Steuerliche Besonderheiten bei Elektrodienstwagen

Mit dem am 1. Dezember 2020 in Kraft getretenen Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz (WEMoG) fördert der Gesetzgeber den Einbau von La­de­infra­struk­tur für Elektrofahrzeuge in Miet- und Eigentumswohnungen. Außerdem gelten für die Erstattung privat getragener Stromkosten neue Pauschalen.

Auf den Punkt gebracht

  • Die steuerliche Förderung für das Aufladen von Elektrodienstwagen im privaten Umfeld steigt.
     
  • Das Laden von Elektrofahrzeugen beim Arbeitgeber bleibt bis 2030 weiterhin steuer- und bei­trags­frei.
     
  • Für reine Elektrofahrzeuge gilt ein Viertel der Bemessungsgrundlage.

Vereinfachung für Privatlader

Arbeitnehmer, die ein auch zur privaten Nutzung überlassenes Elektrofirmenfahrzeug zu Hause aufladen, müssten diesen Vorgang im Grunde genauestens aufzeichnen. Nur so ist eine Er­stat­tung der Kosten durch den Arbeitgeber steuerfrei. Die erforderliche Aufzeichnung wäre in der Praxis aber mit zusätzlichen Kosten und administrativem Aufwand verbunden. Zum Beispiel wür­den die Arbeitnehmer dafür einen gesonderten Stromzähler benötigen.

Um die Erstattung der Stromkosten durch den Arbeitgeber zu vereinfachen, veröffentlicht die Finanzverwaltung monatliche Pauschalen. Im Hinblick auf die gestiegenen Stromkosten gelten seit dem 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2030 die folgenden höheren monatlichen Pau­scha­len:

Mit zusätzlicher Lademöglichkeit beim Arbeitgeber:
 seit 1.1.20211.1.2017 – 31.12.2020
  • Elektrofahrzeuge
30 Euro20 Euro
  • Hybridfahrzeuge
15 Euro10 Euro
Ohne zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeber:
  • Elektrofahrzeuge
70 Euro50 Euro
  • Hybridfahrzeuge
35 Euro25 Euro

Mit dem pauschalen Auslagenersatz sind sämtliche Kosten des Arbeitnehmers für den Ladestrom abgegolten. Die Beträge mindern den geldwerten Vorteil des Arbeitnehmers aus der Fir­men­wa­gen­ge­stel­lung, wenn die Kosten für den Ladestrom nicht vom Arbeitgeber erstattet, sondern vom Arbeitnehmer selbst getragen werden.

Steuerbefreiung für die vom Arbeitgeber gewährten Vorteile

Die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn vom Arbeitgeber gewährten Vorteile für

  • das elektrische Aufladen eines privaten Elektro- oder Hybridelektrofahrzeugs des Ar­beit­neh­mers im Betrieb des Arbeitgebers sowie für
  • die zeitweise zur privaten Nutzung überlassene betriebliche Ladevorrichtung

sind bis zum Jahre 2030 steuer- und damit auch beitragsfrei. Steuer- und beitragsfrei ist in den Fällen der unentgeltlichen oder verbilligten Übereignung einer Ladevorrichtung auch die Pau­schal­be­steu­e­rung mit 25 Prozent.

Ermittlung der Bemessungsgrundlage

Die steuerliche Förderung von Elektro- und extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen, die seit 1. Januar 2019 angeschafft oder geleast wurden, erfolgt grundsätzlich durch eine Halbierung der Bemessungsgrundlage. Das bedeutet, dass bei der Bruttolistenpreisregelung der halbe Brut­to­lis­ten­preis und bei der Fahrtenbuchmethode die Hälfte der Absetzung für Abnutzung be­zie­hungs­wei­se der Leasingkosten angesetzt wird. Das gilt für die Ermittlung des geldwerten Vorteils bei Privatfahrten und für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte.

Bemessungsgrundlage bei reinen Elektrofahrzeugen

Ein Viertel der Bemessungsgrundlage wird angesetzt, wenn das Kraftfahrzeug keine Koh­len­di­oxid­emis­sion je gefahrenen Kilometer hat (= reine Elektrofahrzeuge) und der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs nicht mehr als 60.000 Euro beträgt.

Als Firmenwagen wird ein im Januar 2021 angeschafftes Elektroauto (ohne Koh­len­di­oxid­emis­sion) mit einem Bruttolistenpreis von 59.990 Euro auch zur privaten Nutzung und für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (25 Entfernungskilometer) gestellt. Ein Viertel des Bruttolistenpreises beträgt 14.997,50 Euro, abgerundet auf 14.900 Euro. Der monatliche geldwerte Vorteil beträgt:

Privatfahrten: 1 % von 14.900 Euro = 149,00 Euro

Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte:
0,03 % von 14.900 Euro × 25 km = 111,75 Euro

Geldwerter Vorteil insgesamt: 260,75 Euro

Für vor dem 1. Januar 2019 angeschaffte oder geleaste Elektrofahrzeuge ist der Bruttolistenpreis wie bisher pauschal um die Kosten für das Batteriesystem gemindert.


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Stand

Erstellt am: 16.03.2021

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