31.08.2022 | Burnout in der Pflege

Burnout-Risiko für Pflegekräften steigt

Beschäftigte in Pflegeberufen erkrankten 2021 fast doppelt so oft mit Burnout-Beschwerden wie in allen anderen Berufsgruppen. Seit 2012 ist ihr Anteil um mehr als 15 Prozent gestiegen. Das ergab eine aktuelle Auswertung von Arbeitsunfähigkeitsdaten von rund 700.000 AOK-versicherten Beschäftigten in Pflegeberufen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Burnout kann alle treffen

Burnout in der Pflege ist keine Frage von Alter oder Geschlecht. Das Risiko, Erkrankungen im Zusammenhang mit Burnout zu erleiden, ist bei älteren Beschäftigten nur geringfügig höher als bei den unter 30-Jährigen.

Laut WIdO stieg die Anzahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen in der Pflege im vergangenen Jahr auf durchschnittlich 6,2 Tage je Mitglied an und damit erneut weit über den Durchschnitt aller Berufe (3,4 Tage). Erkrankungen im Zusammenhang mit der Diagnose Burnout verursachten bei Pflegekräften im vergangenen Jahr im Schnitt 28,2 Arbeitsunfähigkeitstage je 100 AOK-Mitglieder, deutlich mehr als in anderen Berufen mit 14,2 Tagen. Insgesamt lag die Anzahl der durchschnittlichen Ausfalltage je Mitglied 2021 in der Pflege mit 26,2 Tagen um ein Drittel höher als bei allen AOK-versicherten Beschäftigten (19,7 Tage) und erreichte ein neues Rekordniveau.

Pflegende sind besonders gefordert

Die Gründe für das höhere Risiko sind vielfältig. Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter. Viele Menschen leiden an Demenz oder an mehreren, gleichzeitig auftretenden Erkrankungen (Multimorbidität). Diese Patientinnen und Patienten benötigen Pflege mit viel Fachwissen und Zuwendung. Beides erfordert Zeit, die im Pflegealltag oft fehlt. 

Pflegeinrichtungen und Krankenhäuser haben zugleich immer mehr Probleme, qualifiziertes Personal zu finden. Viele Stellen müssen offenbleiben. Daher müssen weniger Pflegekräfte mehr Aufgaben bewältigen und können aufgrund der hohen Arbeitsdichte sich nicht so intensiv um die Menschen kümmern, wie sie es möchten. Diese Mehrbelastungen führen dazu, dass zahlreiche professionell Pflegende dem täglichen Druck nicht mehr standhalten können und selbst krank werden und ausfallen.

BGF kann Pflegepersonal helfen

Pflegekräfte brauchen Entlastung und Ausgleich. Das verdeutlichen die WidO-Zahlen. Helfen kann die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF). Genau dieses Ziel verfolgt die AOK-Initiative Pflege.Kräfte.Stärken. Die Gesundheitskasse unterstützt Arbeitgeber, die die Ressourcen ihrer Beschäftigten stärken und ihre Arbeitsstrukturen verbessern möchten. Dazu hält sie Angebote

  • zur Stärkung von Resilienz,
  • zum Stressmanagement,
  • zur gesunden Gestaltung von Schichtdiensten und
  • zum gesunden Führen bereit. 

Allein im zweiten Pandemiejahr 2021 hat die AOK-Gemeinschaft bundesweit über 1.300 Pflege­einrichtungen mit Aktivitäten zur BGF unterstützt. Damit nimmt die Gesundheitskasse eine Spitzenposition unter den gesetzlichen Krankenkassen ein. Dieses Engagement wird die AOK in den nächsten Jahren noch weiter ausbauen.

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Arbeitgeber können gemeinsam mit der AOK gezielt ihre Pflegekräfte mit BGF-Projekten stärken. Dazu macht die Gesundheitskasse vielfältige Angebote.

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