Personaldienstleister: Schnelltests für Mitarbeiter und Pflegekräfte

Zeitarbeitsfirmen im Pflegesektor schließen seit Corona eine große Lücke, etwa um Erkrankungen und Quarantäne-Fälle in Pflegeeinrichtungen aufzufangen. Das gilt auch für die KBS Group, die mit verschiedenen Maßnahmen für den Schutz ihrer Personaldienstleister und der vermittelten Pflegekräfte sorgt. Dazu gehören neben der Erweiterung der Büroflächen auch das Bereitstellen von Schutzkleidung und der Einsatz von Corona-Mobilen für regelmäßige Schnelltests.

(Stand: Februar 2021)

Auf einen Blick: Personaldienstleister KBS Group

  • Mitarbeiter: 30 Mitarbeiter am Stammsitz und 200 bundesweit in der Administration und Personalvermittlung
  • Personal: aktuell befinden sich etwa 1.400 Beschäftigte als Angestellte der KBS in der Personalvermittlung
  • Kerngeschäft: Pflegepersonal und gewerbliche Beschäftigte in der Logistik, vor allem in der Lebensmittellogistik
  • Gründungsjahr: 2011
  • Standorte: Stammsitz in Dortmund, bundesweit 16 Niederlassungen, zwei im Ausland (Spanien und USA)
  • kbs-group.de
Mitarbeiterin im Büro
Mobile Corona Teststation
Mitarbeiterin wertet Corona Test aus

Neue Büroetage ermöglicht Abstandhalten

Genügend Abstand im Büro

Meriam Omeirat, Niederlassungsleiterin, KBS Group, Dortmund

 

Vor der Pandemie saßen die zehn Mitarbeiter in der Zentrale in Dortmund im Großraumbüro zusammen. Den nötigen Abstand von 1,50 Meter einzuhalten, war nicht möglich. Daher mietete die KBS Group bereits im August 2020 eine vierte Etage im Bürohaus dazu, um das Team mit viel Abstand auf verschiedene Räume umverteilen zu können.

Risikogruppe im Homeoffice

Desireé Reinhold, Chief Operating Officer, KBS Group, Dortmund

 

Überwiegend im Homeoffice
Die KBS Group lässt ihre Mitarbeiter seit Beginn der Pandemie selbst entscheiden, ob sie ins Büro kommen oder im Homeoffice arbeiten wollen, und animiert in der aktuellen Lage gemäß der neuen Corona-Arbeitsschutzverordnung aktiv dazu. In Dortmund arbeiten derzeit 21 der 30 Mitarbeiter von zu Hause. Mitarbeiter, die zu einer Risikogruppe gehören, befinden sich schon seit vielen Monaten im Homeoffice. Hinzu kamen Kollegen, die im Lockdown ihre Kinder zu Hause betreuen, und diejenigen, die eine Ansteckung in Bus und Bahn vermeiden wollen.

Kontaktfreier Bewerbungsprozess

Frau führt ein Online-Bewerbungsgespäch über das Mobiltelefon

Gespräche mit Bewerbern wurden bei der KBS Group in der Regel persönlich geführt. Seit Beginn der Corona-Pandemie setzt der Personaldienstleister auf digitale Verfahren – und das hat überraschend viele Vorteile:

  • Bewerber und KBS Group können in einem Onlinegespräch unkompliziert einen Erstkontakt herstellen und klären, ob man zueinander passt.
  • Der neue Ablauf spart Zeit und Fahrkosten, Termine sind schneller und flexibler umzusetzen.
  • Weil sich die Bewerber in ihrem privaten Umfeld befinden, sind sie meist entspannter und weniger nervös.
  • Maske zu tragen ist beim digitalen Austausch nicht nötig. Dadurch sind Mimik und Ausdruck besser zu erkennen und es kommt mehr Persönlichkeit rüber.

