Betriebliche Gesundheit im Oktober

Lesen Sie im AOK-Arbeitgeber-Newsletter: Positive Psychologie * Gewichtszunahme durch Corona * Diversitätsmanagement * Berufskrankheiten

Motivation mit Positiver Psychologie

Fokussieren sich Führungskräfte auf die Stärken ihrer Beschäftigten, steigt deren Leistung wäh­rend des Arbeitstags im Schnitt um 36 Prozent an. Hebt das Management hingegen die Schwä­chen hervor, fällt die Leistung der Belegschaft um 27 Prozent. Wissenschaftliche Befunde und Wissenswertes zur Positiven Psychologie fasst der neue Ratgeber iga.Fakten „Stärken stärken. Positive Psychologie in Prävention und Betrieblicher Gesundheitsförderung“ zusammen. Wie insbesondere Führungskräfte Beschäftigte mit diesen Erkenntnissen positiv anleiten und stärken können, wird mit zahlreichen Beispielen und Übungen beschrieben.

Zugrunde liegt der Positiven Psychologie das sogenannte PERMA-Modell:

  • Positive Emotionen: Je regelmäßiger Beschäftigte Glücksmomente erleben, desto mehr trauen sie sich zu, probieren aus, bleiben motiviert. Das gelingt etwa durch eine „Blitzlichtrunde“: Zu Beginn jedes Meetings werden Erfolge miteinander geteilt.
     
  • Engagement: Das Engagement kann gefördert werden, wenn sich Beschäftigte mit ihren Auf­ga­ben identifizieren, von ihnen herausgefordert werden, sie autonom gestalten und an ihnen wachsen können.
     
  • Relationship (Beziehungen): beschreibt die Herausforderung, einen positiven, vertrauensvollen und wertschätzenden Umgang miteinander zu pflegen, Beziehungen aufzubauen und mit po­si­ti­ver Kommunikation zu pflegen.
     
  • Meaning (Sinn): Die Arbeit soll als „sinnvoll“ erlebt werden. Führungskräfte können mit Fragen und Beobachtungen dabei unterstützen: Was bedeutet meine Arbeit für andere? Was treibt mich an? Wo finde ich Erfüllung in einer Aufgabe?
     
  • Accomplishment (Zielerreichung): Klar definierte Ziele helfen bei der Zielerreichung, aber auch die Wertschätzung des Erreichten und der Leistung durch Führungskräfte und das eigene Team fördern Motivation und Leistungsbereitschaft.

Gelingt es Führungskräften, die fünf Faktoren des PERMA-Modells zu berücksichtigen, schaffen sie Wohlbefinden, Wachstum und spornen Beschäftigte an, ihre Stärken im Unternehmen ein­zu­brin­gen.

Stärken zu stärken, ist ein Konzept der Positiven Psychologie und wichtiger Bestandteil der Be­trieb­li­chen Gesundheitsförderung (BGF). Wie Sie sich die Erkenntnisse der Positiven Psychologie zunutze machen können, erfahren Sie hier.

Corona-Pfunde wieder loswerden

39 Prozent der Menschen in Deutschland haben seit Pandemiebeginn im Durchschnitt 5,6 Kilo zugenommen. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin (EKFZ). Die Gründe für die Corona-Pfunde offenbaren zwei weitere Zahlen: Etwa ein Drittel der befragten Erwachsenen gab an, mehr zu essen, noch dazu überwiegend ungesunde Lebensmittel wie Kuchen und Süßigkeiten. Über die Hälfte (52 Prozent) erklärte, sich weniger zu bewegen als noch 2019. Da Übergewicht chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Beschwerden fördert, raten die EKFZ-Experten, wieder mehr auf einen gesunden Lebensstil zu achten, um das Gewicht zu reduzieren. Dazu schlagen sie neben einem Be­we­gungs­mix aus Kraft- und Ausdauertraining vor, sich wieder bewusst an die zehn Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu halten.

