Saisonarbeiter und Aushilfen länger beschäftigen

Seit dem 16. Juni dürfen Erntehelfer und Saisonkräfte wieder ohne Beschränkungen auch auf dem Landweg nach Deutschland einreisen. Weiterhin gilt, dass Aushilfen bis Ende Oktober vorübergehend länger und flexibler beschäftigt werden dürfen.

Einreise auch über den Landweg

Saisonarbeitskräfte aus EU-Mitgliedstaaten und den assoziierten Schengen-Staaten dürfen seit dem 16. Juni sowohl auf dem Landweg als auch mit dem Flugzeug ohne die bisherigen Beschränkungen nach Deutschland einreisen. Die Landwirte müssen als Arbeitgeber aber dafür Sorge tragen, dass in den Betrieben und Unterkünften der Gesundheitsschutz sichergestellt wird.

Dazu hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sein bisheriges Konzept zum Arbeits- und Gesundheitsschutz überarbeitet. Die Richtlinien umfassen unter anderem spezielle Infektionsschutzmaßnahmen für die Beschäftigten in der Landwirtschaft und für deren Unterbringung. Die Arbeitgeber sind außerdem verpflichtet, die örtliche Gesundheitsbehörde und die Arbeitsschutzbehörde frühzeitig über die Arbeitsaufnahme der Saisonarbeitskräfte zu informieren. Zudem muss eine Liste mit Kontaktdaten gepflegt werden, um im Krankheitsfall eines Beschäftigten das Infektionsrisiko für andere Mitarbeiter nachverfolgen zu können.

Wird für die Saisonarbeiter keine A1-Bescheinigung vorgelegt, gilt ausschließlich das deutsche Sozialversicherungsrecht.

DBV
Weitere Informationen und Dokumente

Auf dem Portal des Deutschen Bauernverbands (DBV) können mehrsprachige Dokumente wie Hygiene- und Betriebsanweisungen heruntergeladen werden.

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Flexiblere Regelungen

Folgende Regeln gelten vom 1. März bis Ende Oktober 2020:

  • Saisonarbeitskräfte und kurzfristig Beschäftigte bleiben für insgesamt 115 Arbeitstage sozialversicherungsfrei. Normalerweise gilt eine Grenze von 70 Arbeitstagen im Kalenderjahr.
  • Eine kurzfristige Beschäftigung liegt jedoch nicht vor, wenn die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt wird, wie das bei Saisonarbeitern aus dem Ausland meist der Fall ist.
  • Übersteigt das monatliche Arbeitsentgelt 450 Euro, ist die Beschäftigung sozialversicherungspflichtig.
  • Die Grenze von fünf Monaten gilt auch für ein unvorhergesehenes Überschreiten (wie aktuell in der Corona-Krise) der Entgeltgrenze von monatlich 450 Euro bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung. Ab dem 1. November gilt wieder die reguläre Zeitgrenze von drei Monaten.
  • Um die Arbeit als Erntehelfer attraktiver zu machen, werden die Hinzuverdienstgrenzen für Vorruheständler in der gesetzlichen Rentenversicherung von 6.300 Euro auf 44.590 Euro angehoben. Die Regelung gilt für die gesamte Dauer des Jahres 2020.
  • Auch die Anrechnungsfreigrenzen für Beschäftigte, die Kurzarbeitergeld beziehen und bei der Ernte aushelfen wollen, werden ausgeweitet. Die Nebeneinkünfte werden bis zur Höhe des Nettolohns aus dem eigentlichen Beschäftigungsverhältnis nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Diese Regelung gilt übergangsweise bis Ende Oktober 2020.

Mit diesen Änderungen will die Bundesregierung ausländische Saisonarbeiter, die sich schon in Deutschland aufhalten, zum Bleiben ermutigen. Zudem sollen potenzielle Hilfskräfte aus anderen Branchen, in denen derzeit nicht gearbeitet wird, kurzfristig wechseln können. 

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Beispiele für die Meldung von Aushilfskräften

Die neuen Zeitgrenzen gelten nur vorübergehend. Für Beschäftigungen, die vor dem 1. März beginnen und nach dem 31. Oktober enden, sind daher Ummeldungen notwendig wie die folgenden Beispiele zeigen.

Eine Beschäftigung vom 1. Januar 2020 bis 30. April 2020 ist von vornherein befristet. Es liegt zwar keine Berufsmäßigkeit vor, aber die zu diesem Zeitpunkt gültige Zeitgrenze von drei Monaten wird überschritten.

 

Normalfall: Die Beschäftigung ist sozialversicherungspflichtig.

Personengruppenschlüssel 101

Beitragsgruppenschlüssel 1111

Zuständige Einzugsstelle: Krankenkasse

 

Neue Übergangsregelung rückwirkend zum 1. März 2020: Neubeurteilung und Korrektur im Beitrags- und Meldeverfahren.

1. Januar 2020 bis 29. Februar 2020:

Personengruppenschlüssel 101

Beitragsgruppenschlüssel 1111

Abmeldung bei der Krankenkasse

 

1. März 2020 bis 30. April 2020:

Personengruppenschlüssel 110

Beitragsgruppenschlüssel 0000

Anmeldung bei der Minijob-Zentrale

Eine Beschäftigung vom 1. Juli 2020 bis 30. November 2020 ist von vornherein befristet. Es liegt keine Berufsmäßigkeit vor.

 

Zum Zeitpunkt des Beschäftigungsbeginns gilt noch das Übergangsrecht. Die Beschäftigung ist auf fünf Monate befristet und damit sozialversicherungsfrei.

1. Juli 2020:

Personengruppenschlüssel 110

Beitragsgruppenschlüssel 0000

Anmeldung bei der Minijob-Zentrale

 

Ab 1. November 2020 gilt wieder das ursprüngliche Recht (drei Monate oder 70 Arbeitstage) Zum 1. November 2020 erfolgt daher eine Neubeurteilung der Beschäftigung und Feststellung der Sozialversicherungspflicht:

Abmeldung 1. Juli 2020 bis 31. Oktober 2020 bei der Minijob-Zentrale

Personengruppenschlüssel 110

Beitragsgruppenschlüssel 0000

 

Anmeldung bei der Krankenkasse zum 1. November 2020

Personengruppenschlüssel 101

Beitragsgruppenschlüssel 1111

 

Abmeldung zum 30. November 2020, da die Beschäftigung endet.

Eine Beschäftigung ist von vornherein befristet vom 1. November 2020 bis 31. Januar 2021. Es liegt keine Berufsmäßigkeit vor.

 

Die Beschäftigung ist auf drei Monate befristet und damit kurzfristig. Sie ist sozialversicherungsfrei.

Personengruppenschlüssel 110

Beitragsgruppenschlüssel 0000

Anmeldung bei der Minijob-Zentrale

Abmeldung zum 31. Januar 2021, da die Beschäftigung endet.

Stand

Zuletzt aktualisiert: 19.06.2020

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