Betriebliche Gesundheit im Februar

Lesen Sie im AOK-Arbeitgeber-Newsletter: Pflegekräfte schützen * Homeoffice meistern * Diversität fördern * Digitale Arbeit transparent gestalten

Pflegekräfte für die eigene Gesundheit sensibilisieren

Pflegekräfte stehen nicht erst seit der Coronakrise unter besonderem Druck. Sich um die eigene Gesundheit zu kümmern – dafür bleibt im Arbeitsalltag kaum Zeit, wie eine Untersuchung der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) zeigt. In ihrem neuen Wegweiser „Gesundheitsorientiertes Handeln in der Pflege“ empfehlen die iga-Experten Arbeitgebern deshalb, ihre Beschäftigten mit besonderen Maßnahmen für die eigene Gesundheit und Sicherheit zu sensibilisieren. Um zum Beispiel die Essgewohnheiten positiv zu verändern, empfiehlt die iga gemeinsame Aktionen wie etwa eine süßigkeitenfreie Woche. Auch kurze Bewegungs- oder Entspannungsübungen, zum Bei­spiel zu Beginn oder Ende einer Schicht, halten die Experten für sinnvoll. Sie raten außerdem zu regelmäßigen Themenwochen zu Gesundheitsfragen, beispielsweise „Rund um den gesunden Rücken“. Denn solche Maßnahmen appellieren an die Eigenverantwortung der Beschäftigten und schaffen obendrein noch einen Anlass, sich zu diesen Themen auszutauschen. Bisher sei die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwischen den Beschäftigten überwiegend problemorientiert, ergab die iga-Un­ter­su­chung. Das heißt, Pflegekräfte sprechen eher über Beschwerden und Krankheiten als über Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men.

Pflegekräfte sind starken Belastungen ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, sie für das Thema Ge­sund­heit zu sensibilisieren. Welche Maßnahmen dafür sinnvoll sind, erfahren Sie hier.

Homeoffice: Arbeitsergebnisse leiden unter fehlendem persönlichen Kontakt

Die meisten Unternehmen konnten während der Corona-Pandemie problemlos auf Homeoffice umstellen und damit auf die eingeschränkten Möglichkeiten durch das Virus reagieren. Das zeigt eine Umfrage des ifo Instituts in München. 84 Prozent der befragten Führungskräfte gaben an, dass ihrem Unternehmen die Umstellung auf Homeoffice leichtgefallen sei. Bei 16 Prozent der Be­trie­be kam es dagegen zu Schwierigkeiten, vor allem wegen mangelnder technischer Voraus­set­zun­gen (55 Prozent). Das Arbeitsergebnis der Beschäftigten im Homeoffice beurteilen 44 Prozent aller befragten Manager als unverändert. 37 Prozent sagen allerdings, es sei schlechter als ohne Homeoffice – auch bei den Firmen, die keine Umstellungsprobleme hatten. Als Hauptgründe für den Qualitätsverlust sehen 59 Prozent der Führungskräfte, dass der persönliche Kontakt, die Kom­mu­ni­ka­ti­on und Abstimmung untereinander bei der Heimarbeit leiden. Trotz allem wollen 67 Prozent der vom ifo befragten Unternehmen auch langfristig stärker die Möglichkeit zum Homeoffice nutzen.

Miteinander in Kontakt zu bleiben, ist in Zeiten von Homeoffice eine der größten Heraus­for­de­rungen. Führungskräfte können mit wertschätzender Kommunikation viel tun, um Mitarbeiter zu motivieren und zu unterstützten.

Unternehmen: Kulturelle Vielfalt erhöht Attraktivität

Rund 56 Prozent der Unternehmen in Deutschland beschäftigen Menschen mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund oder haben dies zuletzt getan. Bei Firmen mit mindestens 250 Mitarbeitern beträgt der An­teil sogar mehr als 96 Prozent. Das belegt eine neue Studie des Kompetenzzentrums Fach­kräf­te­si­che­rung (KOFA). 54 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie damit Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen wollen. Fast genauso viele Betriebe (50,5 Prozent) möchten ihre Attrak­ti­vi­tät als Arbeitgeber stärken. Die Besetzung von Ausbildungsstellen (36 Prozent) und die An­spra­che internationaler Kunden (29,2 Prozent) sind weitere Gründe. Um die Vielfalt im Un­ter­neh­men zu fördern, setzen die Verantwortlichen auf verschiedene Maßnahmen. Dazu gehören ge­misch­te Arbeitsteams, in denen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund ihre Kom­pe­ten­zen bündeln, oder das Berücksichtigen kultureller Besonderheiten im Arbeitsalltag, etwa durch fleischloses Kantinenessen oder das Einrichten von Gebetsräumen.

Allerdings zeigt die Studie auch, dass gut jedes zweite Unternehmen mit der Einstellung bislang noch zögert, weil es aufgrund des Aufenthaltsstatus von ausländischen Mitarbeitern rechtliche Schwierigkeiten befürchtet. Drei von zehn gaben als Hemmnis an, nicht zu wissen, wie sie Men­schen mit Migrationshintergrund gezielt integrieren können. Das KOFA empfiehlt deshalb, sich gezielt von Bundesagenturen oder Jobcentern zum Thema beraten zu lassen. Auch Will­kom­mens­lot­sen der KOFA unterstützen Unternehmen bei der Integration.

Kulturelle Vielfalt in Unternehmen bietet zahlreiche Chancen. Wie Sie Diversität in Ihrem Un­ter­neh­men fördern und Menschen mit Migrationshintergrund integrieren, erfahren Sie hier.

Digitale Arbeit transparent gestalten

Moderne Technologien erleichtern inzwischen den Arbeitsalltag in zahlreichen Unternehmen. Da­bei gibt es aber auch Schattenseiten. So fürchten 17 Prozent der Deutschen, dass per­so­na­li­sier­te Anmeldungen in Softwares an Maschinen und Laptops sowie Kommunikationsplattformen stän­di­ge Überwachung und Kontrolle bedeuten. Das zeigt eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Ange­wandte Informationstechnik in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Außerdem fürchten 14 Prozent der Studienteilnehmer bei der digitalen Arbeit um ihre Privatsphäre. Diese Sorgen können laut der Studie zu einer erhöhten Erschöpfung und zu emo­ti­o­na­lem Stress führen, weil sich Beschäftigte ständig kontrolliert fühlen. Für Unternehmen empfiehlt es sich daher, transparent darüber zu berichten, wofür sie Daten nutzen – und wann es in welchem Umfang zu einer Leistungsüberprüfung kommt. Außerdem hilft es, jeden Be­schäf­tig­ten genau darüber zu informieren, wie das Unternehmen den Datenschutz umsetzt. Mit diesen Maßnahmen könnten Arbeitgeber am Ende dazu beitragen, für die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu sorgen, sind sich die Experten sicher.

Digitale Arbeit kann bei Beschäftigten das Stresslevel erhöhen. Wie Sie bei Ihren Mitarbeitern die zusätzliche Belastung durch digitale Arbeitsprozesse reduzieren können, erfahren Sie hier.

Stand

Erstellt am: 11.02.2021

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