Steuer- und beitragsfreie Zuschüsse für besonderes Engagement noch bis 2022 möglich

Unternehmen, die ihren Beschäftigten einen Corona-Bonus zahlen wollen, bleibt mehr Zeit. Die Regelung, dass der Bonus steuer- und damit sozialversicherungsfrei ist, wurde bis zum 31. März 2022 verlängert. Das gilt unverändert für Zahlungen von bis zu 1.500 Euro, die zusätzlich zum Arbeitslohn gezahlt werden.

Belohnung für Beschäftigte

In Krankenhäusern, Altenheimen, aber auch in Supermärkten leisten Beschäftigte in der aktuellen Pandemie mehr als nur ihren normalen Job. Sie halten die Gesellschaft am Laufen. Damit besonderes Engagement auch mit mehr als einem Dankeschön belohnt werden kann, hat die Bundesregierung Steuerbefreiungen dafür zugelassen.

Arbeitgeber können ihren Arbeitnehmern in der Zeit Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei in Form von Zuschüssen und Sachbezügen gewähren (nach § 3 Nr. 11 EStG). Die Frist für die Zahlung wurde im Abzugssteuerentlastungsmodernisierungsgesetz (AbzStEntModG) bis zum 31. März 2022 verlängert.

Entscheidend ist, dass der Bonus rechtzeitig – also bis zum 31. März 2022 auf dem Konto der Beschäftigten eingegangen ist. Die Prämie kann nur ein einziges Mal ausgezahlt werden. Arbeitgeber, die schon 2020 gezahlt haben, können das nicht noch einmal tun.

Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist, dass die Zuwendungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Dabei muss aus vertraglichen Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erkennbar sein, dass es sich um steuerfreie Beihilfen und Unterstützungen zur Abmilderung der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Krise handelt.

Steuerfrei bedeutet hier auch beitragsfrei

Steuerfreie Zuschüsse und Bonuszahlungen der Arbeitgeber sind nach der Sozialversicherungs-Entgeltverordnung auch dem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsentgelt nicht zuzurechnen und damit beitragsfrei.

Zuschüsse in allen Branchen möglich

Normalerweise sind Beihilfen und Unterstützungen des Arbeitgebers nur in Krankheits- und Unglücksfällen steuer- und beitragsfrei möglich. Nach einem Schreiben des Finanzministeriums kann aber in der Corona-Krise allgemein unterstellt werden, dass ein Anlass für die Zahlungen gegeben ist. Die sonst geltenden Voraussetzungen müssen nicht vorliegen.

Steuer- und beitragsfreie Zuschüsse und Beihilfen bis zu 1.500 Euro dürfen in allen Branchen und allen Berufen gezahlt werden – nicht nur in den sogenannten systemrelevanten Bereichen. Andere Steuerbefreiungen, Bewertungsvergünstigungen oder Pauschalbesteuerungsmöglichkeiten können daneben weiter in Anspruch genommen werden.

Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld sind allerdings von der Steuerfreiheit ausgenommen.

Stand

Zuletzt aktualisiert: 05.07.2021

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