Expertenforum - Werkstudent/Praktikum

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

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Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Werkstudent/Praktikum
    ich beziehe mich auf meine Anfrage und Ihre Antwort vom 27.07.2020.
    Der Sachverhalt stellt sich leider doch etwas anders dar. Der Student macht ein nicht vorgeschriebenes Zwischenpraktikum. Kann dieses Praktikum neben der Werkstudententätigkeit (20 Std. pro Woche) beim selben Arbeitgeber ebenfalls im Rahmen des Werkstudentenprivilegs abgerechnet werden oder muss es ganz normal SV pflichtig abgerechnet werden?
  • 02
    RE: Werkstudent/Praktikum
    Guten Tag,
     
    besteht für den Praktikanten keine Verpflichtung zum Nachweis des Praktikums, macht er es also freiwillig, handelt es sich um ein nicht vorgeschriebenes Praktikum. Für nicht vorgeschriebene Zwischenpraktika gelten die Sonderregelungen für beschäftigte Studenten, wenn diese weiterhin immatrikuliert sind.
     
    Bei einem nicht vorgeschriebenen Zwischenpraktikum kann also Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherungsfreiheit bestehen, wenn Zeit und Arbeitskraft überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden (20 Stunden in der Woche). Entgeltgrenzen gelten hierbei nicht. Bei einem Arbeitsentgelt von nicht mehr als 450 EUR ist ein Minijob möglich. In der Rentenversicherung gelten ebenfalls keine besonderen Regelungen.
     
    Für die versicherungsrechtliche Beurteilung von Werkstudenten ist in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung entscheidend, ob Zeit und Arbeitskraft überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden (Beschäftigungen mit bis zu 20 Stunden in der Woche). Daraus ergibt sich, dass der Student in der Beschäftigung in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung grundsätzlich versicherungsfrei ist, solange er wöchentlich nicht mehr als 20 Stunden arbeitet.
     
    Bei Studenten, die mehrere Beschäftigungen nebeneinander ausüben, sind zur Prüfung der Frage, ob die 20-Wochenstunden-Grenze erreicht oder überschritten wird, die wöchentlichen Arbeitszeiten der nebeneinander ausgeübten Beschäftigungen zusammenzurechnen. Ergibt die Zusammenrechnung, dass die wöchentliche Arbeitszeit insgesamt mehr als 20 Stunden beträgt, ist nicht mehr vom Erscheinungsbild eines ordentlichen Studenten auszugehen. Bei nebeneinander ausgeübten Beschäftigungen ist in einem weiteren Schritt zu prüfen, ob bei einer Beschäftigung gegebenenfalls die Merkmale einer geringfügig entlohnten bzw. einer kurzfristigen Beschäftigung vorliegen.
     
    Sofern in Ihrem Sachverhalt bei Zusammenrechnung der wöchentlichen Arbeitszeiten die Grenze von 20 Stunden in der Woche überschritten wird, ist nicht mehr vom ordentlichen Studenten auszugehen und das Werkstudentenprivileg findet keine Anwendung.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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