450-Euro-Job – geringfügige Beschäftigung

Bei geringfügig entlohnten Beschäftigungen darf das regelmäßige Arbeitsentgelt monatlich 450 Euro nicht überschreiten. Bei monatlich schwankendem Arbeitsentgelt darf die Jahresgrenze von 5.400 Euro nicht überschritten werden.

Arbeitsentgelt bis 450 Euro

Um bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung zu prüfen, ob das Entgelt die Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro übersteigt, muss der Arbeitgeber das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt berechnen. Es darf im Durchschnitt einer Jahresbetrachtung 450 Euro nicht übersteigen, also maximal 5.400 Euro pro Jahr bei ununterbrochen andauernder Beschäftigung.

Bei der Berechnung wird das Arbeitsentgelt herangezogen, auf das der Minijobber einen Rechtsanspruch hat. Dabei ist der gesetzliche Mindestlohn von aktuell 9,19 Euro pro Stunde zu beachten.

Denn mit der am 1. Januar 2019 in Kraft getretenen erneuten Erhöhung des Mindestlohns auf 9,19 Euro und der ebenfalls bereits geplanten zweiten Anpassung auf 9,35 Euro zum 1. Januar 2020, sinkt die mögliche Arbeitsstundenzahl für Minijobber entsprechend.

Seit 2019 liegt sie bei monatlich knapp 49 Stunden. Im Jahr 2020 sind es nur noch rund 48 Stunden. Arbeitet der Minijobber mehr Stunden, überschreitet er die monatliche Grenze von 450 Euro und wird sozialversicherungspflichtig.

Übt ein Arbeitnehmer bei demselben Arbeitgeber gleichzeitig mehrere Beschäftigungen aus, ist grundsätzlich ohne Rücksicht auf die arbeitsvertragliche Gestaltung sozialversicherungsrechtlich von einem einheitlichen Beschäftigungsverhältnis auszugehen. Es ist also nicht möglich, neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung bei demselben Arbeitgeber eine geringfügige Beschäftigung auszuüben oder bei ein und demselben Arbeitgeber zwei verschiedene Minijobs zu haben.

Schwankendes Arbeitsentgelt: Jahresgrenze

Für das Vorliegen einer geringfügig entlohnten Beschäftigung ist es bei schwankenden Monatsbezügen unerheblich, wenn in einzelnen Monaten Arbeitsentgelte oberhalb von 450 Euro erzielt werden. Voraussetzung: Die Jahresgrenze von 5.400 Euro wird insgesamt nicht überschritten.

Wenn die Höhe des Arbeitsentgelts eines Minijobbers schwanken sollte, müssen Arbeitgeber das zukünftig zu erwartende Entgelt schätzen und einen monatlichen Durchschnittswert ermitteln. Dabei werden alle voraussichtlichen Bezüge des kommenden Jahres zusammengerechnet und das Ergebnis durch zwölf geteilt.

Sollte sich später herausstellen, dass die Schätzung unzutreffend war, bleibt die versicherungsrechtliche Beurteilung für die Vergangenheit bestehen. Eine Korrektur erfolgt nur für die Zukunft.

Einmalzahlungen bei 450-Euro-Jobs

Bei der Berechnung des regelmäßigen Arbeitsentgelts sind Einmalzahlungen dann zu berücksichtigen, wenn der Minijobber sie mit hinreichender Sicherheit mindestens einmal jährlich erwarten kann (zum Beispiel vertraglich zugesichertes jährliches Urlaubs- oder Weihnachtsgeld).

Beispiel: Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze durch Einmalzahlungen
Monatliches Entgelt 430 €
Weihnachtsgeld380 €
Berechnung 
430 € x 125.160 €
Weihnachtsgeld+ 380 €
Jahresentgelt5.540 €

Ergebnis: Die Geringfügigkeitsgrenze wird überschritten. Die Beschäftigung ist versicherungspflichtig in allen Zweigen der Sozialversicherung. Und zwar nicht nur für den Monat, in dem die Einmalzahlung erfolgt, sondern für das gesamte Beschäftigungsverhältnis.

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Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze

Erhöht sich das monatlich gezahlte regelmäßige Arbeitsentgelt beispielsweise durch eine Gehaltserhöhung, tritt vom Tag des Überschreitens der 450-Euro-Grenze Versicherungspflicht ein. Für die Vergangenheit bleibt es aber bei der Versicherungsfreiheit.

Wird die Geringfügigkeitsgrenze unvorhersehbar nur gelegentlich überschritten (Zeitraum bis zu drei Monate im Zeitjahr), bleibt die geringfügig entlohnte Beschäftigung versicherungsfrei. Voraussetzung dafür ist allerdings auch, dass der Zeitraum von vornherein befristet sein muss.

Beispiel: Gelegentliche Überschreitung der Geringfügigkeitsgrenze bei einem Minijob
Beschäftigung ab 1.5.450 €
Übernahme unvorhergesehener Krankheitsvertretung vom 1.8. bis 31.8.750 €

Die Überschreitung war unvorhersehbar und sie umfasste nicht mehr als drei Monate.
Die Beschäftigung ist weiterhin geringfügig entlohnt.

Befreiung von der Rentenversicherungspflicht bei 450-Euro-Minijobs

Geringfügig entlohnte Beschäftigte können sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, wenn sie bei ihrem Arbeitgeber einen schriftlichen Antrag einreichen. Die Befreiung gilt dann einheitlich für alle geringfügigen Beschäftigungen des Arbeitnehmers bei anderen Arbeitgebern. Die Entscheidungen gegen die Rentenversicherungspflicht ist für die Dauer der Beschäftigung bindend.

Der Arbeitgeber meldet den Antrag mit der nächsten Entgeltabrechnung der Minijob-Zentrale. Wenn diese innerhalb eines Monats nicht widerspricht, ist die Befreiung gültig.

Minijobs: Beiträge zur Rentenversicherung

Lässt sich der geringfügig entlohnte Beschäftigte nicht von der Rentenversicherungspflicht befreien, zahlt der Minijobber die Differenz zum einheitlichen Beitragssatz in der Rentenversicherung (2019: 18,6 Prozent), also 3,6 Prozent. Den Pauschalbeitrag von 15 Prozent zahlt der Arbeitgeber.

Bei der Berechnung des Beitrags zur Rentenversicherung ist eine Mindestbeitragsbemessungsgrundlage zu beachten. Diese beträgt für einen vollen Kalendermonat 175 Euro. Sofern das Beschäftigungsverhältnis im Laufe eines Kalendermonats beginnt oder endet, ist der Betrag anteilig anzusetzen. Gleiches gilt bei Teilmonaten durch Arbeitsunfähigkeitszeiten (bei Ablauf der Entgeltfortzahlung).

Die Umrechnung erfolgt nach folgender Formel:

175 Euro x Kalendertage der Beschäftigung / 30
= anteilige Mindestbeitragsbemessungsgrundlage

Stand

Erstellt am: 01.07.2019

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