Digitaler Austausch auch nach Corona

Kim Uridat, Leiterin Zentrales Recruiting, KBS Group, Dortmund

Arbeitsvermittler unter Hochdruck

Für die Personaldienstleister der KBS Group hat sich in der Pandemie der Druck erhöht: Die Anfragen häufen sich und kommen durch aktuelle Quarantäne- und Krankheitsfälle oft noch kurzfristiger als bisher. Onboarding-Termine beim Kunden entfallen derzeit komplett, das macht die Feedback-Telefonate mit den entsandten Mitarbeitern noch wichtiger.

 

Wahlfreiheit für die Arbeitseinsätze

Offener Austausch über jeden Einsatz

Gamze Karadere, Pflegefachkraft der KBS Group, Dortmund

 

Die zur Arbeitnehmerüberlassung angestellten KBS-Beschäftigten werden für maximal 18 Monate in Unternehmen entsandt, um dort Personalengpässe zu überbrücken. Die KBS Group schlägt ihren Pflegekräften die Einsätze vor. Jedoch ist niemand verpflichtet, den Arbeitseinsatz anzunehmen. Hat jemand beispielsweise Bedenken, weil es in einer Einrichtung akute Corona-Fälle gibt, kann die Pflegekraft den Einsatz einfach ablehnen.

Kreativ in der Krise: Schnelltests am Corona-Mobil

Seit dem Herbst 2020 setzt die KBS Group in Zusammenarbeit mit einem privatärztlichen Institut in Dortmund auf Schnelltests für alle Mitarbeiter. Ein solches Corona-Mobil bietet der Personallogistiker inzwischen auch seinen Kunden als Dienstleistung an.

Stefan Kühn, Key-Account-Manager, KBS Group, Dortmund

Alle zehn Tage stehen den Mitarbeitern in Pflege und Logistik die Schnelltests zur Verfügung. Im Bedarfsfall ist auch sofort ein Test möglich, wie Stephan Kühn, Key-Account-Manager, erklärt. Die KBS Group sorgt außerdem mit der Bereitstellung hochwertiger Masken und Schutzausrüstung für sichere Rahmenbedingungen, wenn sie ihre Beschäftigten in Pflegeeinrichtungen entsendet.

Mann wird auf Corona getestet

Die Kollegen in den Niederlassungen können sich alle zehn Tage testen lassen, bei akuten Anlässen auch häufiger. Ein Angebot, das viele Mitarbeiter gerne nutzen, schließlich erspart es den Gang zum Arzt und schafft Klarheit in nur 15 Minuten.

Mobile Corona Teststation

Aus der Idee der mobilen Coronatests hat sich inzwischen ein neues Geschäftsfeld entwickelt: Pflegeeinrichtungen können das Mobil mieten, um Bewohner und Mitarbeiter unkompliziert vor Ort testen zu lassen. Mittlerweile sind bundesweit schon vier Corona-Mobile der KBS Group im Einsatz.

Malwettbewerb für die Kinder der Beschäftigten

Die Kinder der KBS-Mitarbeiter wurden im Herbst 2020 aufgefordert, ein Bild einzusenden, um am Malwettbewerb „Etwas Buntes in dieser Zeit“ teilzunehmen. Eine Aktion, die auf große Resonanz stieß und ein Signal an die Beschäftigten war, dass der Unternehmensleitung die schwierige Lage von Eltern in der Pandemie bewusst ist. In Dortmund wurde mit Abstand und Masken einem der Gewinnerkinder, dem sechsjährigen Andrei, seine Siegesprämie, ein Kinderbuch, persönlich in der Niederlassung überreicht.

Vier Erwachsene und ein Kind feiern den Sieg im Malwettbewerb
Das Siegerbild des Malwettbewerb

Teamgeist in der Krise hochhalten

Es sind auch die kleinen Gesten, die in der Pandemie den Zusammenhalt im Team fördern: Obst- und Getränkeangebote im Büro und „Nervennahrung“ in Form von Snacks und Marmelade für die Pflegekräfte, die vor Ort im Einsatz sind.

