Expertenforum - AG Zuschuss bei privater KV

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

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Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    AG Zuschuss bei privater KV
    Hallo,
    es hat sich jetzt rausgestellt das der AG Zuschuss zu KV und PV bei einem privat versicherten falsch berechnet worden ist. Als Bemessungsgrundlage wurde im Programm der Basiswert (Monatlicher Beitragsanteil für den Basis Krankenversicherungsschutz ->eigentlich für die Vorsorgepauschale zu berechnen) anstatt dem Gesamtbeitrag eingegeben und das seid 01/2019. Der AN hat lt. §257 (2) Satz 2 SGB V weniger als die Hälfte bekommen. Es wären ab Januar 2019 monatlich so ca. 60,00 € nachzuzahlen. Unsere Frage, muss der AG dies rückwirkend nachbezahlen? Wenn ja, muss dies den einzelnen Monaten im Vorjahr zugeordnet werden ? Können die Beträge überhaupt noch SV frei abgerechnet werden? Dankeschön.
  • 02
    RE: AG Zuschuss bei privater KV
    Hallo Julia,
     
    Fragen, die die Berechnung bzw. die Zahlung des Arbeitgeberzuschusses zu einer privaten Kranken- und Pflegeversicherung betreffen, sind arbeitsrechtlicher Natur.
    Wir bitten um Verständnis, dass wir im Rahmen dieses Forums keine konkrete Stellungnahme abgeben können.
     
    Weitergehende Antworten auf arbeitsrechtliche Fragen erhalten Sie u.a. von Arbeitgeberverbänden, Kammern (Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer) sowie Fachanwälten für Arbeitsrecht.
     
    Grundsätzlich gilt:
     
    Arbeitnehmer, die nur wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze krankenversicherungsfrei oder von der Krankenversicherungspflicht befreit sind, erhalten von ihrem Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen nach § 257 Abs. 2 und 2a SGB V einen Zuschuss zu ihrem Beitrag für die private Krankenversicherung.
     
    Für die Bemessung dieses Beitragszuschusses ist somit das tatsächlich gezahlte Entgelt und der Arbeitgeberanteil am Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung zu berücksichtigen, den der Arbeitgeber im Falle der Versicherungspflicht des Arbeitnehmers zu tragen hätte. Der Beitragszuschuss ist ggf. anschließend auf die Hälfte des Betrages, den der Beschäftigte tatsächlich für die private Krankenversicherung zu zahlen hat, zu begrenzen.
     
    Sofern aufgrund einer fehlerhaften Abrechnung der Beitragszuschuss vom Arbeitgeber zu korrigieren ist und durch die Nachentrichtung weiterhin die Voraussetzungen des § 257 Abs. 2 und 2a SGB V erfüllt sind, kann dieser beitragsfrei abgerechnet und ausgezahlt werden.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
  • 03
    RE: AG Zuschuss bei privater KV
    Danke für Ihre Antwort :-)

    Arbeitnehmer, die nur wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze krankenversicherungsfrei oder von der Krankenversicherungspflicht befreit sind, erhalten von ihrem Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen nach § 257 Abs. 2 und 2a SGB V einen Zuschuss zu ihrem Beitrag für die private Krankenversicherung.

    Wo liegt hier der unterschied zwischen "Nur wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze krankenversicherungsfrei" oder von der Krankenversicherungspflicht befreit"? Von der Pflicht befreit, meinen Sie solche AN die wieder pflichtig werden würden wenn sie die JAEG unterschreiten und dann einen Antrag auf Befreiung stellen können?
  • 04
    RE: AG Zuschuss bei privater KV
    Hallo Julia,
     
    Beschäftigte, die aufgrund der Erhöhung der Jahresarbeitsentgeltgrenze wieder krankenversicherungspflichtig werden, können sich auf Antrag von der Krankenversicherungspflicht nach § 8 Abs.1 Nr. 1 SGB V befreien lassen und haben damit – analog den krankenversicherungsfreien Beschäftigten nach § 6 Abs.1 Nr. 1 SGB V - grundsätzlich auch einen Anspruch auf einen Beitragszuschuss gegenüber dem Arbeitgeber nach § 257 SGB V.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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