Kommunikation auf allen Kanälen

Ob im persönlichen Gespräch, telefonisch, via Skype oder Facebook – die offene und wertschätzende Kommunikation im Team, mit den Bewohnern und den Angehörigen sorgt dafür, dass sich im AWO Hermann-Koch-Seniorenzentrum in Düren alle wohlfühlen können. Diese Strategie bewährte sich auch in der schwierigen Phase des Lockdowns zu Beginn der Pandemie.

Die AWO-Mitarbeiter wandten sich so über Facebook an die Angehörigen. (© AWO Düren)

Das AWO Hermann-Koch-Seniorenzentrum auf einen Blick

Gesundes Unternehmen:
Bislang gab es keinen einzigen Covid-19-Fall in der Einrichtung, weder bei den Beschäftigten noch bei den Bewohnern.

Von März bis Mai 2020 waren die Krankenstände der AOK-Versicherten, die in der Altenpflege beschäftigt sind, 2,5-mal so hoch wie bei anderen Berufsgruppen (Quelle: Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO)). Das Dürener Seniorenzentrum blieb davon verschont – vermutlich haben die gute Kommunikation untereinander und die offene Arbeitsatmosphäre dazu beigetragen.

Das Seniorenheim in Zahlen

  • 80 Bewohner in vollstationären Pflegeplätzen
  • überwiegend leben die Pflegebedürftigen in Einzelzimmern
  • 100 Beschäftigte davon 80 Frauen
  • rund 70 Pflegefach- und -hilfskräfte
  • weitere Mitarbeiter: 9 in der Küche, 9 im Reinigungsdienst, 1 in der Haustechnik und 12 in der Verwaltung

www.awo-dueren-weyerfeld.de

Schild des Hermann Koch Seniorenzentrums Hof des Seniorenzentrums Fassade des Seniorenzentrums

Die drei Herausforderungen in der Pflege während der Pandemie

Ständiges Desinfizieren

Diane Foucart, Hygienebeauftragte

Hohe Verantwortung

Alexander Kather, Wohnbereichsleiter

Gesund führen

Petra Strömer, Einrichtungsleiterin

Mitarbeiter gehen freiwillig in Quarantäne: „Wir waren sehr vorsichtig“

Um die Bewohner und sich selbst bestmöglich vor einer Ansteckung zu schützen, stimmten sich die Beschäftigten in den Gesprächsrunden mit der Hausleitung ständig ab: Sobald ein Angehöriger oder jemand aus dem engen Umfeld eines Kollegen positiv auf Covid-19 getestet wurde, schickte die Leiterin Petra Strömer diese Kollegen auf freiwilliger Basis in Quarantäne – das kam zum Glück nur bei einer Handvoll Kollegen vor und die Ausfälle konnten vom Team aufgefangen werden.

Schulungen: Hygiene im Fokus

Um die neuen Hygieneanforderungen im Alltag konsequent umzusetzen, führten die Hygienefachkraft, die Pflegedienstleiterin und die Einrichtungsleiterin mit den Kollegen viele Schulungen durch. So konnte gut vermittelt werden, wie der Pflegealltag mit Covid-19-Schutzmaßnahmen in der Praxis gelingt.

 

Kommunikation im Lockdown

Mitte März 2020 schlossen in Nordrhein-Westfalen und Bayern die Seniorenheime ihre Pforten für Besucher. Für den Alltag in den Pflegeeinrichtungen hatte das einschneidende Konsequenzen.

Konsequenzen für die Bewohner

Nicht nur in Düren hieß das für die Senioren, dass viele Wochen die Mitarbeiter der Pflegeheime ihre einzigen Ansprechpartner waren. Umso wichtiger wurde nun der Austausch über die Situation, über Ängste und einfach auch über den neuen Alltag.

