Weihnachtsgeld und Minijob

Auch Minijobber können Weihnachtsgeld beziehen. Über das Jahr betrachtet darf die Einkommensgrenze allerdings nicht überschritten werden, denn Weihnachtsgeld zählt in der Regel nicht zu den unvorhersehbaren Überschreitungen beim Arbeitsentgelt, sondern zum regelmäßigen Jahresentgelt.

Dynamische Minijob-Grenze

Die neue Minijob-Grenze orientiert sich am gesetzlichen Mindestlohn. Sie soll einen Minijob mit einer Wochenarbeitszeit von bis zu zehn Stunden zum Mindestlohn auch dann unverändert ermöglichen, wenn der Mindestlohn steigt. 

Seit Oktober 2022 ergibt sich aus dem dann geltenden Mindestlohn eine Minijob-Grenze von 520 Euro. Sie berechnet sich wie folgt:

12 Euro Mindestlohn x 130 (Arbeitszeit in 13 Wochen = 3 Monate): 3

Für den Minijob zählt der Durchschnitt

Der Arbeitgeber ermittelt zu Beginn und bei jeder dauerhaften Veränderung in den Verhältnissen im Rahmen einer vorausschauenden Jahresbetrachtung das regelmäßige Arbeitsentgelt für maximal zwölf Monate. Zu berücksichtigen sind dabei alle Arbeitsentgelte, die mit hinreichender Sicherheit, etwa aufgrund einer Betriebsvereinbarung oder eines Arbeitsvertrags, zu erwarten sind. Hierzu gehören auch Einmalzahlungen wie das Weihnachtsgeld.

Ein Minijob bleibt auch beim Überschreiten der Minijob-Grenze ein Minijob, solange das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt im Durchschnitt 520 Euro nicht übersteigt beziehungsweise die Minijobberin oder der Minijobber im Jahr nicht mehr als 6.240 Euro verdient.

Zulässiges unvorhersehbares Überschreiten der Minijob-Grenze

Überschreitet das Arbeitsentgelt nicht regelmäßig, sondern nur gelegentlich und unvorhersehbar in einzelnen Kalendermonaten die durchschnittliche Minijob-Grenze, wirkt sich dies unter bestimmten Voraussetzungen nicht auf den Minijob aus.

Als unvorhersehbar gilt die Zahlung eines Arbeitsentgelts, das der Arbeitgeber im Rahmen seiner vorausschauenden Jahresbetrachtung zur Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts nicht mit hinreichender Sicherheit berücksichtigen konnte, weil es zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt war. Wird das Weihnachtsgeld dem Grunde und der Höhe nach abhängig vom Geschäftsergebnis oder einer individuellen Arbeitsleistung des Vorjahres gezahlt, ist es unvorhersehbar. Zahlt der Arbeitgeber das Weihnachtsgeld dagegen aufgrund arbeitsvertraglicher Regelungen oder einer Betriebsvereinbarung, ist es vorhersehbar. 

Im Kalendermonat des Überschreitens ist die zusätzliche unvorhersehbare Weihnachtsgeldzahlung unschädlich, solange das insgesamt in diesem Monat erzielte Arbeitsentgelt das Doppelte der Minijob-Grenze (1.040 Euro) nicht übersteigt. Als gelegentlich gilt ein Zeitraum von bis zu zwei Kalendermonaten innerhalb eines Zeitjahres. Im Ergebnis ist für den Minijobber ein maximaler Verdienst bis zum 14-fachen der Minijob-Grenze (7.280 Euro) möglich.

Unzulässiges unvorhersehbares Überschreiten der Minijob-Grenze

Ein unzulässiges Überschreiten der Minijob-Grenze liegt in den Kalendermonaten vor, in denen bereits im Vorfeld die Minijob-Grenze zweimal unvorhersehbar überschritten wurde. Für diese Monate liegt eine versicherungspflichtige Beschäftigung vor. Anschließend ist wieder ein Minijob möglich, wenn das regelmäßige Arbeitsentgelt im Rahmen einer neuen Jahresbetrachtung die durchschnittliche Minijob-Grenze nicht übersteigt.

Weiterhin liegt ein unzulässiges unvorhersehbares Überschreiten der Minijob-Grenze in den Kalendermonaten vor, in denen das Arbeitsentgelt das Doppelte der Minijobgrenze übersteigt. Diese Monate zählen bei der Anzahl der Überschreitungen mit.

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Stand

Erstellt am: 13.11.2022

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