Verpflichtende Testangebote in Unternehmen beschlossen
23.04.2021 | Coronatests in Betrieben

Verpflichtende Testangebote in Unternehmen beschlossen

Betriebe müssen ihren Beschäftigten künftig zweimal pro Woche einen Coronatest anbieten. Eine Testpflicht der Arbeitnehmer besteht allerdings nicht. Auch eine Dokumentationspflicht der Arbeitgeber ist nicht vorgesehen

Zweimal pro Woche testen

Arbeitgeber sind laut Bundesarbeitsministerium  künftig verpflichtet, Mitarbeitern, die nicht im Homeoffice, sondern vor Ort arbeiten, mindestens zweimal pro Woche einen Coronatest anzubieten. 

Zunächst war nur ein Test pro Woche vorgeschrieben. Zwei Tests sollten nur Beschäftigte bekommen, die häufigen Kontakt mit Kunden haben oder dort tätig sind, wo der Mindestabstand nur schwer eingehalten werden kann. Jetzt wurde die Regelung verschärft, so dass Arbeitgeber grundsätzlich allen Mitarbeitern zwei Tests anbieten müssen. Während Unternehmen zu den Test-Angeboten verpflichtet werden, gibt es für Arbeitnehmer keine Pflicht, sich testen zu lassen.

Das legt die dritte Verordnung (PDF, 142 KB)  zur Änderung der SARS-CoV-2 Arbeitsschutzverordnung fest. Die Regeln der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung wurden bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Damit bleiben Arbeitgeber außerdem in der Pflicht, Beschäftigten – wo immer es möglich ist – die Arbeit im Homeoffice anzubieten. Arbeitnehmer sind nun auch verpflichtet, dieses Angebot möglichst anzunehmen.

Keine Dokumentation nötig

Für Beschäftigte, die vor Ort im Unternehmen tätig sind, müssen Arbeitgeber die Tests zur Verfügung stellen und auch für die entstehenden Kosten aufkommen. Betriebe sind allerdings nicht verpflichtet zu dokumentieren, inwiefern ihre Beschäftigten die Testmöglichkeit in Anspruch nehmen.

Verschiedene Tests im Überblick

Es gibt drei Arten von Coronatests:

  • PCR-Tests sind laut Bundesgesundheitsministerium  der „Goldstandard“. Die Probenentnahme erfolgt durch medizinisches Personal – die Auswertung durch Labore.
  • Auch Antigen-Schnelltests können nur durch geschultes Personal durchgeführt werden. Die Auswertung erfolgt aber direkt vor Ort. Seit 8. März hat jeder Bürger Anspruch auf mindestens einen Schnelltest pro Woche.
  • Selbsttests sind zur Anwendung durch Privatpersonen bestimmt. Sowohl Probenentnahme als auch Auswertung sind entsprechend einfach.

Schnell- und Selbsttests haben gegenüber den PCR-Tests eine höhere Fehlerrate. Daher soll nach jedem positiven Schnell- und Selbsttest immer ein PCR-Test zur Bestätigung gemacht werden.

Selbsttests sind ausreichend

Welche Art Test Arbeitgeber ihren Beschäftigten zur Verfügung stellen, ist nicht vorgeschrieben. Demnach reicht es aus, wenn Betriebe zum Beispiel Selbsttests zu den Mitarbeitern nach Hause schicken oder Selbsttests für alle zugänglich im Betrieb deponieren.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) empfiehlt allerdings, wenn möglich die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassenen Point-of-Care-Antigen-Schnelltests einzusetzen. Diese Tests müssen laut DGUV von fachkundigen Personen wie einem Betriebsarzt durchgeführt werden.

Steht solches Fachpersonal nicht zur Verfügung, verweist die DGUV auf die vom BfArM zugelassenen Selbsttests, die Beschäftigte selbst anwenden können.

Laut Angaben des Bundesgesundheitsministeriums ist dafür gesorgt, dass beide Arten von Tests in Zukunft ausreichend vorhanden sind und von den Unternehmen beschafft werden können.

Was tun bei einem positiven Test?

Liefert ein Antigen-Schnelltest ein positives Ergebnis, muss der Arbeitnehmer das laut Bundesgesundheitsministerium beim zuständigen Gesundheitsamt melden.

Außerdem besteht für den Beschäftigten die Pflicht, im Falle eines positiven Befunds einen Antikörper-Test (auch PCR-Test) zur Bestätigung durchführen zu lassen, weil dessen Aussagekraft grundsätzlich verlässlicher ist. Der PCR-Test wird von der Krankenkasse bezahlt.

Fällt ein Selbsttest positiv aus, besteht zwar keine Meldepflicht. Aber auch dann sollten die Beschäftigten das Ergebnis durch einen PCR-Test bestätigen lassen und sich vorsichtshalber zu Hause in Isolierung begeben, bis das Ergebnis vorliegt.

Ziel der Test-Angebotspflicht

Die Schnell- und Selbsttests sollen helfen, mit dem Coronavirus infizierte Menschen zu finden, die noch keine deutlichen Symptome spüren, um so Infektionsketten zu verhindern.

Laut einer Umfrage im Auftrag der Bundesregierung haben inzwischen schon rund 61 Prozent der Beschäftigten ein Testangebot von ihrem Arbeitgeber bekommen. Weitere Arbeitgeber hätten den Mitarbeitern Tests in Aussicht gestellt. Nimmt man diese Gruppe hinzu, erhalten etwa 70 Prozent der Beschäftigten ein Testangebot oder es ist ihnen zumindest angekündigt worden.

Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber Mitte März, als dieser Anteil noch bei 35 Prozent lag. Die Zielmarke, die die Bundesregierung durch die neue Regelung erreichen will, liegt laut Medienberichten bei 90 Prozent.

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Stand

Zuletzt aktualisiert: 23.04.2021

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