Manpower GmbH & Co. KG

Steckbrief
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Mit 150 Standorten und Hauptsitz im hessischen Eschborn ist die ManpowerGroup ein Anbieter von Zeitarbeitskräften. Im Modellprojekt „Gesunde Zeitarbeit“ engagiert sich das Unternehmen für die Entwicklung eines neuen Gesundheitsstandards.
Branche
Personal- und Stellenvermittlung, Überlassung von Arbeitskräften
Region
Hessen

Das Unternehmen

Die ManpowerGroup ist weltweit führend in der Erbringung innovativer Lösungen und Dienstleistungen, mit denen Unternehmen in der sich verändernden Welt der Arbeit erfolgreich sein können.

Unter dem Dach der ManpowerGroup agieren in Deutschland an 150 Standorten die Gesellschaften Manpower, Experis, ManpowerGroup Solutions und Right Management. Zusammen mit den Joint Ventures Bankpower, AviationPower und Vivento Interim Services ist die Unternehmensgruppe Vorreiter in der Branchen- und Fach-Spezialisierung. Mit diesem Leistungsangebot bietet die ManpowerGroup zielgerichtete und maßgeschneiderte HR-Lösungen für jeden einzelnen Kunden an.

Seit über 60 Jahren ist die ManpowerGroup Schrittmacher der globalen Arbeitswelt. Das Manpower Arbeitsmarktbarometer ist ein weltweit anerkannter Indikator für die Arbeitsmarktentwicklung.

Manpower ist Partner im Projekt GEZA. Dies steht für „Gesunde Zeitarbeit“. Es ist ein Projekt im Modellprogramm zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Über einen Zeitraum von 3 Jahren wird für die Zeitarbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer ein integriertes Gesundheitsmanagement entwickelt, erprobt und umgesetzt. Mittel- und langfristig soll GEZA ein neuer Standard und ein Modell für eine deutsche Lösung zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen werden.

Unternehmenssitz ist Eschborn.

Die Ausgangslage

Das Unternehmen sieht ein effizientes Gesundheitsmanagement als wichtiges zentrales Element an, dass die Verantwortung für den Mitarbeiter unterstreicht. Darüber hinaus hat es eine imagefördernde Dimension, dass auch die Entwicklungsmöglichkeiten der Arbeitnehmerüberlassung fördert.

Gesundheitsmanagement in der Arbeitnehmerüberlassung unterscheidet sich in zwei zentralen Punkten von anderen Branchen:

  • Die Mitarbeiter des Personaldienstleisters sind nur für eine begrenzte Einsatzzeit im jeweiligen Kundenunternehmen tätig. Sie müssen sich also auf immer neue Anforderungen und Strukturen des jeweiligen Arbeitsplatzes einstellen.
  • Der eigentliche Arbeitsplatz des Mitarbeiters liegt nicht im unmittelbaren Gestaltungsbereich des Niederlassungsleiters oder des Personaldisponenten. Um Einfluss auf die (belastenden) Arbeitsfaktoren im Kundenbetrieb zu nehmen, muss das Kundenunternehmen aktiv in das Gesundheitsmanagement einbezogen werden.

Die einzelnen Schritte und Phasen im Überblick:

Zielsetzung

Modernes Gesundheitsmanagement geht von dem Grundsatz aus, dass Fehlzeiten ein Symptom für den Zustand einer Organisation, für das Wohlbefinden und die Identifikation der MitarbeiterInnen ist. Es hat im Wesentlichen 2 übergeordnete Ziele:

  • Förderung individueller und organisatorischer Gesundheitspotenziale im Unternehmen
  • Abbau gesundheitlicher Belastungen

Verhaltens- und Verhältnisprävention sollen dabei miteinander verzahnt werden. Gesundes Verhalten soll durch Information und Erweitern der persönlichen Kompetenz gefördert werden (Verhaltensprävention). Gleichzeitig sollen gesundheitsfördernde Faktoren gestärkt und vermeidbare Belastungen im Unternehmen abgebaut werden (Verhältnisprävention).

