Expertenforum - Mutterschaftsgeld wie berechnen?

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

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Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Mutterschaftsgeld wie berechnen?
    Guten Tag!
    Unsere Mitarbeiterin ist mit dem 2. Kind schwanger, wir haben nun ein Problem aus welchem Gehalt sich der AG-Anteil Mutterschaftsgeld berechnet.
    Folgende Eckdaten:

    Kind 1
    Mutterschutz 03.10.2018 – 09.01.2019
    Elternzeit beantragt 10.01.2019 – 09.01.2021
    ab 01.01.2020 während der Elternzeit Arbeit in TZ aufgenommen. 7 Stunden 470€ SV-pflichtig.

    Kind 2
    Am 05.06.20 Kündigung Elternzeit zu Beginn des Mutterschutzes am 31.07.2020
    Mutterschutz 31.07.2020 – 06.11.2020
    Elternzeit 07.11.2020 – 07.09.2023

    Aus welchem Gehalt berechnen wir als AG nun den AG-Anteil Mutterschaftsgeld? Aus den 470€ oder aus dem Gehalt vor der ersten Schwangerschaft?
    Danke vorab!!



  • 02
    RE: Mutterschaftsgeld wie berechnen?
    Hallo Yvonne,

    die Höhe des täglichen Mutterschaftsgeldes, das der Versicherten von der zuständigen Krankenkasse gezahlt wird, beträgt - sowohl bei Zugrundelegung einer Vollzeitbeschäftigung als auch bei Berücksichtigung einer Teilzeitbeschäftigung – jeweils 13 €.

    Ihre Frage zur „Berechnung“ bezieht sich somit auf die Ermittlung des täglichen Mutterschaftsgeld- „Zuschusses“, den die Arbeitnehmerin direkt vom Arbeitgeber erhält.
    Da hierbei rein arbeitsrechtliche Regelungen betroffen sind, bitten wir um Verständnis, dass wir hierzu im Rahmen dieses Forums keine konkrete Stellungnahme abgeben können.

    Grundsätzlich gilt:
    die Möglichkeit der vorzeitigen Beendigung der Elternzeit wird im § 16 Abs. 3 Satz 3 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) geregelt. Wird die Elternzeit aufgrund der Wahrung der Schutzfristen (§ 3 Mutterschutzgesetz (MuSchG)) beendet, so entsteht neben dem Anspruch auf Mutterschaftsgeld durch die Krankenkasse auch ein erneuter Anspruch auf den „Zuschuss“ zum Mutterschaftsgeld (§ 20 MuSchG). Er wird für die Zeit der Schutzfristen vor und nach der Entbindung sowie für den Entbindungstag in Höhe des Unterschiedsbetrages zwischen 13,00 € und dem durchschnittlichen kalendertäglichen Nettoentgelt gezahlt.

    Arbeitnehmerinnen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtiges Mitglied sind, haben Anspruch auf Mutterschaftsgeld gegenüber der zuständigen Krankenkasse (in Höhe von bis zu 13,00 € kalendertäglich). Bei Arbeitnehmerinnen in Teilzeitbeschäftigung während der Elternzeit sind für die Berechnung des Mutterschaftsgeldes die letzten drei abgerechneten Kalendermonate aus der Teilzeitbeschäftigung zugrunde zu legen.

    Werden Arbeitnehmerinnen durch diese Regelung schlechter gestellt als Frauen, die während der Elternzeit keine Beschäftigung ausgeübt haben, so ist aufgrund einer Ausnahmeregelung für die Berechnung des Mutterschaftsgeldes eine Gleichstellung mit Arbeitnehmerinnen vorzunehmen, die keine Beschäftigung während der Elternzeit ausgeübt haben. Nur in den Fällen, bei denen das Mutterschaftsgeld aus der Teilzeitbeschäftigung weniger als 13,00 €/Tag beträgt, ist der Bemessungszeitraum aus der vorangegangenen (ersten) Schutzfrist zugrunde zu legen.

    Weitergehende Auskünfte zur Berechnung des Zuschusses zum Mutterschaftsgeld erhalten Sie z. B. von den Industrie- und Handelskammern sowie von Fachanwälten für Arbeitsrecht.  

    Mit freundlichen Grüßen  

    Ihr Expertenteam
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