Betriebliche Gesundheit im September

Lesen Sie im AOK-Arbeitgeber-Newsletter: Long Covid * Inklusion am Arbeitsplatz * Beschäftigte individuell motivieren * Weniger Zucker am Arbeitsplatz

Long Covid: So gelingt die Rückkehr

In Deutschland gab es seit 2020 3,75 Mio. Covid-19-Infektionen. 50 Prozent der Erkrankten müssen mit Langzeitfolgen für Herz und Lunge rechnen, wie Forscher des Universitätsklinikums Ulm berichten. Zu weiteren häufigen Symptomen des sogenannten Long Covid zählen extreme Müdigkeit, Fieber sowie Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. Daran anknüpfend hat die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz einen Leitfaden für Führungskräfte entwickelt, mit dem sie eine erfolgreiche Rückkehr ihrer genesenen Be­schäf­tig­ten an den Arbeitsplatz sicherstellen. Der Leitfaden empfiehlt Arbeitgebern, in fünf Schritten vor­zu­gehen:

  1. Den Kontakt zum Beschäftigten während der gesamten Krankschreibung aufrechterhalten.
     
  2. Seine Rückkehr zum Arbeitsplatz vorbereiten. Der Arbeitgeber kann die Büroräume so ge­stal­ten, dass ausreichend Abstand gehalten werden kann und sich alle Beschäftigten sicher fühlen.
     
  3. Ein Mitarbeitergespräch führen und über Ängste sprechen, sobald die Beschäftigten wieder am Arbeitsplatz sind.
     
  4. Dem Beschäftigten Unterstützung anbieten, zum Beispiel in Form eines Coachingprogramms durch den Betriebsarzt oder einen arbeitsmedizinischen Dienst.
     
  5. Regelmäßig prüfen: Wird die Unterstützung angenommen und wie steht es um den phy­si­schen und psychischen Gesundheitszustand der Betroffenen?

Mit einem sorgfältigen Betrieblichen Eingliederungsmanagement können die Folgen von Lang­zeit­er­kran­kun­gen für Beschäftigte aufgefangen werden. Wie die AOK dabei unterstützt, erfahren Sie hier.

Erfolgreiche Teilhabe auch in der Pandemie

Auch in der Coronapandemie muss Inklusion weiterhin gesichert werden. Darauf weist das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Soziales in einer Meldung hin und beruft sich dabei auf eine Online-Befragung unter 3.700 Menschen durch die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR). Befragt wurden in erster Linie Menschen mit Behinderungen oder von Behinderung be­droh­te Menschen, Menschen mit chronischen Erkrankungen und/oder Pflegebedarf, aber auch Angehörige, Pflege- beziehungsweise Reha-Dienste und -Einrichtungen. Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten durch die Maßnahmen zur Ein­däm­mung der Pandemie besonders betroffen sind. Da sie zur Hochrisikogruppe zählen, lebten viele von ihnen über Monate isoliert. Zeitgleich entfielen Hilfsdienstleistungen, auf die Betroffene angewiesen sind. Eine Expertengruppe der DVfR hat aus diesen Ergebnissen zahlreiche Hand­lungs­op­ti­o­nen für die Zukunft abgeleitet:

  • Viele der Betroffenen sind nicht ausreichend über die Pandemie und ihre Konsequenzen in­for­miert. Führungskräfte sind daher angehalten, Informationen über betriebliche Auswirkungen allgemein verständlich aufzubereiten.
     
  • Für die Betroffenen spielt Selbstbestimmung eine zentrale Rolle. Sie sollten selbst entscheiden können, ob sie im Homeoffice arbeiten wollen oder nicht.
     
  • Digitale Kommunikationsmittel, die in der Pandemie einen neuen Boom erlebt haben, sind im Optimalfall durchgehend barrierefrei gestaltet.
     
  • Wenn es Schwerbehindertenvertreter im Betrieb gibt, ist es wichtig, dass sie nicht in Kurzarbeit geschickt werden, sondern uneingeschränkt arbeiten können und als Ansprechpartner zur Ver­fü­gung stehen.
     
