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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Einforderung des Sozialversicherungsausweises
    Sehr geehrtes Experten - Team,

    normalerweise hat jeder neuer Mitarbeiter bei der Neueinstellung seinen Sozialversicherungsausweis dem Arbeitgeber vorzulegen.
    Gemäß §2a Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung ist für die dort genannten Wirtschaftszweige auch eine Mitführungspflicht in Form von Pass, Ausweis, etc. bei etwaigen Zoll Kontrollen vorhanden. Der Arbeitgeber muss hier sogar schriftlich den MA darauf hinweisen.

    Nun meine konkrete Frage :
    Unser Unternehmen gehört nicht zu den in §2a genannten Wirtschaftsbereichen!
    Oft ist es bei einer Neueinstellung nun der Fall, dass der MA uns aufgrund anderer Bescheinigungen zwar seine RV-Nummer mitteilen kann, jedoch aus welchen Gründen auch immer, seinen SV-Ausweis nicht vorlegen kann. System-DEUV-technisch reicht die RV-Nummer für uns auch aus.
    Nun ist es aber wie oben erwähnt oft der Fall, dass der SV-Ausweis auch nach mehrmaligen Erinnern nicht vorgelegt wird.
    So läuft unser Entgelt-Team teilweise wochenlang dem MA hinterher, dass er uns eine Kopie des SV-Ausweises oder auch das Original vorlegen soll, was ziemlich nerven- und zeitaufwendig ist.
    Findet der MA den Ausweis sogar nicht mehr, muss dieser neu beantragt werden. Da dies ebenso wieder eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, vergisst der MA wiederum teilweise, dass er bei Erhalt diesen uns vorlegen muss, wodurch wir wiederum hinterherlaufen.
    Frage:
    Da uns die RV-Nummer auf anderem Wege bereits vorliegt, und wir somit "nur dem Papier" hinterherlaufen, ist es auch möglich, dass der Arbeitgeber "das Papier" nicht mehr anfordert? Oder unterliegen wir hier konkreten gesetzlichen Vorschriften, eine Kopie in der Akte vorzuhalten bzw. uns das Original vorlegen zu lassen.
    Bitte um Rechtsquelle, falls vorhanden!

    Besten Dank!

    VG
    TOM_MGG
  • 02
    RE: Einforderung des Sozialversicherungsausweises
    Guten Tag,
     
    zur Verbesserung der Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung wurde zum 01.01.2009 für Arbeitgeber bestimmter Wirtschaftsbereiche die Pflicht zur Abgabe einer Sofortmeldung eingeführt. Die Sofortmeldung ist für die Branchen, bei denen die Mitarbeiter früher zur Mitführung des SV-Ausweises verpflichtet waren, seit dem 01.01.2009 verpflichtend und unmittelbar zu Beginn der Beschäftigung zu erstellen. Das Mitführen des SV-Ausweises und ein Passfoto sind damit nicht mehr erforderlich.
     
    Der § 18h Abs. 2 SGB IV besagt, dass Beschäftigte verpflichtet sind, dem Arbeitgeber bei Beginn der Beschäftigung den Sozialversicherungsausweis vorzulegen. Kann der Beschäftigte dies nicht zum Zeitpunkt des Beschäftigungsbeginns, so hat er dies unverzüglich nachzuholen. Hat der Ausweisinhaber den Sozialversicherungsausweis verloren, muss er dies der Einzugsstelle oder dem Rentenversicherungsträger unverzüglich mitteilen. Dort wird auf Antrag ein neuer Ausweis ausgestellt. Eine Anpassung des Paragraphen ist bisher nicht erfolgt. Der Sozialversicherungsausweis sollte helfen, die Schwarzarbeit zu bekämpfen und den Missbrauch von Sozialleistungen erschweren.
     
    Der Sozialversicherungsausweis ist ein wichtiges Dokument, unseres Erachtens nach ist es aber ausreichend, wenn Ihnen die korrekte Rentenversicherungsnummer des Mitarbeiters vorliegt, sofern es sich nicht um einen der in § 2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz genannten Wirtschaftszweige handelt.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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