Mehr Brillenträger durch PC-Arbeit
18.03.2020 | Computerarbeit

Mehr Brillenträger durch PC-Arbeit

In den letzten fünf Jahren nahm die Zahl der Fehlsichtigen in Deutschland um 1 Million auf 41,1 Millionen zu. Das zeigt eine neue Allensbach-Studie im Auftrag des Kuratoriums für gesundes Sehen (KGS). Schuld daran ist unter anderem die zunehmende Bildschirmarbeit. Bildschirmarbeitsplatzbrillen können eine Lösung sein.

Zu viel PC, zu wenig draußen

Die Wissenschaftler, die die Studie für das Allensbach-Institut durchgeführt haben, sehen für die Zuwächse vor allem einen Grund: Immer mehr Menschen verbringen viel Zeit am PC, Tablet oder Smartphone. Das kann die Augen in besonderer Weise herausfordern und stark belasten. Vor allem bei Smartphones ist die Schrift so klein, dass schon ein minimales Sehdefizit zu einer Überanstrengung führen kann. Entsprechend weisen die Wissenschaftler auf einen direkten Zusammenhang zwischen ausdauerndem Nahsehen am Bildschirm und einer Zunahme von Kurzsichtigkeit hin. Hinzu kommt, dass viele Menschen weniger Zeit im Tageslicht und an der frischen Luft verbringen und die wichtigen Blickwechsel zwischen fern und nah im Freien fehlen.

Bildschirmarbeitsplatzbrille erleichtert Arbeit am Computer

Laut KGS klagen 80 Prozent der Menschen, die täglich länger als drei Stunden am Computer arbeiten, über Beschwerden wie Kopfschmerzen, trockene oder gerötete Augen, schnelles Ermüden und eine hohe Lichtempfindlichkeit. Die gute Nachricht: Eine spezielle Bildschirmbrille, auch Bildschirmarbeitsplatzbrille genannt, kann die Überanstrengung durch zu lange Bildschirmarbeit reduzieren. Bisher nutzen 13 Prozent der Brillenträger mit Computerjobs in Deutschland eine Arbeitsplatzbrille. Das sind 9 Prozent mehr als noch 2002. Die überwiegende Mehrheit der Brillenträger besitzt jedoch weiterhin keine solche Arbeitsplatzbrille, sondern nutzt die „normalen Sehhilfen“. Solche Gleitsicht-, Lesebrillen oder Kontaktlinsen können die speziellen Anforderungen am Computer aber nicht optimal erfüllen, so die Experten des KGS.

Gesünder arbeiten dank Bildschirmbrille

Eine Bildschirmbrille deckt einen großen Sehbereich für kurze und mittlere Distanzen ab. Damit lassen sich Bildschirm, Tastatur, Manuskripte oder Gesprächspartner jederzeit deutlich erkennen, ohne dass man den Kopf in den Nacken legen, das Kinn an die Brust drücken oder sich mit dem ganzen Oberkörper vorbeugen muss, um näher am PC zu sein. Stattdessen bleibt die Körperhaltung entspannt.

Was Arbeitgeber tun können: von Sehtest bis Bildschirmbrille

Um Fehlzeiten durch die Auswirkungen falscher Sehhilfen zu minimieren und die Sehkraft der Mitarbeiter möglichst lang auf gutem Niveau zu halten, sollten Arbeitgeber ihren Beschäftigten regelmäßig eine angemessene Untersuchung der Augen und des Sehvermögens durch Fachleute anbieten (§ 5 ArbMedVV). Stellt der Betriebsarzt oder Augenarzt fest, dass eine Bildschirmbrille erforderlich ist und reguläre Sehhilfen nicht geeignet sind, muss der Arbeitgeber diese zur Verfügung stellen.
Geeignete Sehhilfen für die Computerarbeit kosten 100 bis 150 Euro. Ein Anrecht auf teure Luxusmodelle haben Arbeitnehmer nicht. Gut zu wissen für Unternehmer: Der Zuschuss zur Bildschirmbrille durch den Arbeitgeber ist steuerfrei.

Die Teilnahme an einem Sehtest ist für Mitarbeiter freiwillig. Die Praxis zeigt, dass das Angebot fast durchgängig angenommen wird, denn es bringt Vorteile für beide – für Arbeitgeber und Arbeitnehmer –, weil es die Gesundheit, das Sehvermögen und die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten sichert.

Schnelle Entspannung für die Augen

Um die Augen zu schonen, helfen auch regelmäßige kurze Pausen. Dazu etwa alle 30 Minuten den Blick vom Bildschirm abwenden, ganz bewusst mit den Augen blinzeln, aus dem Fenster schauen und Gegenstände in der Ferne fokussieren. Das dauert nur eine Minute und beugt brennenden und geröteten Augen vor.

Fehlsichtigkeit steigt

Aktuell sind zwei Drittel der Menschen hierzulande fehlsichtig. Lag der Anteil der Brillenträger seit der Jahrhundertwende stabil zwischen 62 und 64 Prozent, ist er nun auf 67 Prozent gestiegen, so das Ergebnis der Studie des Allensbach-Instituts. Am höchsten sind die Zuwächse in der  Gruppe der 30- bis 44-Jährigen (6 Prozent) und in der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen (4 Prozent). 

Stand

Erstellt am: 10.03.2020

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