Basierend auf diesen Zielen und Grundsätzen soll das Gesundheitsgespräch

  • MitarbeiterInnen über aktuelle Gesundheitsthemen informieren
  • die Leistungsfähigkeit der MitarbeiterInnen erhalten
  • Interesse an den MitarbeiterInnen und deren Arbeitssituation signalisieren
  • die Arbeitszufriedenheit erhöhen
  • Arbeitsklima und Kommunikation verbessern
  • Wertschätzung und Anerkennung vermitteln
  • Ursachen von evtl. Fehlzeiten ermitteln und gemeinsame Lösungen finden
  • Gesundheitliche Belastungen identifizieren

In jeder Niederlassung sollen Führungskräfte befähigt werden, diese Gesundheitsgespräche zu führen. Sie werden damit zu zentralen AnsprechpartnerInnen für alle Fragen zum Thema „Gesundheitsmanagement“. Die Kompetenzen zur Führung von Gesundheitsgesprächen und zur Vereinbarung von gesundheitsbezogenen Zielen werden im Rahmen des Projektes vermittelt. Das von der AOK Hessen entwickelte und auf die Bedarfe der Zeitarbeit adaptierte Konzept sieht daher im Kern den Aufbau von kommunikativen und organisatorischen Kompetenzen bei den verantwortlichen „Gesundheitsmanagern“ vor.

Implementierung der Gesundheitsgespräche

Erfolgskriterien

Organisationale und personale Kompetenzen:

  • Veränderungsbereitschaft des Unternehmens
  • Priorisierung des Themas
  • Integration in Kultur und Unternehmensziele
  • Unterstützung von Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretung
  • Information von Führungskräften und MitarbeiterInnen
  • Zuständigkeiten und Kompetenzen sind eindeutig festgelegt
  • genügend zeitliche Ressourcen stehen zur Verfügung
  • Festlegung konkreter, überprüfbare Zielgrößen

Kompetenzen seitens der Führungskräfte

Gesprächsführungskompetenzen und Wissen um Zusammenhänge zwischen Gesundheit/Krankheit und Arbeit sollten bei den Führungskräften gleichermaßen vorhanden sein. Führungskräfte sollen

  • die Kriterien gelingender Kommunikation (Wertschätzung, Aktives Zuhören...) kennen und situationsangemessen einsetzen können
  • ihre Rolle reflektieren und Situationen gleichberechtigter Kommunikation gestalten können
  • für eine angenehme Gesprächsatmosphäre sorgen können
  • regelmäßige Gespräche mit den MitarbeiterInnen führen (Feedback, Leistungsbeurteilung...) – erfahren und routiniert in der Gesprächsführung sein
  • Wertschätzung zeigen und die MitarbeiterInnen und deren Anliegen ernst nehmen
  • kritikfähig sein
  • gegenüber Gesundheitsthemen aufgeschlossen sein
  • die Zusammenhänge zwischen Gesundheit/Krankheit und Umgebungsbedingungen kennen und dieses Wissen vermitteln können
  • ihr Gesundheitswissen auf dem neuesten Stand halten

Die Themen in den Gesundheitsgesprächen

Es werden folgende Bereiche angesprochen

  • Arbeitsumgebung
  • Arbeitsorganisation
  • Tätigkeit
  • Gruppenklima
  • Vorgesetztenverhalten
  • Gesundes Verhalten

Die Ergebnisse der Gespräche mit den Mitarbeitern, die im Kundeneinsatz tätig sind, werden vertraulich behandelt. Werden aber Belastungsbereiche beim Kundenunternehmen deutlich, findet darüber ein Austausch statt.

Empfohlene Vorgehensweise bei der Einführung der Gesundheitsgespräche

Die Einführung der Gesundheitsgespräche sollte als Projekt im Rahmen eines integrativen Gesundheitsmanagements aufgesetzt werden. Empfehlenswert ist die Steuerung dieses Projektes durch einen Kreis, in dem alle maßgeblichen Entscheider vertreten sind. Dieser Steuerkreis verantwortet das gesamte betriebliche Gesundheitsmanagement. Er analysiert die Ist-Situation, plant und koordiniert alle Maßnahmen und ist für die Zielsetzung und Erfolgskontrolle verantwortlich.

