Expertenforum - Wekstudentenprivileg ohne Erbringung von Studienleistungen

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

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Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Wekstudentenprivileg ohne Erbringung von Studienleistungen
    Sehr geehrtes Expertenteam,

    wir beschäftigen unter anderem seit ca. 4 Jahren einen Werkstudenten. Dieser befindet sich mittlerweile im 10. Fachsemester und wird unserseits im Rahmen von maximal 20 Wochenstunden - mit Ausnahme von vorlesungsfreien Zeiten - beschäftigt.

    Aufgrund der nun mittlerweile langen Studiendauer haben wir eine Leistungsübersicht angefordert. Diese offenbarte, dass bislang keine anechenbaren Studienleistungen während des Bachelor-Studiums erbracht wurden. Für uns stellt sich nun die Frage, ob das Werkstudentenprivileg weiter angewendet werden kann oder aufgrund der nicht erbrachten Studienleistungen eben nicht. Die 20-Stunden-Grenze wird eingehalten, der Werkstudent ist weiter immatrikuliert und er hat die 25-Semester-Grenze nicht überschritten.

    Bitte um Ihre Einschätzung.


    Mit freundlichen Grüßen

    Schnitzel


  • 02
    RE: Wekstudentenprivileg ohne Erbringung von Studienleistungen
    Guten Tag,
     
    Voraussetzung für die Anwendung der Vorschriften über die Versicherungsfreiheit der von Studenten ausgeübten Beschäftigungen ist die Zugehörigkeit zum Personenkreis der ordentlichen Studierenden. Zu den ordentlichen Studierenden gehören diejenigen, die an einer Hochschule oder einer der fachlichen Ausbildung dienenden Schule eingeschrieben (immatrikuliert) sind und deren Zeit und Arbeitskraft überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden.
     
    Personen, die neben ihrem Studium nicht mehr als 20 Stunden „wöchentlich“ beschäftigt sind, gehören ihrem Erscheinungsbild nach grundsätzlich zu den Studierenden und nicht zu den Arbeitnehmern. Die Höhe des Arbeitsentgelts ist dabei ohne Bedeutung. Daraus ergibt sich, dass Studenten in einer Beschäftigung in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung grundsätzlich versicherungsfrei sind, solange sie wöchentlich nicht mehr als 20 Stunden arbeiten. In der Rentenversicherung besteht Versicherungspflicht.
     
    Sofern Studenten neben dem Studium eine Beschäftigung mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden ausüben, sind sie grundsätzlich als Arbeitnehmer anzusehen und demnach in ihrer Beschäftigung in der Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungspflichtig. Die wöchentliche Zeitgrenze von 20 Stunden ist allerdings nicht starr. Wenn die Arbeitszeit im Einzelfall so liegt, dass sie sich den Erfordernissen des Studiums anpasst oder unterordnet, kann die 20-Stunden-Grenze im Einzelfall überschritten werden. Dies können beispielsweise Arbeitseinsätze am Wochenende sowie in den Abend- oder Nachtstunden sein.
     
    Soweit eine Immatrikulationsbescheinigung vorliegt, die 20-Wochenstunden eingehalten werden und das 25. Fachsemester nicht überschritten wurde, kann der Werkstudentenstatus angewendet werden.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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