Dosen mit KBS-Snacks

#kbsfamily: Soziale Netze verbinden
Wichtig für den Teamgeist ist außerdem, miteinander in Kontakt zu bleiben. Die KBS Group nutzt dazu auch die sozialen Netzwerke. Allein die Facebookseite der KBS Group hat über 27.000 Abonnenten, viele Niederlassungen haben eigene Social-Media-Auftritte. Hier „menschelt“ es, und das stärkt das Wirgefühl, wie der Hashtag #kbsfamily verdeutlicht. Geburtstags- und Genesungswünsche, Bilder von Einsätzen der Mitarbeiter und Vorstellungen neuer Kollegen – hier ist Raum für digitales Miteinander.

Pflegepersonal posiert gut gelaunt für ein Foto Screenshot Facebook Beitrag Screenshot Facebook Beitrag Screenshot Facebook Beitrag

„Wir wachsen auch in der Pandemie: Mehr Standorte, ständig mehr Mitarbeiter und durch unsere guten internationalen Handelskontakte kommen auch neue Geschäftsfelder hinzu.“

Stephan Kühn, Key-Account-Manager, KBS Group, Dortmund

Zeitarbeit in der Krise

75 % ...

... der in Zeitarbeit Beschäftigten mussten schon im ersten Lockdown in April 2020 in Kurzarbeit gehen, wie eine Umfrage des Interessenverbands Deutscher Zeitarbeitsunternehmen ergab. Existenzbedrohend für viele Zeitarbeitsunternehmer: 88 Prozent der Firmen mussten Abmeldungen von gebuchten Mitarbeitern hinnehmen.


11.459 ...

... Unternehmen in Deutschland vermitteln laut Branchenreport zur Zeitarbeit der Agentur für Arbeit rund 900.000 Zeitarbeitskräfte, davon 39 Prozent der Beschäftigten in Produktionsberufe, 33 Prozent in sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen und 14 Prozent in personenbezogene Dienstleistungen, wie die Pflege.


420 ...

... Neueinstellungen gelangen der KBS Group 2020 – gegen den allgemeinen negativen Trend in der Zeitarbeitsbranche. Neu dazu kamen 20 interne Mitarbeiter in den Niederlassungen und rund 400 neue Beschäftigte, die an die Kunden vermittelt werden. Das ist ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr: 2019 waren es fünf neue Kollegen intern und 150 externe Fachkräfte.

Testen, schützen und informieren

Wer häufig den Arbeitgeber wechselt, hat auch in der Pandemie weit mehr Kontakte als andere Beschäftigte. Regelungen für den Beschäftigtenschutz sind da ebenso wichtig wie Hilfestellungen rund um Fragen zu Kurzarbeit und Corona-Prämien. Das alles stellen die beiden Branchenverbände auf speziellen Corona-Seiten zusammen:

Interessenverband Deutscher Zeitarbeits­unternehmen e. V.
ig-zeitarbeit.de/coronavirus

Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e. V.
personaldienstleister.de/corona

So unterstützt die AOK:

Themenspezial

Zusammenarbeiten – Mit Abstand am besten

Die Corona-Pandemie verändert den Arbeitsalltag. So meistern Arbeitgeber die neuen Herausforderungen und sorgen für ein gesundes Betriebsklima

Betriebliche Gesundheitsförderung:
Gerade in sehr belastenden Phasen wie der Corona-Pandemie ist die Betriebliche Gesundheitsförderung wichtig. Im Arbeitgeberportal der AOK gibt es viele praktische Tipps, wie Unternehmen gezielte Maßnahmen umsetzen können.

BGF in der Pflege:
Die hohen psychischen und physischen Belastungen in der Pflege erfordern gezielte Angebote in der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Arbeitgeber können viel tun, um die Gesundheit der Pflegekräfte zu erhalten – gerade in herausfordernden Phasen.

Corona-Spezial zu Sozialversicherungsthemen:
Alles Wissenswerte, das Arbeitgeber in der Corona-Pandemie zur Sozialversicherung wissen sollten, erfahren sie kompakt im AOK-Arbeitgeberportal.