Konsequenzen für die Angehörigen

Ihre Familienmitglieder konnten sie nur noch telefonisch erreichen, was zum Beispiel bei Menschen mit Demenz zum Teil schwierig ist. Um den großen Informationsbedarf zu decken, schrieb die Einrichtungsleitung den Angehörigen weit häufiger als sonst über die Hauszeitung „AWO-Post“. Für die digitale Kommunikation miteinander wurden Tablets angeschafft, so dass via Skype Videogespräche möglich wurden. Der Facebook-Kanal wurde deutlich mehr genutzt, um über das Leben im Seniorenheim zu berichten. Im nächsten Schritt gab es die Besuche „durch die Glasscheibe“. Bis heute müssen sich Besucher anmelden und dürfen nur unter strengen Hygienevorschriften das Haus betreten.

Konsequenzen für die Beschäftigten

Da sich seit März immer wieder Hygienebestimmungen und andere Auflagen zum Schutz der Bewohner änderten, mussten sich die rund 100 Beschäftigten regelmäßig austauschen, um auf dem neusten Stand zu bleiben. Dafür wurden die morgendlichen Blitzrunden, Meetings mit dem Krisenstab und Teambesprechungen genutzt. Ergänzend wurden die wichtigsten Neuerungen zusammengefasst und ausgehängt – so fühlten sich alle Mitarbeiter abgeholt und konnten die Neuerungen gut umsetzen.

Der Austausch war das Wichtigste

Gesundheitsamt, Landesministerium und Bundesgesundheitsministerium informierten täglich zu neuen Hygienevorgaben und Corona-Auflagen. Die Informationen zu sichten und umzusetzen, war eine Herausforderung.

Das Erfolgsrezept

Petra Strömer, Einrichtungsleiterin

Reden hilft

Kathleen George, Pflegedienstleiterin

Altenpflege in Deutschland

600.000

von deutschlandweit 1,7 Millionen Pflegekräften sind in der Altenpflege beschäftigt: Etwas mehr als die Hälfte als ausgebildete Fachkräfte, die andere Hälfte sind Altenpflegehelfer. Besonders an Fachkräften ist der Mangel groß.


56 %

aller Beschäftigten in der Altenpflege arbeiten in Teilzeit, davon sind 36 Prozent Männer – ein enorm hoher Anteil. Branchenübergreifend liegt die Teilzeitquote bei männlichen Beschäftigten gerade mal bei 12 Prozent.


3,4 Mio.

Pflegebedürftige gibt es in Deutschland. Über 950.000 von ihnen leben in den 14.480 Pflegeheimen.

Unterhaltung ist Kommunikation für die Seele

Besondere Veranstaltungen im Freien
Um den Alltag auch ohne Kontakte mit den Angehörigen und ehrenamtlichen Helfern kurzweilig zu gestalten, gibt es seit Beginn der Pandemie regelmäßig besondere Veranstaltungen für die Senioren:

Mittwochs ist immer was los im Hermann-Koch-Seniorenzentrum oder vielmehr vor dem Seniorenzentrum: Der Garten wird für gesellige Anlässe und Gastauftritte von Künstlern genutzt.

Vom Besuch einer Clownin über eine Jahrmarktsorgel oder das gemeinsame Singen im Garten bis hin zum sommerlichen Eiscafé mit Livemusik – solche Veranstaltungen heitern nicht nur die Bewohner auf, sie machen auch den Mitarbeitern Spaß.

„Viele Musizierende und professionelle Künstler haben sich bei uns von selbst gemeldet und angeboten, unsere Bewohner mit einem Auftritt aufzumuntern. Diese Erlebnisse haben die Stimmung im ganzen Haus aufgehellt. “

Petra Strömer, Leiterin AWO Hermann-Koch-Seniorenzentrum

„Es ist wunderbar hier“

Die Bewohner des Seniorenzentrums fühlen sich in der Corona-Pandemie in guten Händen: Sie schätzen die gute Führung, die vielfältigen Unterhaltungsangebote, aber auch das strenge Einhalten der Hygienerichtlinien.

Gut geführt

Anita Radt, Bewohnerin

Nichts vermisst

Käte Tauber, Bewohnerin

Sehr hoher Frauenanteil

80 Prozent Frauen sind in der Altenpflege üblich – und genau so hoch ist auch der Frauenanteil der Beschäftigten im AWO-Seniorenzentrum in Düren.

