Flexirente: erhöhte Hinzuverdienstgrenze bis Ende 2021

Beschäftigte Rentner können auch im Jahr 2021 deutlich mehr verdienen, ohne dass ihre Rente gekürzt wird. Für Arbeitgeber ist das eine Möglichkeit, auf die aktuellen Anforderungen zu reagieren.

Auf den Punkt gebracht

  • Die bereits für das Jahr 2020 erhöhte Hinzuverdienstgrenze für eine vorgezogene Altersrente steigt im Jahr 2021 von jährlich 44.590 Euro auf 46.060 Euro.
     
  • Ab 2022 gilt voraussichtlich wieder die ursprüngliche jährliche Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro.
     
  • Die erhöhte Hinzuverdienstgrenze gilt nicht für Erwerbsminderungs- und Hin­ter­blie­be­nen­renten.

Erhöhung der Hinzuverdienstgrenze: Coronapandemie als Auslöser

Um auf den in der Coronapandemie gestiegenen Bedarf an medizinischem Personal und auf Personalengpässe, die durch Erkrankungen und Quarantäneverordnungen ausgelöst wurden, reagieren zu können, wurde bereits im Frühjahr 2020 eine höhere Hinzuverdienstgrenze ein­ge­führt.

Mit der Erhöhung der Hinzuverdienstgrenze für eine vorgezogene Altersrente von jährlich 44.590 Euro im Jahr 2020 auf 46.060 Euro im Jahr 2021 soll auch weiterhin den Auswirkungen der Pandemie entgegengesteuert werden.

Von der höheren Hinzuverdienstgrenze können sowohl Neu- als auch Bestandsrentner profitieren.

Versicherungs- und beitragsrechtliche Beurteilung

Mitarbeiter, die neben einer vorgezogenen Altersrente eine mehr als geringfügige Beschäftigung ausüben, sind kranken-, pflege-, renten- und arbeitslosenversicherungspflichtig.

Auswirkungen sind nur bei der beitragsrechtlichen Beurteilung in der Krankenversicherung zu be­ach­ten. Bezieher einer vorgezogenen Altersvollrente, und damit einem Verdienst bis zur Hin­zu­ver­dienst­gren­ze, haben keinen Anspruch auf Krankengeld. Es gilt der ermäßigte Beitragssatz. Mel­dun­gen sind für diesen Personenkreis mit der PGR „120“ und der BGR „3111“ vorzunehmen.

Wird jedoch die Hinzuverdienstgrenze überschritten, wird die Altersrente als Teilrente gezahlt und die Meldungen sind mit der PGR „101“ und der BGR „1111“ zu erstellen.

Keine höhere Grenze für Er­werbs­minderungs- und Hinterbliebenenrenten

Bei den Hinzuverdienstregelungen für Erwerbsminderungsrenten und bei der Anrechnung von Einkommen auf Hinterbliebenenrenten gibt es keine Änderungen.

Renten wegen voller oder teilweiser Erwerbsminderung werden unter anderem nur gezahlt, wenn sie bestimmte Hinzuverdienstgrenzen nicht überschreiten. Bei einer Rente wegen voller Erwerbsminderung beträgt die jährliche Hinzuverdienstgrenze 6.300 Euro. Bei einer teilweisen Erwerbsminderung gilt eine individuelle Hinzuverdienstgrenze, die im Rentenbescheid aus­ge­wie­sen wird.

Bei Hinterbliebenenrentnern wirkt sich ein Hinzuverdienst nur im Rahmen der Ein­kom­mens­an­rech­nung aus. Wird dabei ein bestimmter Freibetrag überschritten, werden bei Renten wegen Tods 40 Prozent des den Freibetrag überschreitenden Einkommens angerechnet.

Ausblick auf 2022

Ab 2022 gilt voraussichtlich wieder die ursprüngliche Hinzuverdienstgrenze. Beschäftigte, die vor ihrer persönlichen Regelaltersgrenze in Rente gehen, dürfen dann grundsätzlich wieder bis zu 6.300 Euro brutto pro Kalenderjahr (Jahresgrenze) hinzuverdienen, ohne dass die Rente gekürzt wird. Wird die Hinzuverdienstgrenze überschritten, wird die Altersrente als Teilrente gezahlt. Wird sie nicht überschritten, wird die Altersrente als Vollrente gezahlt. Altersrentner, die ihre Re­gel­al­ters­gren­ze erreicht haben, können dagegen unbegrenzt zur Rente hinzuverdienen.

Stand

Erstellt am: 14.04.2021

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