Betriebliche Gesundheit im August

Lesen Sie im AOK-Arbeitgeber-Newsletter: Lärmschutz * Gesundes Raumklima * Rückenfit am Arbeitsplatz * Rauchen und Suchtverhalten

Ruhe beim Arbeiten senkt Risiko für Erschöpfung und Reizbarkeit

Jeder vierte Vollzeitbeschäftigte leidet unter einer lauten Geräuschkulisse am Arbeitsplatz. Dies zeigt das Faktenblatt „Störende Geräusche am Arbeitsplatz: eine Belastung für Beschäftigte“, das die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt veröffentlicht hat. Män­ner betrifft das mit 27,6 Prozent etwas häufiger als Frauen mit 21,1 Prozent. Beschäftigte in der Industrie oder im Handwerk nennen laute Maschinen als Ursache. Im Dienstleistungssektor sind es vor allem laute Gespräche zwischen Kollegen oder Telefonate, die als belastend empfunden werden. Beschäftigte, die häufig durch Geräusche gestört werden, leiden unter körperlicher oder emotionaler Erschöpfung, Nervosität sowie Reizbarkeit. Arbeitgeber können dabei helfen, be­las­ten­de Geräuschquellen zu reduzieren, und dadurch ein gesundes Arbeitsumfeld schaffen. Die Experten der BAuA geben folgende Tipps:

  • darauf achten, dass Beschäftigte in der Industrie Gehörschutz tragen
  • grundsätzlich auf lärmarme Arbeitsverfahren achten
  • ruhige Pausenräume zur Verfügung stellen
  • schon beim Einkauf möglichst geräuscharme Maschinen auswählen
  • Maschinen zusätzlich mit Schallschutzprodukten wie Kapseln, Abschirmungen, Schalldämpfern ausstatten 
  • in Büros Ausweichräume für Telefonate und Besprechungen einrichten
  • schon bei der Planung von Büroräumen auf Schallschutz und Raumakustik achten

Um den Arbeitsplatz ruhig und damit gesund zu gestalten, kann auch ein Fachmann Lärmquellen und -ursachen ermitteln und bewerten. Mehr dazu hat die AOK hier für Sie zusammengestellt.

Beschäftigte bei Hitze schützen

Der Klimawandel führt immer häufiger zu extremen Wetterereignissen, zum Beispiel zu langen Hitzeperioden. Mehr als jeder Zweite macht sich mit Blick auf die eigene Gesundheit Sorgen we­gen der zunehmenden Hitzephasen. Das zeigen die Ergebnisse einer deutschlandweiten Be­fra­gung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, die im aktuellen Versorgungs-Report „Klima und Gesundheit“ dargestellt sind. Dabei ist das Schutzverhalten in der Bevölkerung durchaus ver­bes­se­rungs­fä­hig. Während 87 Prozent der Befragten an heißen Tagen mehr trinken, achten nur 46 Prozent auf einen ausreichenden UV-Schutz. Noch weniger Menschen schützen sich mit haut­be­de­cken­der Kleidung vor Sonne und Hitze.

Arbeitgeber können ihre Beschäftigten bei einem besseren Umgang mit Hitze unterstützen, zum Beispiel indem sie auf ein gesundes Raumklima achten. Die Experten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung empfehlen eine Lufttemperatur von 22 Grad Celsius in Büroräumen. Sind Büros mit Klimaanlagen ausgestattet, sollte an Hitzetagen der Unterschied zur Außentemperatur dennoch nicht mehr als sechs Grad Celsius betragen. Zu kühl eingestellte Klimaanlagen sind ein gesundheitliches Risiko, da sie zu trockenen Schleimhäuten führen und somit krank machen kön­nen. Worauf man bei Hitze noch achten sollte: ausreichend Wasser trinken, im Freien haut­be­de­cken­de Kleidung oder Sonnenschutzmittel tragen und die körperliche Belastung möglichst gering halten.

