Expertenforum - Minijob beim selben Arbeitgeber während Elternzeit

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Expertenforum

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  • 01
    Minijob beim selben Arbeitgeber während Elternzeit
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    eine unserer Mitarbeiterinnen ist seit Dezember 2019 in Elternzeit; zuvor war sie sozialversicherungspflichtig in Vollzeit beschäftigt. Nun hat sie sich bei uns gemeldet und den Wunsch geäußert während der Elternzeit stundenweise zu arbeiten; wir befürworten dies.

    Mit einer geplanten Arbeitszeit von 5 Stunden pro Woche würde die Mitarbeiterin unter die 450,- € Grenze kommen, weshalb wir sie als geringfügig Beschäftigte anmelden und abrechnen müssen. Da ihr Hauptarbeitsverhältnis während der Elternzeit ruht, kann im vorliegenden Fall ausnahmsweise auch ein Minijob beim selben Arbeitgeber abgerechnet werden.

    Wir beabsichtigen, die Mitarbeiterin unter einer neuen Personalnummer anzulegen und mit dem PGR-Schlüssel 109 anzumelden. Die Personalnummer, über die die ruhende Hauptbeschäftigung abgerechnet wird, bleibt unverändert und es erfolgt keine SV-Meldung.

    Liegen wir damit richtig, dass ein Minijob im beschriebenen Fall möglich und die Meldung wie beschrieben richtig ist?


    Mit besten Grüßen

  • 02
    RE: Minijob beim selben Arbeitgeber während Elternzeit
    Hallo Schnitzel,
     
    Teilzeitbeschäftigungen während der Elternzeit sind grundsätzlich möglich.
    Beträgt das monatliche Arbeitsentgelt dabei nicht mehr als 450,00 €, ist eine solche Beschäftigung als geringfügig entlohnte Beschäftigung anzusehen.
     
    Da bei einem Wechsel von einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zu einer geringfügig entlohnten Beschäftigung während der Elternzeit ein einheitliches Beschäftigungsverhältnis vorliegt, kann die Arbeitnehmerin nicht gleichzeitig zur Minijobzentrale und zu ihrer Krankenkasse gemeldet sein.
    Demzufolge ist es nicht möglich, bei einem Arbeitgeber mehrere Beschäftigungen auszuüben, die im Abrechnungsprogramm mit verschiedenen Personalnummern angelegt werden sollen.
     
    Somit ist eine Ummeldung verpflichtend vorzunehmen.
    Mit Umstellung der bisherigen versicherungspflichtigen Beschäftigung in eine geringfügig entlohnte Beschäftigung sind eine Abmeldung bei der zuständigen Krankenkasse mit dem Meldegrund „31“ und eine Anmeldung zum Folgetag (Meldegrund „11“) an die Minijob-Zentrale zu übermitteln.
     
    Unabhängig davon, dass die Mitarbeiterin eine geringfügig entlohnte Beschäftigung ausüben wird, bleibt ihr Krankenversicherungsschutz während der Dauer der Elternzeit weiterhin beitragsfrei erhalten.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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