Betriebliche Gesundheit im Mai

Lesen Sie im AOK-Arbeitgeber-Newsletter: Fehlzeiten durch Rückenschmerzen * Gesunde Raumgestaltung * Gewalt im Job * Beschäftigungsverbot bei Niedrigtemperatur

Rückenschmerzen führen zu den meisten Fehltagen

Rückenschmerzen waren im vergangenen Jahr der wichtigste Grund für Arbeitsausfälle. Ins­ge­samt 21 Mio. Tage fehlten die erwerbsfähigen AOK-Mitglieder 2019 wegen Rückenbeschwerden. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK hervor.

Von durchschnittlich 19,8 Tagen, die jeder Beschäftigte am Arbeitsplatz fehlte, entfielen zwei vol­le Tage auf Rückenschmerzen. Erkältungen machten nur 1,4 Fehltage aus. Die meisten Ar­beits­aus­fäl­le wegen Rückenleiden gab es in der Ver- und Entsorgungsbranche sowie bei Kranführern, die wenigsten bei Beschäftigten der Hochschullehre und -forschung.

Rückenschmerzen treten vor allem in körperlich anstrengenden Berufen auf. Wie Arbeitgeber die Rückengesundheit ihrer Mitarbeiter unterstützen können, erfahren Sie hier.

Büroarchitektur und Gerüche beeinflussen die Arbeitsleistung

Die Gestaltung der Arbeitsräume wirkt sich auf die Konzentrationsfähigkeit und das Stresslevel von Beschäftigten aus. Das zeigt eine aktuelle Metastudie des Fraunhofer-Instituts für Ar­beits­wirtschaft und Organisation. Demnach führen normal hohe und niedrige Decken dazu, dass Mitar­bei­ter detailreiche Aufgabenstellungen besser lösen können, also konzentrierter arbeiten. Hohe Decken wiederum ermöglichen es Beschäftigten, kreativer zu denken. Auch ein zi­tro­nen­haltiger Duftstoff kann die Konzentrationsfähigkeit erhöhen.

Gegen Erschöpfung wiederum kann Pfefferminzgeruch helfen. Solche Duftmarken sind aber nur in einzelnen Räumen sinnvoll, etwa einem Projektraum, dem Eingangsbereich oder der Lounge, um „Räume zu charakterisieren und bestimmte Leistungen zu fördern“, sagt Studienautorin Yue Pan. Sie empfiehlt, die Räume, in denen sich Mitarbeiter länger aufhalten, geruchsneutral zu be­lassen.

In jeder Branche gibt es spezifische Möglichkeiten, den Arbeitsplatz gesundheitsgerecht und leis­tungs­un­ter­stüt­zend zu gestalten. Welche Kriterien dabei eine Rolle spielen, lesen Sie hier.

Gewalt im Job: Vorgesetzte sind wichtige Ansprechpartner

Beleidigungen, Bedrohungen und tätliche Angriffe auf Beschäftigte im öffentlichen Sektor wie Po­li­zis­ten oder Sanitäter haben in den letzten zehn Jahren zugenommen, so sieht es mehr als die Hälfte der Befragten in dem Bereich. Die Arbeitnehmer, die in ihrem Beruf Gewalt oder Re­spekt­lo­sig­kei­ten ausgesetzt sind, sehen jedoch in ihren Vorgesetzten überwiegend vertrauenswürdige Ansprechpartner. Knapp 80 Prozent der Betroffenen fühlen sich mit ihren Problemen von ihrem Chef ernst genommen. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag des Deutschen Ge­werk­schafts­bunds unter 2.000 Beschäftigten aus dem öffentlichen Dienst und dem privatisierten Sektor hervor.

Rund 74 Prozent der Beschäftigten mit Gewalterfahrung erhalten demnach Hilfe und Un­ter­stüt­zung von einer Führungskraft. Dennoch gebe es weiteren Handlungsbedarf, finden die Befragten: Jeweils mehr als 80 Prozent fordern von ihren Arbeitgebern konkrete Handlungsleitlinien für Not­fäl­le, Schulungen zu Deeskalationsmaßnahmen sowie eine bessere Sicherheitstechnik, etwa Alarm­knöpfe.

Um von Mitarbeitern als Vertrauensperson wahrgenommen zu werden, ist es wichtig, dass Füh­rungs­kräf­te echtes Interesse und Gesprächsbereitschaft signalisieren. Konkrete Tipps für eine gute interne Kommunikation können Sie hier nachlesen.

Beschäftigte dürfen beim Arbeiten nicht frieren

Herrschen am Arbeitsplatz Temperaturen von weniger als 17 Grad, müssen Arbeitgeber mit ei­nem Beschäftigungsverbot rechnen. Das geht aus einer Entscheidung der Arbeitsschutzbehörde hervor, die das Verwaltungsgericht Freiburg anschließend bestätigte. Die Raumtemperatur muss sich mindestens zwischen 17 und 21 Grad bewegen, geben die Technischen Regeln für Ar­beits­stät­ten vor.

Konkret ging es in dem Fall um die Arbeitsräume eines Geschäfts, in dem im Winter lediglich 14 bis 15 Grad herrschten. Obwohl sich deswegen sogar ein Kunde beschwerte, änderten die La­den­be­trei­ber nichts an der Situation. Da keine Besserung eintrat, wurde ihnen schließlich ver­bo­ten, Mitarbeiter weiter in dem Laden zu beschäftigen.

Ein gutes Raumklima steigert die Gesundheit der Beschäftigten. Worauf es neben der richtigen Temperatur noch ankommt, lesen Sie hier.

Stand

Erstellt am: 13.05.2020

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