Projektschritte

Vorbereitungsphase:

  • Abstimmung und Konkretisierung des Projekts Gesundheitsgespräche im Steuerkreis Gesundheit
  • Zieldefinition und Festlegung der Erfolgskriterien
  • Erstellen eines Projektplans
  • ausführliche Information der Führungskräfte und MitarbeiterInnen über die Durchführung und Zielsetzung der Gesundheitsgespräche
  • Auswahl der Führungskräfte, die Gesundheitsgespräche führen sollen – idealerweise führen die direkten Vorgesetzten die Gespräche.
  • Sollte dies aus betrieblichen Gegebenheiten (Nachtschicht, Außendienst....) nicht möglich sein, gilt es sorgfältig zu prüfen, wer diese Aufgaben übernehmen könnte
  • Vorbereitung der Führungskräfte, die Gesundheitsgespräche führen sollen mit Hilfe von Trainings, Workshops etc.

Die Umsetzungsphase:

  • Start der Gesundheitsgespräche
  • Durchführung und Dokumentation der Gespräche
  • Ableiten und Umsetzen von Maßnahmen

Evaluation und Erfolgskontrolle:

Erfolgskontrolle und Evaluation der Ergebnisse werden anhand vorher definierter Erfolgskriterien zu einem festgelegten Zeitpunkt vorgenommen.

Besonderheiten der Arbeitnehmerüberlassung

Bei der Einführung der Gesundheitsgespräche müssen die Besonderheiten der Arbeitnehmerüberlassung berücksichtigt werden. Gesundheitsmanagement muss gleichzeitig die Rahmenbedingungen des Personaldienstleisters und des Kundenunternehmens im Blick haben. Schließlich arbeiten die Mitarbeiter in den Kundenunternehmen und finden dort unterschiedliche Arbeitsbedingungen, Strukturen, Prozesse und damit auch Belastungen vor. Eine direkte Einflussmöglichkeit auf die Arbeitsbedingungen im Kundenunternehmen hat der Personaldienstleister nicht. Zudem ist zu berücksichtigen, dass der Personaldienstleister in einem gewissen wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnis zum Kundenunternehmen steht. Daher müssen dessen Verbesserungsvorschläge und Belastungsbereiche im Hinblick auf die Kundenbetriebe, die in Gesundheitsgesprächen mit ihren Beschäftigten angesprochen wurden, mit einer hohen Sensibilität thematisiert werden. Schließlich ist das Konfliktpotenzial aufgrund der unterschiedlichen Interessenslage in diesem Beziehungsgeflecht außerordentlich hoch.

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, Kundenunternehmen schon vor dem eigentlichen Start der Gesundheitsgespräche in das Projekt mit einzubeziehen. Neben dem Steuerkreis, der die Gesundheitsförderung im Personaldienstleistungsunternehmen verantwortet, ist die Einrichtung eines weiteren Gremiums sinnvoll, in dem die Kundenunternehmen vertreten sind. Dadurch ist gewährleistet, dass entsprechende Informationen, die der Personaldienstleister von seinem MitarbeiterInnen erhält, auch bei den EntscheidungsträgerInnen im Kundenunternehmen ankommen. Der Kundenbetrieb ist in das Projekt eingebunden und profitiert von den Erkenntnissen und Ergebnissen des Projekts Gesundheitsgespräche auch im Hinblick auf seine Stammbelegschaft und deren Gesundheit.

AOK-Ansprechpartner für dieses Praxisbeispiel
Petra Homberg
Projektmanagerin Service Gesunde Unternehmen
AOK Hessen
In der Witz 29
55252 Mainz-Kastel
06134 / 7254-242
06134 / 7254-20
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