Facebook Logo Bei Facebook danken die Mitarbeiter mit einem fröhlichen „Kostümbild“ den fleißigen Helfern aus dem Umfeld, die in kürzester Zeit Hunderte Masken nähten und dem Seniorenheim spendeten. So konnte die seit dem 22. April geltende Maskenpflicht eingehalten werden.

Zur Facebookseite

PDF Logo In der Pandemie sind bei der täglichen Arbeit viele Aspekte zu berücksichtigen – da ist es besonders wichtig, stets den Überblick zu behalten. Zum Beispiel mit einem Corona-Maßnahmenplan wie das AWO Seniorenzentrum ihn erstellt hat. (kein aktueller Stand)

Corona-Maßnahmenplan als PDF herunterladen

Erhöhter Hygienebedarf

Was sonst in einem Jahr verbraucht wird, wurde in der Pandemie in wenigen Monaten benötigt:

300

hand­genähte Stoff­masken: Die gab es erst, als viele ehrenamtliche Helfer einem WhatsApp-Aufruf der AWO folgten und mitnähten


2 x

so viel Einmal­masken wie im Vorjahr


4 x

so viel Flächen­des­infektions­mittel wie 2019


2 x

so viel Hand­des­infektions­mittel wie im Vorjahr im ersten Halbjahr 2020

Die neue Normalität

Die Pandemie ist noch sehr präsent

Natürlich ist Covid-19 noch nicht überstanden, das umfassende Hygienekonzept wird weitergelebt. Die Besucher melden sich weiterhin an und kommen nur mit Termin. Erst nach dem Eintragen in die Rückverfolgungsliste und nach dem Temperaturcheck dürfen sie das Haus mit Maske betreten. Auch im Garten gilt für alle Besucher und Mitarbeiter weiterhin Maskenpflicht.

Neuer Corona-Schichtdienst

Statt Früh-, Spät- und Nachtschichten hatte sich der Krisenstab überlegt, die Zahl der Kontakte im Falle eines Covid-19-Falles möglichst gering zu halten. Daher sollte es über den Tag nur zwei Schichten von zwölf Stunden geben: von 9 bis 21 und von 21 bis 9 Uhr. Zum Ausgleich hätten die Kollegen entsprechend mehr Tage am Stück frei.

Obwohl in der Praxis nicht umgesetzt, fanden besonders die jüngeren Kollegen: Das ist ein überzeugendes Konzept. Das Arbeitszeitmodell wird jetzt auch ohne Corona-Patienten mit sehr positiver Resonanz in der Praxis ausprobiert.

Der Ball wurde zum Symbol

Das Team bleibt am Ball

Als Anfang August 2020 die Zahl der Corona-Infizierten im Kreis Düren wieder steigt, ändert das Seniorenzentrum erneut die Besucherregelungen und informiert mit einem Bild dazu bei Facebook, das um Verständnis wirbt: „Wir bleiben für Sie am Ball“ – zum Schutz der Bewohner. Angehörige dürfen nur noch mit Termin und möglichst nur im Außengelände die Senioren besuchen.

So unterstützt die AOK

Betriebliche Gesundheitsförderung:
Gerade in sehr belastenden Phasen wie der Corona-Pandemie ist die Betriebliche Gesundheitsförderung wichtig. Im Arbeitgeberportal der AOK gibt es viele praktische Tipps, wie Unternehmen gezielte Maßnahmen umsetzen können.

Das AOK-Programm „Gesund führen“:
Dieses Online-Programm der AOK bietet in sechs Modulen viel Praxiswissen an. Es unterstützt Führungskräfte dabei, Mitarbeiter gesund zu führen und auch selbst ihre innere Balance zu finden.

Corona-Spezial zu Sozialversicherungsthemen:
Alles Wissenswerte, das Arbeitgeber in der Corona-Pandemie zur Sozialversicherung wissen sollten, erfahren Sie kompakt im AOK-Arbeitgeberportal.