  • Bei der Förderung von Auszubildenden mit Behinderung unterstützen der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und seine Reha-Teams. Die kostenlose Hotline: 0800 4 55 55 00.

In Deutschland muss jedes Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten mindestens 5 Prozent schwerbehinderte Menschen beschäftigen – andernfalls ist eine Ausgleichsabgabe fällig. Mehr dazu lesen Sie hier.

Beschäftigte typgerecht motivieren

Führungskräfte, die individuelle Persönlichkeitsmerkmale ihrer Beschäftigten bei der Arbeit in Be­tracht ziehen, können ihr Wohlbefinden deutlich steigern. Damit reduzieren sie Per­so­nal­fluk­tu­a­ti­on im Unternehmen. Das sagen die Experten des Projekts „psychische Gesundheit in der Ar­beits­welt“. Als Datenquelle für ihre Studie dienten Befragungen von über 20.000 Beschäftigten, aus denen die Forscher insgesamt fünf Beschäftigtentypen ableiten konnten.

  1. Die Vorangehenden (Typ I)
  2. Die Kollegialen (Typ II)
  3. Die Organisierten (Typ III)
  4. Die Mitspielenden (Typ IV)
  5. Die Begeisterungsfähigen (Typ V)

Die fünf Persönlichkeitstypen sind in allen Branchen gleichmäßig vertreten. Ihre Unterschiede beste­hen beispielsweise darin, dass es Typ I leichter fällt, mit Arbeitsautonomie umzugehen und Auf­ga­ben selbst anzupacken als Typ IV. Oder dass Typ III viel Wert auf eine faire Verteilung der Arbeit unter den Beschäftigten legt. Ein im Umgang rücksichtsvoller, achtsamer Füh­rungs­stil wirkt sich wiederum besonders stark auf das Engagement der „Kollegialen“ als auch der „Begeis­te­rungs­fä­hi­gen“ aus.

Laut Auswertungen ist jeder dritte Beschäftigte in Deutschland kollegial. In diesem Zu­sam­men­hang bedeutet das: kooperativ und organisiert, aber auch sensibel und zurückhaltend.

Das Führungsverhalten hat Einfluss auf die Motivation und Arbeitszufriedenheit der Be­schäf­tig­ten. Die Experten der AOK geben Tipps, wie gesundheitsgerechtes Führen gestaltet werden kann.

Süßgetränke fördern Übergewicht und Fettleber

Jeder weiß, dass übermäßiger Konsum von Zucker ungesund ist und wegen des hohen Ka­lo­ri­en­ge­halts Übergewicht fördert. Eine aktuelle Studie der Universität Zürich zeigt jetzt aber, dass auch schon moderate Mengen an Frucht- und Haushaltszucker in Softdrinks die körpereigene Fettproduktion in der Leber verdoppeln können. Dafür reicht bereits eine Menge von 80 Gramm Zucker am Tag, wie sie etwa in 800 Millilitern Cola oder ähnlichen Softdrinks steckt. Über längere Zeit konsumiert, begünstigen Softdrinks die Entwicklung von Diabetes oder einer Fettleber, mah­nen die Schweizer Forscher.

Arbeitgeber können mit einer Auswahl gesunder Getränke also viel dafür tun, um ihren Be­schäf­tig­ten den Joballtag auch ohne Softdrinks zu versüßen. Stellen Sie zum Beispiel Wasserspender bereit, die ohne Umwege erreichbar sind. Auch ein Angebot aus ungesüßten Tees sowie ver­dünnten Fruchtsäften hilft dabei, dass Beschäftigte weniger zuckerhaltige Softdrinks kon­su­mie­ren. Was Wasser außerdem aufpeppt, sind frische Kräuter wie Pfefferminze oder Zitronenmelisse, ge­nau­so wie ein paar Scheiben Gurken oder Beeren.

Wie man den Zuckerkonsum im Homeoffice und Büro sonst noch deutlich einschränken kann, erfahren Sie hier.

Stand

Erstellt am: 15.09.2021

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