem auch über wichtige Ereignisse und Neuerungen, die sich während ihrer Abwesenheit ereignet haben.
  4. Interessierte Selbstgefährdung vermeiden: Manche Beschäftigten stürzen sich nach dem Urlaub in die Arbeit – oder haben im Urlaub erst gar nicht richtig abgeschaltet. Das kann in modern geführten Unternehmen auch in interessierter Selbstgefährdung enden: Sie liegt zum Beispiel vor, wenn Mitarbeitende krank zur Arbeit kommen, auf Erholungspausen verzichten, am Wochenende oder im Urlaub arbeiten. Um das zu vermeiden, können Führungskräfte ihre Beschäftigten auf gesetzliche und gesundheitlich wichtige Pausen- und Ruhephasen hinweisen. Das kann sich außerdem positiv auf die Leistung und das Betriebsklima auswirken.

So unterstützt die AOK

Mit den sechs Modulen des Programms „Gesund führen“ hilft die AOK Führungskräften dabei, ihr Führungsverhalten zu reflektieren und zu verbessern, die eigene Gesundheit zu stärken und Mitarbeitende gesund und leistungsfähig zu erhalten.

Die AOK-Broschüre "Seelisch gesund im Arbeitsleben" vermittelt Führungskräften Grundkenntnisse, Praxistipps und Handlungshilfen rund um das Thema psychische Gesundheit am Arbeitsplatz.

Stand

Erstellt am: 15.12.2022

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