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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Werkstudent (20 Std./Woche) und Minijob
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Ein Mitarbeiter ist vom 01.09.2020 bis zum 28.02.2021 als Werkstudent mit einer 20-Stunden/Woche beschäftigt.
    Seit dem 01.06.2020 hat er einen Minijob mit ca.5 Stunden in der Woche, meistens am Wochenende oder abends.

    Tritt hier die 26-Wochen-Regelung in Kraft und der Mitarbeiter muss nur in der RV angemeldet werden?

    Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!

    Viele Grüße
    M.B.
  • 02
    RE: Werkstudent (20 Std./Woche) und Minijob
     Hallo MarkusB1974,
     
    bei Studenten, die mehrere Beschäftigungen nebeneinander ausüben, sind zur Prüfung der Frage, ob die 20-Wochenstunden-Grenze erreicht oder überschritten wird, die wöchentlichen Arbeitszeiten der nebeneinander ausgeübten Beschäftigungen zusammenzurechnen. Ergibt die Zusammenrechnung, dass die wöchentliche Arbeitszeit insgesamt mehr als 20 Stunden beträgt, ist nicht mehr vom Erscheinungsbild eines ordentlichen Studenten auszugehen. Bei nebeneinander ausgeübten Beschäftigungen ist in einem weiteren Schritt zu prüfen, ob bei einer Beschäftigung gegebenenfalls die Merkmale einer geringfügig entlohnten bzw. einer kurzfristigen Beschäftigung vorliegen.
     
    Die Arbeitszeit bei einer Beschäftigung im Rahmen der 20-Wochenstunden-Grenze kann allerdings während der Vorlesungszeit auf über 20 Wochenstunden ausgeweitet werden. Dies setzt jedoch voraus, dass es sich um eine im Voraus befristete Zeit handelt. Außerdem darf das Überschreiten der 20-Wochenstunden-Grenze nur durch Beschäftigungszeiten am Wochenende oder in den Abend- und Nachtstunden erfolgen. Dabei dürfen diese Beschäftigungszeiten im Laufe eines Jahres 26 Wochen nicht überschreiten.
    Studierende, die im Laufe eines Jahres (nicht Kalenderjahres) mehrmals eine Beschäftigung mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden ausüben, sind vom Erscheinungsbild nicht mehr als ordentlich Studierende, sondern als Beschäftigte anzusehen, wenn die Zusammenrechnung der Beschäftigungszeiten mehr als 26 Wochen (182 Kalendertage) ergibt.
     
    Der Jahreszeitraum (hier:01.03.2020 – 28.02.2021) zur Statusbestimmung ist in der Weise zu ermitteln, dass vom voraussichtlichen Ende der zu beurteilenden Beschäftigung ein Jahr zurückgerechnet wird. Anzurechnen sind alle Beschäftigungen in diesem Zeitraum, in denen – unabhängig von der versicherungsrechtlichen Beurteilung – die wöchentliche Arbeitszeit mehr als 20 Stunden beträgt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Beschäftigungen bei demselben Arbeitgeber oder bei verschiedenen Arbeitgebern ausgeübt werden, jedoch bleiben vorgeschriebene Zwischenpraktika unberücksichtigt.
     
    Demzufolge ist die von Ihnen beschriebene Fallkonstellation unter Beachtung der vorgenannten Regelungen grundsätzlich möglich, so dass neben einer Werkstudentenbeschäftigung auch eine geringfügig entlohnte Beschäftigung sozialversicherungsfrei ausgeübt werden kann.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     
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