Einmalzahlungen zum Jahresbeginn: Märzklausel und Corona-Bonus

Einmalzahlungen im ersten Quartal des Jahrs werden entweder dem Auszahlungsmonat des laufenden Jahrs oder dem Vorjahr (wenn die Märzklausel greift) zugeordnet. Was es dabei und beim sogenannten Corona-Bonus zu beachten gibt.

Auf den Punkt gebracht

  • Werden in den ersten drei Monaten des Jahrs Einmalzahlungen gewährt, ist zu entscheiden, ob diese im Monat der Auszahlung oder im letzten Entgeltabrechnungszeitraum des Vorjahrs be­rück­sich­tigt werden.
     
  • Die Entscheidung gilt dann auch für die Beitragssätze und Beitragsgruppen.
     
  • Ein Corona-Bonus bis zu 1.500 Euro kann weiter steuer- und sozialversicherungsfrei gezahlt werden. Das gilt bis zum 30. Juni 2021.

Einmalzahlungen bis Ende März

Bei Einmalzahlungen, die in der Zeit vom 1. Januar bis zum 31. März überwiesen werden, prüfen Arbeitgeber die Anwendung der Märzklausel. Neben dem Zeitpunkt der Zahlung gibt es weitere Voraussetzungen für die Märzklausel: Sie kommt zum Beispiel nur zum Einsatz, wenn der Ar­beit­neh­mer bereits im Vorjahr bei dem Arbeitgeber beschäftigt war, der die Einmalzahlung gewährt, und sowohl die monatliche als auch die anteilige Jahres-Beitragsbemessungsgrenze überschritten werden.

Prüfung der Beitragspflicht von Einmalzahlungen

Zur Berechnung der Beitragspflicht wird zunächst die Differenz zwischen dem laufend gezahlten Entgelt, der Einmalzahlung und der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) im Monat der Auszahlung ermittelt. Wenn die Einmalzahlung zusammen mit dem laufenden Entgelt die mo­nat­li­che BBG nicht übersteigt, ist die Einmalzahlung voll beitragspflichtig. Für das Jahr 2021 beträgt die mo­nat­li­che BBG in der Kranken- und Pflegeversicherung bundesweit 4.837,50 Euro und für die Ren­ten- und Arbeitslosenversicherung 7.100 Euro (West) beziehungsweise 6.700 Euro (Ost).

Beitragspflicht von Einmalzahlungen (EZ)

Laufendes Entgelt + Einmalzahlungen

>
(größer als)

monatliche Beitrags­be­mes­sungs­grenze (BBG)
     ja
nein  
Weitere Berechnung erforderlich EZ ist voll beitragspflichtig

 
1.) Bildung anteilige Jahres-BBG
2.) Ermittlung des bisher beitragspflichtigen Arbeitsentgelts (AE)
3.) Vergleichsberechnung zwischen anteiliger Jahres-BBG und bisher beitragspflichtigem AE
a. Differenz ist größer/​gleich EZEZ ist voll beitragspflichtig
b. Differenz ist kleiner EZ, aber Plus­betragEZ ist nur in Höhe der Differenz bei­trags­pflich­tig
Hier wirkt die März­klausel:
Zahlung EZ im Zeit­raum Janu­ar bis März und Zu­ord­nung der EZ ins Vorjahr
c. Differenz ist 0 oder Minus­betragEZ ist bei­trags­frei

Wenn das laufende Entgelt zusammen mit der Einmalzahlung jedoch die monatliche BBG übersteigt, muss berechnet werden, in welcher Höhe die Einmalzahlung beitragspflichtig ist. Dazu wird zunächst geprüft, ob die anteilige BBG des Kalenderjahrs überschritten wird. Das ist der Zeitraum vom 1. Januar des Jahrs (oder bei einem späteren Be­schäf­ti­gungs­beginn der erste Tag des Arbeitsverhältnisses) bis zum Monat, in dem die Ein­mal­zah­lung ausgezahlt wird.

Zuerst wird die Höhe des bisher beitragspflichtigen Entgelts für diesen Zeitraum ermittelt (ohne die zu beurteilende Einmalzahlung). Dieser Betrag wird von der anteiligen Jahres-BBG abgezogen: monatliche BBG: 30 x Anzahl der Sozialversicherungstage bis ein­schließ­lich dem Ende des Auszahlungsmonats der Einmalzahlung.

Volle Kalendermonate werden mit 30 Tagen angesetzt. Teilmonate, zum Beispiel bei Kran­ken­geld­be­zug, werden mit den tatsächlichen Kalendertagen berücksichtigt.

Übersteigt die Einmalzahlung zusammen mit dem laufenden Arbeitsentgelt die anteilige BBG, ist die Einmalzahlung zwingend dem Vorjahr zuzuordnen. Die Zuordnung zum Vor­jahr bleibt auch dann bestehen, wenn die BBG des Vorjahres bereits ausgeschöpft wurde oder sich nur ein geringerer beitragspflichtiger Anteil ergibt.

Im Ergebnis ist festzustellen: Je kürzer der zu betrachtende Zeitraum ist, desto geringer ist der Differenzbetrag zwischen anteiliger BBG und dem gezahlten Entgelt und damit ge­ge­be­nen­falls der beitragspflichtige Teil der Einmalzahlung. Die Beschäftigten würden also mehr Geld erhalten. Weil bis zum 31. März jedoch die Märzklausel gelten kann, macht es in vielen Fällen mehr Sinn, mit der Auszahlung bis April zu warten.

Muss die Zuordnung einer Einmalzahlung nach der Prüfung zum Vorjahr erfolgen, sind alle Parameter des Vorjahrs maßgebend. Dazu gehören die entsprechenden Beitragssätze und Beitragsgruppen des Vorjahrs.

Überschreitet die Einmalzahlung die BBG in der Kranken- und Pflegeversicherung bei einem krankenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer, erfolgt die Zuordnung auch dann ins Vorjahr, wenn die Grenze in der Renten- und Arbeitslosenversicherung nicht über­schritten wird. Bei einem Arbeitnehmer, der krankenversicherungsfrei ist, wird auf die BBG der Rentenversicherung abgestellt.

Wer die Regelung der Märzklausel bei der Gewährung von Einmalzahlungen nicht be­achtet, muss damit rechnen, dass Beiträge spätestens bei der Betriebsprüfung durch die Deut­sche Rentenversicherung nachträglich erhoben werden.

Corona-Bonus

Unternehmen, die ihren Beschäftigten einen Corona-Bonus zahlen wollen, bleibt mehr Zeit. Die ursprünglich bis 31. Dezember 2020 geltende Regelung, dass der Bonus steuer- und damit so­zi­al­ver­si­che­rungs­frei ist, wurde bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Das gilt unverändert für Zahlungen von bis zu 1.500 Euro.

Entscheidend ist, dass der Bonus rechtzeitig – also bis zum 30. Juni 2021 – auf dem Konto der Beschäftigten eingegangen ist.

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Broschüre: Beiträge

Weitere Informationen zu den Grundlagen der Beitragsberechnung und zur Ermittlung des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts finden Sie in der AOK-Fachbroschüre „Beiträge“. Sie können die Broschüre kostenfrei herunterladen oder eine Printversion bestellen.

Stand

Erstellt am: 11.02.2021

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