Die eAU löst den „gelben Schein“ ab
01.10.2021 | Elektronische AU

Die eAU löst den „gelben Schein“ ab

Ab dem 1. Oktober 2021 können Arbeitgeber mit zwei unterschiedlichen Dokumenten zum Beleg der Arbeitsunfähigkeit eines Beschäftigten zu tun haben: Grund ist die kurzfristige Übergangsregelung bei der Umstellung auf die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU).

Start im Oktober 2021

Die erste Phase der Digitalisierung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen startet am 1. Oktober 2021. Den Krankenkassen können ab diesem Tag die Daten der Arbeitsunfähigkeiten von Arbeitnehmern elektronisch vom Arzt übermittelt werden. Bislang wurde jede der 77 Millionen jährlichen Krankschreibungen in dreifacher Ausfertigung auf Papier ausgestellt. Der Ausdruck für die Krankenkasse soll zuerst wegfallen.

Übergangsregelung bis Ende 2021

Da allerdings die technische Umstellung auf das eAU-Verfahren zum 1. Oktober 2021 nicht flächendeckend bei allen Ärzten möglich ist, können Arztpraxen vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2021 noch den bekannten „Nachweis zur Vorlage beim Arbeitgeber“ in Form des gelben Scheins ausstellen. Arztpraxen, die bereits an die eAU-Technik angeschlossen sind, werden dem Versicherten als Nachweis für den Arbeitgeber einen unterschriebenen Papierausdruck mitgeben. Dieser Nachweis ähnelt dem bisherigen, ist aber nicht mehr gelb.

Zweite Phase beginnt 2022

Ab Jahresbeginn 2022 können sich auch Arbeitgeber an dem neuen Verfahren beteiligen. Sie können dann bei den Krankenkassen Arbeitsunfähigkeitsdaten, die voraussichtliche Dauer von stationären Krankenhausaufenthalten sowie Informationen über etwaige Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten elektronisch abrufen. Der Pilotbetrieb endet am 30. Juni.

Das Verfahren funktioniert so:

  • Ein Versicherter ist krank und meldet sich bei seinem Vorgesetzten als arbeitsunfähig ab.
  • Sofern der Versicherte einen Arzt aufsucht und dieser Arbeitsunfähigkeit feststellt, werden die entsprechenden Daten in der Regel im Laufe des Tages elektronisch an die Krankenkasse übermittelt.
  • Der Arbeitgeber kann die Daten zur Arbeitsunfähigkeit über den Kommunikationsserver der GKV bei der Krankenkasse abrufen.

Arbeitgeber sollten berücksichtigen, dass ein Abruf nur dann sinnvoll ist, wenn der Arbeitnehmer zu diesem Zeitpunkt bereits verpflichtet ist, eine Arbeitsunfähigkeit durch den Arzt feststellen zu lassen, und diese daher bereits der Krankenkasse vom Arzt übermittelt werden konnte.

Konkret bedeutet das:

  • Besteht eine Verpflichtung zur Vorlage der AU-Bescheinigung ab dem ersten Tag, ist ein Abruf  ab dem zweiten Tag sinnvoll.
  • Muss eine AU-Bescheinigung jedoch erst ab dem vierten Tag vorgelegt werden, ist ein Abruf auch erst ab dem fünften Tag sinnvoll.

Nur berechtigte Arbeitgeber, also die, mit denen der Versicherte zum Zeitpunkt der Arbeitsunfähigkeit in einem Beschäftigungsverhältnis steht und denen er die Arbeitsunfähigkeit und die voraussichtliche Dauer mitgeteilt hat, dürfen die Daten abrufen. Selbstverständlich werden dabei alle vertraulichen Daten verschlüsselt übertragen.

Flächendeckende Einführung ab Juli 2022

Ab dem 1 Juli 2022 wird das eAU-Verfahren für alle Arbeitgeber verpflichtend. Der Papierausdruck der AU-Bescheinigung für den Arbeitgeber fällt ab diesem Zeitpunkt weg – Versicherte erhalten aber nach wie vor auf Wunsch einen Ausdruck für ihre eigenen Unterlagen.

Bis zum 1. Juli müssen sich Arbeitgeber also spätestens auf das neue Verfahren umgestellt haben. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten sie die künftigen betriebsinternen Abläufe und die Details in ihrem Abrechnungsprogramm geklärt haben.

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Online-Seminar eAU als Video

Ab dem 8. Oktober können Sie eine Aufzeichnung Seminars als Video abrufen.

Stand

Erstellt am: 01.10.2021

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