Arbeitgeber können mit zahlreichen Maßnahmen dafür sorgen, dass Mitarbeiter im Un­ter­neh­men gesund und motiviert arbeiten können. Hier erfahren Sie mehr.

Rückenfit am Arbeitsplatz

In einer neu veröffentlichten Krankheitslast-Studie berichtet das Robert Koch-Institut (RKI), dass 61,3 Prozent der Erwachsenen in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten mindestens ein­mal an Rückenschmerzen gelitten haben. Rückenschmerzen sind auch laut dem Wis­sen­schaft­li­chen Institut der AOK der häufigste Grund für Fehlzeiten. Eine der Ursachen für Rücken­schmer­zen sind Fehlbelastungen. Dazu zählen beispielsweise das falsche Heben und Tragen schwerer Las­ten ebenso wie Bewegungsmangel. Die Experten des RKI schlussfolgern, dass die vorliegenden Ergebnisse eine möglichst frühzeitige Prävention notwendig machen. Am Arbeitsplatz kann ein solch präventives Verhalten schnell realisiert werden.

Um Führungskräfte und ihre Mitarbeiter zu unterstützen, hat die AOK folgende Tipps zu­sam­men­ge­stellt:

  • öfter mal im Stehen arbeiten und telefonieren – die optimale Formel lautet: 60 Prozent Sitzen + 30 Prozent Stehen + 10 Prozent Gehen
  • rückengerecht sitzen, das heißt mit leicht nach vorn gekipptem Becken und aufrechtem Ober­körper
  • die Sitzposition regelmäßig ändern
  • Mitarbeiter in rückenschonenden Hebetechniken schulen
  • Poster mit wirksamen Rückenübungen aufhängen

Das AOK-Programm „Rückenaktiv im Job“ hat sich besonders bewährt, um Rückenschmerzen am Arbeitsplatz vorzubeugen. Mehr zu dem Programm und weitere Tipps zum rückengerechten Ar­bei­ten finden Sie hier.

Ein rauchfreies Umfeld schaffen

In Regionen, in denen viel geraucht wird, leiden durchschnittlich 7,8 Prozent der Bevölkerung unter der chronischen Lungenkrankheit COPD. Das betrifft viele Kreise in Nordrhein-Westfalen, Rhein­land-Pfalz und im Saarland. In Gegenden mit einem deutlich niedrigeren Anteil an Rau­chenden sind es hingegen nur 6,3 Prozent – etwa im südlichen Baden-Württemberg und eini­gen Krei­sen in Sach­sen und Hessen. Das zeigt der „Gesundheitsatlas COPD“, den das Wis­senschaft­li­che Institut der AOK veröffentlicht hat.

Rauchen schadet nicht nur der Gesundheit der Raucher selbst und führt zu Fehlzeiten. Auch 8,5 Millionen Nichtraucher sind in Deutschland laut dem Informationsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Passivrauch am Arbeitsplatz ausgesetzt.

Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) verpflichtet den Arbeitgeber dazu, seine Arbeitnehmer vor den Gefahren des Passivrauchens zu schützen. Das kann durch ein generelles Rauchverbot oder eine einfache räumliche Trennung geschehen, mittels Raucherkabinen oder Raucherplätzen am Betriebsgelände. Führungskräfte können aber auch Angebote zur Nikotinentwöhnung ma­chen und dabei unterstützen, mit dem Rauchen aufzuhören. Wichtig, um alten Ver­hal­tens­mus­tern wie dem Griff zur Zigarette zu entkommen: ein gut strukturierter Arbeitsalltag mit klaren Zielvorgaben und Hilfestellungen, wenn es einmal stressig wird.

Mehr über Präventionsmaßnahmen und wie Sie als Führungskraft auf Suchtverhalten bei Be­schäf­tig­ten angemessen reagieren, finden Sie hier.

Stand

Erstellt am: 11.08.2021

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