Bildschirmarbeit gesund gestalten

Wenn Beschäftigte viel am Bildschirm arbeiten, beansprucht das nicht nur die Augen. Das lange Sitzen belastet den gesamten Körper, führt zu Ver­span­nun­gen und Rückenschmerzen. Wie Arbeitgeber ihre Beschäftigten aktiv dabei unterstützen können, mehr Bewegung in den Alltag zu bringen, erklärt Prä­ven­ti­ons­ex­per­te Prof. Ingo Froböse.

Zu wenig Bewegung ist das Hauptproblem

Angesichts der zunehmenden Digitalisierung arbeiten Beschäftigte immer mehr an Computer, Lap­top, Tablet und Smartphone. Für 80 Prozent aller Bürobeschäftigten ist ein Bildschirmgerät das wichtigste Arbeitsmittel, zeigt eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Ar­beits­me­di­zin. Auch durch die Coronapandemie verlagert sich die Arbeit zunehmend in die digitale Welt. Das ist zwar praktisch, allerdings verursacht das bewegungsarme Verharren vor dem Bildschirm häufig gesundheitliche Probleme.

„Wenig Bewegung wirkt sich massiv auf den Stoffwechsel und somit auf die Sauerstoff- und Nähr­stoff­ver­sor­gung aus“, sagt Ingo Froböse, Universitätsprofessor für Prävention und Re­ha­bi­li­tati­on an der Deutschen Sporthochschule Köln. „Das Herz-Kreislauf-System degeneriert lang­fris­tig und das Immunsystem fährt herunter, was unseren Körper anfälliger für Krankheiten macht.“ Ty­pi­sche Folgen des Bewegungsmangels können zudem Schmerzen im Nackenbereich sowie in der Schulterregion sein. „Sitzen ist das neue Rauchen“, ist sich der Experte sicher.

Sechs Tipps für Arbeitgeber

Mit den richtigen Maßnahmen können Arbeitgeber ihre Beschäftigten laut Froböse bei einer gesünder gestalteten Bildschirmarbeit unterstützen, etwa indem sie eine Arbeitsumgebung schaffen, die Bewegung fördert. Ein paar Beispiele, die der Experte empfiehlt:

  • Für das Thema sensibilisieren: Erklären Sie Ihren Beschäftigten regelmäßig, wie bedeutend Bewegung am Arbeitsplatz ist – auch im Homeoffice.
     
  • Sport fördern: Rückenkurse, Ausdauertraining oder Yoga – beteiligen Sie sich als Arbeitgeber an den Fitnessstudio-Gebühren Ihrer Beschäftigten. Zu Zeiten von Corona sind insbesondere Onlinekurse sehr hilfreich. Initiieren Sie zum Beispiel wöchentlich einen gemeinsamen digitalen Kurstermin. Das sorgt zusätzlich für das Wir-Gefühl im Team. Auch AOK-Aktionen wie „Mit dem Rad zur Arbeit“, bei der auch Strecken rund ums Homeoffice zählen, oder Programme wie „Laufend in Form“ animieren zu mehr Bewegung im Berufsalltag.
     
  • Für längere Wege sorgen: Positionieren Sie Geräte wie den Drucker in einem separaten, nicht allzu zentralen Raum. So werden Mitarbeiter angeregt, ein paar Schritte zu laufen. Animieren Sie außerdem Ihre Teammitglieder, öfter persönlich im Büro des Kollegen vorbeizugehen und Fragen zu klären – natürlich Corona-konform mit Abstand und Maske.
     
  • Büros und Homeoffice richtig ausstatten: Ein ergonomischer Bürostuhl schont Rücken und Ge­len­ke – allerdings warnt Professor Froböse, dass zu viel Komfort die Bewegungsarmut un­be­ab­sich­tigt unterstützt. Empfehlenswert sind deshalb zum Beispiel höhenverstellbare Schreibtische, die Arbeiten im Stehen ermöglichen. Sogenannte Deskbikes, also Fahrradergometer, die den Schreibtischstuhl ersetzen, können zusätzliche Bewegung in den Arbeitsalltag bringen. Zwei- bis dreimal die Woche genutzt, fördern sie die Gesundheit maßgeblich, wie eine Studie des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unterfallversicherung zeigt. Auch die gute Ausstattung im Homeoffice ist wichtig. Betonen Sie die Bedeutung eines ergonomisch eingerichteten Homeoffice-Arbeitsplatzes und geben Sie Ihren Mitarbeitern dazu Tipps an die Hand.
     
  • Seien Sie ein Vorbild: Machen Sie es vor und seien Sie selbst aktiver. Stehen Sie zum Beispiel bei jedem Telefonat oder bei jeder Videokonferenz auf und ermuntern Sie Ihre Kollegen, das Gleiche zu tun. Halten Sie Konferenzen, Meetings und Besprechungen grundsätzlich im Stehen ab.
     
  • Schaffen Sie weitere Gelegenheiten für mehr Bewegung: Laden Sie Mitarbeiter zu ge­mein­sa­men Spaziergängen in der Mittagspause ein oder veranstalten Sie Schrittzähler-Wettbewerbe für die Kollegen im Homeoffice. Welches Team hat am Ende der Woche oder des Monats die meisten Schritte geschafft?

So unterstützt die AOK

Das Programm „Rückenaktiv im Job“ hilft Beschäftigten mit ganz konkreten Tipps und Übun­gen, ihren Arbeitsalltag rückengerechter zu gestalten. Mit einem Fragebogen finden die Teil­neh­mer zunächst heraus, welcher Bewegungstyp sie sind. Darauf abgestimmt erhalten sie dann Tipps für passende Ausgleichsübungen, die sie jederzeit ausführen können. Das Programm dauert vier Wochen.

Stand

Erstellt am: 14.04.2021

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