Führungskräfte können ihre Beschäftigten bei einem gesunden Lebensstil unterstützen, etwa in­dem sie gemeinsame Gesundheitswochen im Betrieb ausrufen und via Mail oder über das In­tra­net regelmäßig Fitness- und Ernährungstipps an ihre Beschäftigten herantragen.

Wie Arbeitgeber ihre Beschäftigten noch bei einer gesunden Ernährung und einem gesunden Lebensstil unterstützen können, lesen Sie hier.

Gesund führen mit Diversitätsmanagement

Menschen, die diskriminierende Erfahrungen im Arbeitsleben machen, sind dreimal häufiger von Depressionen und Burn-out betroffen als die restliche Bevölkerung. Das zeigt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin. Diversitätsmanagement sowie ein pro­fes­si­o­nel­ler und wertschätzender Umgang mit Menschen unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung und kultureller Herkunft können dabei helfen, Teams gesund und erfolgreich zu füh­ren. Das heißt für die Praxis zum Beispiel:

  • Aufgaben und Verantwortung unabhängig vom Geschlecht verteilen
  • Entwicklungsmöglichkeiten für alle gleichermaßen schaffen
  • Teilzeitmodelle für alle Beschäftigten anbieten
  • Ungleiche Bezahlung der Geschlechter beenden

Ein weiterer Tipp: Führungskräfte können interkulturelle Netzwerke in Form von betrieblichen Arbeitsgruppen etablieren. Ihr Ziel ist das Entwickeln von Ideen und Konzepten, mit denen sich das interne Miteinander verbessern lässt, neue, ihrerseits diverse Kundenzielgruppen an­ge­spro­chen oder neue Fachkräfte gefunden werden können.

Die zunehmend vernetzte Welt bringt Generationen und Geschlechter, Kulturen und Welt­an­schau­un­gen immer enger zusammen. Wie Unternehmen von dieser Vielfalt profitieren, lesen Sie hier.

Neue Berufskrankheiten anerkannt

Zum 1. August 2021 wurden zwei neue Krankheiten in die Berufskrankheitenliste auf­ge­nom­men: Hüftgelenksarthrose durch Heben und Tragen schwerer Lasten sowie Lungenkrebs durch Passivrauchen. Als Berufskrankheiten kommen nur jene Erkrankungen infrage, die nach den Er­kennt­nis­sen der Medizin durch besondere Einwirkungen bei der Arbeit verursacht werden. Diese Bedingung ist unter bestimmten Voraussetzungen gegeben, urteilt der Ärztliche Sach­ver­stän­di­gen­bei­rat Berufskrankheiten:

  • Bei der Hüftgelenksarthrose muss die erkrankte Person während ihres Arbeitslebens min­des­tens zehnmal pro Tag Lasten mit einem Gewicht von mindestens 20 Kilogramm gehandhabt haben. Das kann Personen betreffen, die über viele Jahre in der Kranken- und Altenpflege, in Bauberufen, im Bergbau, als Lkw-Fahrer oder in der Landwirtschaft gearbeitet haben.
     
  • Beim Passivrauchen muss die erkrankte Person am Arbeitsplatz viele Jahre intensiv Passivrauch ausgesetzt gewesen sein und selbst nie oder maximal bis zu 400 Zigaretten aktiv geraucht ha­ben. Diese Bedingungen können auf Personen zutreffen, die in Bars, Diskotheken oder Knei­pen tätig waren.

Durch die neue Verordnung verpflichten sich gesetzliche Unfallversicherungen zur medizinischen Versorgung. Verbleiben trotz allem schwerwiegende körperliche Beeinträchtigungen, erhalten Versicherte eine Rente.

Arbeitgeber können durch vielfältige Maßnahmen dafür sorgen, Beschäftigte gesund zu halten und Fehlzeiten zu vermeiden. Dabei unterstützt die AOK mit Tipps, wie Nichtraucher am Ar­beits­platz geschützt werden können, oder mit Schulungen zum richtigen Heben und Tragen, die Be­schwer­den des Muskel-Skelett-Systems vorbeugen.

Stand

Erstellt am: 12.10.2021

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