Minijobs – Sonderregeln enden

Wegen der Corona-Krise wurden für kurzfristige Beschäftigungen die Zeitgrenzen ausgedehnt. Die Sonderregeln sind bis 31.Oktober 2020 befristet. Eine Verlängerung ist derzeit nicht geplant.

Zeitgrenzen wurden wegen Corona-Krise verlängert

Bis zum 31. Oktober 2020 gilt aufgrund der Corona-Krise übergangsweise eine höhere Zeitgrenze für kurzfristig Beschäftigte. Sie wurde von drei Monaten oder 70 Arbeitstagen bei kurzfristig Beschäftigten auf fünf Monate oder 115 Arbeitstage ausgedehnt. Diese Zeitgrenze von fünf Monaten gilt übergangsweise analog bei einem 450-Euro-Minijob, wenn die Grenze von 450 Euro unvorhergesehen überschritten wird (regulär drei Monate).

Ab dem 1. November 2020 gelten wieder die Zeitgrenzen von drei Monaten beziehungsweise 70 Arbeitstagen im Kalenderjahr.

Im Video stellt der AOK-Sozialversicherungs-Experte Klaus Herrmann die Regeln für die Übergangperiode nach dem Auslaufen der Sonderregeln vor.

Die Themen im Überblick

  • Ausgedehnte Zeitgrenzen
  • Prüfen der Zeitgrenzen
  • Beginn der Beschäftigung nach dem 1. März 2020 und Ende vor dem 1. November 2020
  • Beschäftigung besteht über den 31. Oktober 2020 hinaus
  • Beschäftigungsbeginn ab 1. November 2020
  • Auswirkungen auch auf geringfügig entlohnte Beschäftigungen
  • Berufsmäßigkeit prüfen

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  • 01
    Minijob
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    da die Sonderregelung kurzfr. Besch. zum 31.10.2020 ausläuft, habe ich ein Problem mit einer Anmeldung/Abmeldung.

    Die Mitarbeiterin war vom
    09.03.2020 - 04.04.2020 kurzfr. angemeldet = 23 Tage
    und aktuell vom
    05.10.2020 - 28.11.2020 kurzfr. angemeldet = 55 Tage ( läuft noch ) Gesamt 78 Tage
    da die Sonderregelung zum 31.10.2020 endet, würde ich die kurzfristige Beschäftigung
    um 8 Tage kürzen und das Arbeitsverhältnis am 20.11.2020 beenden und somit die 70 Tage nicht überschreiten.
    Ist das so korrekt.

    NUR ZUR INFO. Die Mitarbeiterin war 2019 auch kurzfristig beschäftigt.

    11.03.2019 - 06.04.2019
    01.09.2019 - 30.09.2019



  • 02
    RE: Minijob
    Sehr geehrte Frau Rocktroh,

    wir gehen davon aus, dass es sich bei den befristeten Beschäftigungen um eine Person handelt, die nicht berufsmäßig tätig ist.
    Die Sonderregelung endet, wie bereits von Ihnen mitgeteilt, zum 31.10.2020.
    In diesem Fall ist zu prüfen, ob für die Zusammenrechung der kurzfristigen Beschäftigungen innerhalb eines Kalenderjahres die  70 Arbeitstage oder die 3 Monate bzw. 90 Kalendertage zur Anwendung kommt. Sofern die befristeten Beschäftigungen an weniger als 5 Arbeitstage in der Woche durchgeführt werden bzw. wurde sind die 7o Arbeitstage zu berücksichtigen. Ansonsten sind die 90 Kalendertage anzuwenden. Volle Kalendermonate sind mit 30 Kalendertagen  und Teilmonate mit den tatsächlichen Kalendertagen zu berücksichtigen.

    Nach unseren Berechnungen ergeben sich bei der 70 Arbeitstageregelung bzw. 90 Tageregelung folgende anzurechnende Tage:
    vom 09.03. bis 04.04.2020 = 20 Arbeitstage oder 27 Kalendertage.
    vom 05.10. bis 28.11.2020 = 40 Arbeitstage oder 56 Kalendertage
    Die Zeiten aus 2019 werden nicht berücksichtigt, da eine kalenderjährliche Beurteilung vorzunehmen ist.

    Bei der Zusammenrechung der kurzfristigen Beschäftigungen werden die 70 Arbeitstage ( hier 60 AT) bzw. die 90 Kalendertage (hier 83 KT) nicht überschritten, so dass auch nach der Sonderregelung weiterhin eine kurzfristige versicherungsfreie Beschäftigung besteht.
    Bitte beachten Sie, dass eine versicherungsrechtliche Beurteilung immer zu Beginn der Beschäftigung erfolgt. Sofern zu einem späteren Zeitpunkt eine Änderung im Arbeitsverhältnis vorgenommen wird (z. B. Befristung), hat dieses ggf. Auswirkungen in der Sozialversicherung, aber erst zum Zeitpunkt der Änderung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam


     
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Stand

Erstellt am: 10.09.2020

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