Kurzarbeitergeld: Sonderregelungen gelten bis Ende 2021

Die zunächst bis Ende 2020 befristeten Sonderregelungen zur höchstmöglichen Bezugsdauer und Erhöhung des Kurzarbeitergeldes (KUG) sowie die Hin­zu­ver­dienst­mög­lich­kei­ten aus einem Minijob wurden bis zum 31. Dezember 2021 verlängert.

Auf den Punkt gebracht

  • Die maximale Bezugsdauer für KUG wurde von 12 auf 24 Monate erhöht.
     
  • Ein erhöhtes KUG ist bis zu 80 beziehungsweise 87 Prozent der Nettoentgeltdifferenz möglich.
     
  • Das Arbeitsentgelt aus einem zusätzlichen Minijob bleibt anrechnungsfrei.

Wie lange kann Kurzarbeitergeld bezogen werden?

Grundsätzlich beträgt die Bezugsdauer für das KUG 12 Monate. Für Betriebe, die mit der Kurz­ar­beit bis zum 31. Dezember 2020 begonnen haben, verlängert sie sich auf maximal 24 Monate. Das gilt längstens bis zum 31. Dezember 2021. Bezugszeitraum für das KUG ist immer der Ka­len­der­monat.

Ein Betrieb beantragte am 2. April 2020 KUG.

Der Beginn des Bezugszeitraums für das KUG ist der 1. April 2020. Anspruch auf KUG besteht maximal für 24 Monate, also grundsätzlich bis zum 31. März 2022. Die höchst­mög­li­che Bezugsdauer ist jedoch bis zum 31. Dezember 2021 befristet. Daher endet der An­spruch auf KUG spätestens am 31. Dezember 2021.

Unterbrechung der Bezugsdauer

Wird der Bezug von KUG für mindestens einen Monat unterbrochen, verlängert sich der Bezugszeitraum um einen Monat.

Beantragt ein Betrieb für einen Zeitraum von drei zusammenhängenden Monaten kein KUG, entsteht ein neuer Anspruch auf KUG für die dann gültige Höchstbezugsdauer. Dafür ist eine neue Anzeige erforderlich.

Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

Das KUG beträgt grundsätzlich 60 Prozent der Nettoentgeltdifferenz zwischen dem Soll- und dem Ist-Entgelt oder 67 Prozent für Beschäftigte mit Kindern.

Im Zuge der Corona-Pandemie hat die Bundesregierung das KUG stufenweise erhöht. Diese Re­ge­lung wird bis zum 31. Dezember 2021 für alle Beschäftigten verlängert, deren Anspruch auf KUG bis zum 31. März 2021 entstanden ist. Weitere Voraussetzung ist ein Entgeltausfall von mindestens 50 Prozent im jeweiligen Bezugsmonat.

Im Einzelnen steigt das Kurzarbeitergeld:

  • Ab dem vierten Bezugsmonat auf 70 Prozent der Nettoentgeltdifferenz oder auf 77 Prozent für Beschäftigte mit Kindern.
  • Ab dem siebten Bezugsmonat auf 80 Prozent der Nettoentgeltdifferenz oder auf 87 Prozent für Beschäftigte mit Kindern.

Für die Berechnung der Bezugsmonate sind Monate mit Kurzarbeit ab März 2020 zu be­rück­sich­tigen. Diese müssen aber nicht zusammenhängen, das heißt Unterbrechungen der Kurzarbeit wir­ken sich nicht auf die Höhe des KUG aus.

Ein Betrieb beantragte im August 2020 Kurzarbeit. Die Kurzarbeit wurde bis Ende Ok­to­ber 2020 durchgeführt. Von November 2020 bis Januar 2021 arbeitete der Betrieb nor­mal weiter. Im Februar 2021 wird KUG erneut beantragt. In jedem Bezugsmonat liegt ein Entgeltausfall von 70 Prozent vor.

Die seit März 2020 durchgeführten drei Monate mit Kurzarbeit (August bis Oktober 2020) sind bei der Berechnung der Bezugsmonate für das KUG ab Februar 2021 mit zu berücksichtigen. Der Antrag auf KUG wurde vor dem 31. März 2021 gestellt. Der Entgelt­aus­fall übersteigt 50 Prozent. Das KUG beträgt ab Februar 2021, dem vierten Bezugs­mo­nat, 70 Prozent beziehungsweise 77 Prozent für Beschäftigte mit Kindern.

Im Gegensatz zur Höhe wirkt sich die Unterbrechung aber auf die maximale Bezugsdauer aus. Der Betrieb beantragt für einen Zeitraum von drei aufeinanderfolgenden Monaten kein KUG. Mit dem Antrag im Februar 2021 entsteht ein neuer Anspruch auf KUG mit der dann gültigen Höchstbezugsdauer von 12 Monaten bis zum 31. Januar 2022.

Hinzuverdienst bei Kurzarbeit

Die bestehenden befristeten Hinzuverdienstregelungen werden insoweit bis zum 31. Dezember 2021 verlängert, als dass nur noch das Entgelt aus einem während der Kurzarbeit auf­ge­nom­me­nen Minijob bis 450 Euro anrechnungsfrei bleibt.

Ein Beschäftigter nimmt während seiner Kurzarbeit bei einem anderen Betrieb einen Mini­job mit 300 Euro auf.

Die 300 Euro werden nicht auf das Ist-Entgelt beim KUG angerechnet.


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Stand

Erstellt am: 15.12.2020

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