#Alter am 04.11.2022 aktualisiert am 10.11.2022

Wohnen im Alter – wie Pflege in den eigenen vier Wänden möglich ist

Wohnen im Alter: Ein Senioren-Paar sitzt zu Hause auf dem Sofa, während die Frau bei ihrem Mann den Blutdruck misst.
iStock / Irina Belova

Wie will ich leben, wenn ich eines Tages nicht mehr allein zurechtkomme? Mit dieser Frage lässt die AOK Baden-Württemberg Versicherte nicht allein. Wir erläutern dir, welche Wohnformen es gibt und wie die Pflegekasse Versicherte unterstützt.

Bernd K. und seine Frau Anneliese leben seit den 1960er Jahren in ihrem Eigenheim auf dem Land. Sie möchten, dass das so lange wie möglich so bleibt. Doch vor allem Bernd hat aufgrund von Gelenkbeschwerden immer häufiger Schwierigkeiten, die Treppen im Haus und Barrieren im Bad zu bewältigen. Oft grübelt Anneliese, was wäre, wenn sie ihrem Mann nicht mehr helfen kann. Beide Töchter schauen nach ihren Eltern, so oft sie können. Aber auch sie stehen vor der Frage, wie und vor allem wo es für ihre Eltern irgendwann weitergeht.

Frühzeitige Pflegeberatung entlastet die ganze Familie

Nina Schäuble, Spezialistin Geschäftsbereich Care bei der AOK Baden-Württemberg, kennt diese Sorgen von vielen Versicherten. Die Erfahrung der Expertin ist, dass sich die meisten Betroffenen erst dann Hilfe suchen, wenn es schon sehr schwere Beeinträchtigungen gibt. „Wenn man immer schlechter allein zu Hause zurechtkommt, verharrt man oft zu lange in einer Situation, die für die ganze Familie belastend ist. Dabei gibt es heutzutage vielfältige Wohnformen – ebenso wie Lösungen, um möglichst lange im Eigenheim zu leben.“

Hier setzt die Pflegeberatung der AOK Baden-Württemberg an. Erfahrene Experten für Pflegeberatung stehen Betroffenen zur Seite. Sie geben Tipps zu Wohnformen, wohnumfeldverbessernden Maßnahmen, ambulanter Pflege, Hilfsmitteln, zum Hausnotruf und zur Finanzierung bis hin zum Stellen von Anträgen. Dabei beziehen sie auch Angehörige mit ein und analysieren gemeinsam die Situation: Was wünschen sich die Senioren und ihre Angehörigen? Wie sieht der bisherige Wohnraum aus? Besteht Sturzgefahr durch Stufen oder Ähnliches? Wer ist involviert in die Versorgung?

Maria Gonzalez Medina, Expertin für Pflegeberatung bei der AOK Baden-Württemberg, betont, wie wichtig eine offene Kommunikation ist: „Man sollte ehrlich miteinander reden, sodass Ängste und Bedenken von allen Beteiligten geäußert werden können. Dazu gehört auch die Einschätzung, was die Einzelnen leisten können und wo ihre Grenzen sind.“

Barrierefreiheit schafft Sicherheit

Die Erfahrung der beiden AOK-Expertinnen ist, dass die Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt leben und wohnen möchten. Im Fall von Anneliese und Bernd bedeutet das, ihrem Eigenheim die Treue zu halten, mit der Option, eines Tages ambulante Pflege in Anspruch zu nehmen.

Zunächst geht es darum, ihr Haus barrierefrei umzugestalten. Beispielsweise können Türen verbreitert oder auch Rampen angebaut werden. Was viele nicht wissen: Sie haben schon ab Pflegegrad 1 einen Anspruch auf 4.000 Euro für solche wohnraumverbessernden Maßnahmen. Zusätzlich lassen sich über die AOK-Pflegeberatung regionale Kontakte für eine ambulante Betreuung herstellen, die Angehörige entlastet. Das kann ein ambulanter Pflegedienst sein, Hilfen für den Haushalt oder Begleitpersonen für Unternehmungen.  

Wohnformen für alle Bedürfnisse

Wenn es die Gesamtsituation nicht mehr zulässt, weiterhin zu Hause zu wohnen, haben sich mittlerweile Wohnformen etabliert, die auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse ausgerichtet sind. Eine beliebte Form sind ambulant betreute Wohngruppen wie Senioren- oder Demenz-Wohngemeinschaften, für die es einen monatlichen Zuschuss von 214 Euro von der Pflegekasse gibt.

Auch Mehrgenerationenhäuser werden immer beliebter. Hier wohnen Personen unterschiedlichen Alters zusammen, unterstützen sich nach Bedarf und Absprache. Dabei wohnen sie völlig selbstbestimmt.

Individualität und Autonomie stehen auch beim sogenannten Betreuten Wohnen (oder auch „Servicewohnen“) im Vordergrund. Senioren-Servicehäuser sind für Menschen geeignet, die viel Wert auf ihre Privatsphäre legen, aber gleichzeitig bestimmte Basisunterstützungen wie einen Hausnotruf oder Essens-Service schätzen.

Pflege im Alter? Welche Wohnform darf es sein?

Pflege zu Hause – gut informiert zur individuellen Lösung

Bernd und Anneliese sind erleichtert, seit sie mit den Pflegeberaterinnen der AOK Baden-Württemberg in Kontakt stehen. Die Pflegeexperten haben sie über Anbieter aus der Region beraten, sodass es mittlerweile keine Hindernisse mehr in ihrem Haus gibt. Dank der neuen, ebenerdigen Dusche und montierten Haltegriffen fühlt sich Bernd deutlich sicherer. Auch Anneliese freut sich über ihr barrierefreies Zuhause.

Und seitdem sie sich mit anderen, teilweise für sie noch unbekannten Wohnformen auseinandergesetzt haben, können sie sich auch vorstellen, ihr Haus eines Tages zu verlassen.

Eines gibt Nina Schäuble noch mit auf den Weg: „Sobald eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung notwendig ist, ist eine vollstationäre Pflegeeinrichtung eventuell der beste Ort. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig zu klären, welche pflegerische und medizinische Behandlung am Lebensende gewünscht wird, und ob diese in der jeweiligen Wohnform erbracht werden kann.“ 

Wohnen und Pflege im Alter

Die AOK Baden-Württemberg lässt ihre Versicherten und deren Angehörige mit Fragen und der Organisation rund um das Wohnen im Alter nicht allein. Die AOK-Pflegeberatung unterstützt dich mit Informationen zu Wohnraumanpassungen, Wohnformen, Leistungen, Kosten und Hilfsangeboten. Die Pflegeberater und Pflegeberaterinnen kommen auf Wunsch direkt zu dir nach Hause.

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    veröffentlicht am 04.11.2022 aktualisiert am 10.11.2022
    AOK-Expertin Sozialer Dienst

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